Wandern

Tour zu den Ruinen: Vorbei an den Wachgänsen

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Mancor de la Vall - Mallorca

Eine Wanderung von Mancor de la Vall zum Kloster Santa Llúcia und zum Minidorf Biniarroi

ROLAND OTTO

 

Die leichte Wanderung beginnt in Mancor de la Vall bei der Pfarrkirche (Schild „Santa Llúcia“) und führt dann durch die Straße Carrer del Metge Josep Mateu. Das Haus mit der Nummer 28 in dieser Straße war einst im Besitz der Familie Descatlar, die vom 15. Jahrhundert bis 1893 Eigentümerin der Possessió Massanella war. Dieses Landgut liegt an der alten Straße nach Selva, zu dessen Gemeinde Mancor de la Vall bis in das Jahr 1925 gehört hat. Die Carrer del Metge Josep Mateu geht dann in die Carrer de Biniarroi über. Man kommt am Friedhof der Gemeinde und pittoresken Häusern mit wunderschönen Gärten vorbei.

 

Am Eingangstor eines Anwesens ist auf einer Keramiktafel zu lesen, dass neben Hunden auch Gänse das Haus bewachen. Diese machen sich gegenüber Besuchern auch gleich lärmend bemerkbar. Rechts oben ist das Kloster Santa Llúcia zu sehen, das erstes Etappenziel dieser Wanderung ist. Man bleibt weiterhin auf der Fahrbahn und ignoriert einen linken Abzweig mit dem Schild „Camí de sa Font Garrover“. Hier fällt ein kleines, restauriertes Steinhaus auf. Dabei handelt es sich um die alte Garage der Possessió Sa Font Garrover, die von hier fast zwei Kilometer entfernt liegt.

 

Etwa 20 Meter weiter merkt man sich jedoch den linken Abzweig mit dem Schild „Camí de Biniarroi“, da hier die Tour nach dem Besuch des Santuari de Santa Llúcia fortgesetzt wird. Der Wanderer bleibt nun geradeaus auf der Asphaltpiste, die sich in einigen Kehren steil aufwärts schraubt. Beim Aufstieg wird ein Wegkreuz passiert, auf dem die Verhaftung von Jesus dargestellt ist. Schließlich gelangt man rund 25 Minuten nach Tourstart zum Oratori de Santa Llúcia. Der Ursprung des Klosters geht der Legende nach auf das Jahr 1233 zurück.

 

An der Stelle der heutigen Kapelle soll sich eine von Pilgern bewohnte Höhle befunden haben. Die erste urkundliche Erwähnung des santuari stammt aus dem Jahr 1341. Die Gebäude in ihrer jetzigen Form wurden jedoch erst im 20. Jahrhundert errichtet. Seit Mitte der 1970er Jahre bewohnen Schwestern der Ordensgemeinschaft der Heiligen Herzen die Klosteranlage. Am Dienstag nach Ostern herrscht hier Volksfeststimmung, wenn die Bewohner Mancors zur pancaritat zum Kloster pilgern und ein großes Picknick veranstalten. Falls das Haupttor des santuari geöffnet ist, kann der Wanderer einen Blick in den wunderschönen Innenhof werfen: Die clastra ist mit Ficus, Palmen, Rosen, Farnen und Efeu bepflanzt.

 

Von dem großen Vorplatz des Hauptgebäudes hat man einen famosen Blick auf Mancor, den Puig de Magdalena bei Inca und auf die Ebene Pla de Mallorca. Das Castell de Santuari und das Santuari de Sant Salvador bei Felanitx sind ebenfalls zu erblicken. Auch die Häusergruppe von Biniarroi ist vom Kloster Santa Llúcia aus zu sehen. Nach einer Pause begibt man sich in rund zehn Minuten wieder zurück zu der Weggabelung mit dem Schild „Camí de Biniarroi“ und biegt dort rechts ab.

 

Da die Schrift auf dem Schild kaum mehr zu lesen ist, haben Wanderer hier zur Orientierung eine rote Markierung angebracht. Man ignoriert dann wenig später einen linken Abzweig und steigt auf einer schmalen Asphaltpiste auf. Die Route verläuft in Kehren an einigen Anwesen mit Zitrus- und Olivenhainen vorbei teils steil aufwärts. Man bleibt dabei immer auf dem Hauptweg und erreicht schließlich bei einer Rechtskurve eine Stelle, bei der ein Schild „Camí de Biniarroi“ links auf einen steinigen Pfad verweist.

 

Hier befindet sich auch ein Schild, das auf die Waldbrand­gefahr hinweist. Der Trampelpfad führt dann parallel eines Zaunes aufwärts und nach etwa 20 Metern zu einem breiten Weg, auf den rechts und dann gleich links (Steinmännchen, roter Klecks) eingebogen wird. Eine teils gepflasterte Piste schraubt sich dann relativ steil in einigen Kehren und parallel eines anderen Zaunes nach oben. Man gelangt rund eine Viertelstunde nach dem Abzweig auf der Zufahrtsstraße zum Kloster mit dem Schild „Camí de Biniarroi“ und der roten Markierung zu einem Tor, das wieder zu schließen ist.

 

Hinter dem Durchlass schlängelt sich ein holpriger Pfad im Zickzack (Steinmännchen, rote Kleckse) nach oben. Man gelangt dann zu einer breiten Forstpiste, quert diese und steigt dann (roter Punkt, Steinmännchen) weiter auf. Auch in der Folge zeigen Steinmännchen und rote Kleckse die Richtung. Die steinige Piste führt teils steil in Kehren nach oben und verflacht dann. Nach einem kurzen Anstieg (rote Punkte) sind dann die Häuser Cases de Biniarroi erreicht, wobei die Gehzeit von dem Tor unten, das wieder zu schließen ist, rund 20 Minuten betragen hat.

 

Der Weiler wurde um das Jahr 1.000 n. Chr. von den Mauren in der Zeit ihrer Herrschaft auf Mallorca errichtet und ging nach der christlichen Eroberung 1229 durch König Jaume I. in den Besitz des Propstes von Tarragona über. Biniarroi besteht aus sieben Häusern, von denen drei bewohnt sind. Bis in das Jahr 1939 stand hier auch eine kleine Kapelle, von der aber nur mehr Mauerreste vorhanden sind.

 

Von einer Terrasse ist die Fernsicht aus einer Höhe von 460 Metern famos: Bei guter Sicht ist die Insel von der Bucht von Alcúdia im Norden bis zur Bucht von Palma im Süden zu überblicken. Beeindruckend präsentieren sich die Halbinseln Sa Victòria und Ferrutx bei Alcúdia und Artà. Nach Osten reicht der Blick über die Gipfel der Serra de Llevant bis zur Küste bei Cala Millor und Porto Cristo. Südöstlich ist der Klosterberg Randa bei Algaida zu erkennen. 

 

Wegstrecke 6 km (hin und zurück)

 

Nettogehzeit rund 2 Std.

 

Höhenunterschied 245 m

 

Schwierigkeitsgrad **

 

Anfahrt von Palma: Auf der Ma-13 nach Inca, dort auf der Ma-2112 nach Mancor de la Vall.

 

Tourencharakter: Leichte Wanderung auf Asphaltpisten und steinigen, teils gepflasterten Trampelpfaden. Vorsicht bei den Ruinen der Cases de Biniarroi, die stark einsturzgefährdet sind. Rückweg auf der Hinroute.

 

Ausrüstung: Wanderstiefel, Proviant, Wasser, evtl. Regenschutz.

 

Einkehr: Lokale in Mancor de la Vall.

 

Diese Wanderung wurde am 14.01.2016 veröffentlicht. Die Vorstellung der Route erfolgt nach bestem Wissen und Gewissen des Autors. Die Benützung geschieht auf eigenes Risiko. Soweit gesetzlich zulässig, wird eine Haftung für etwaige Unfälle und Schäden jeder Art aus keinem Rechtsgrund übernommen.

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