Wandern

Wanderung im Inselsüden: Das Werk Gottes

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Campos - Mallorca

Eine Wanderung von Campos zum Opus Dei sowie den Minidörfern Es Rossells und Son Negre

ROLAND OTTO

 

Start der leichten Wanderung ist in Campos der Kreisel, bei dem geradeaus die Ma-5120 Richtung Felanitx beginnt. Hier folgt man nun rechts dem Schild „Sa Carrotja“ und biegt nach zehn Metern links auf den Camí de Son Xorc ab. Hier befinden sich auch die Schilder „Son Viquet“, „Son Cuseta“ und „Sa Carrotja“. Die schmale, wenig befahrene Asphaltpiste führt bald an einer hübsch restaurierten Mühle vorbei. Der Wanderer bleibt immer auf dem Hauptweg (Schilder „Sa Carrotja“ und „Son Cuseta“) und ignoriert zunächst alle Abzweige.

 

Die Route führt immer geradeaus an Feldern, Äckern und einigen Gutshöfen vorbei. Ab und zu sind auch kleinere Weingärten zu sehen. Auf dem Camí de Son Xorc werden dann rund 35 Minuten nach Tourstart die gleichnamige possessió und das Anwesen Son Ginard erreicht. Son Xorc war seit dem 17. Jahrhundert im Besitz der Familie Prohens. Auf dem Gutshof wurden Getreide und Weinreben angebaut. Die possessió verfügte auch über einen Weinkeller. Große Plantagen mit Mandelbäumen waren ebenfalls vorhanden.

 

Nach dem Tod des letzten Nachkommens der Familie Prohens erbte Catalina Sard Moragues das Anwesen. Die Route führt dann immer noch geradeaus (Schilder „Sa Carrotja“ und „Son Cuseta“) . Der Wanderer kommt an sattgrünen Wiesen vorbei und ignoriert den rechten Abzweig zu der Finca Son Cuseta. Man gelangt rund zehn Minuten nach Cas Xorc an eine Stelle, bei der zwei rote Kleckse rechts auf einen Erdweg verweisen. Der Wanderer umrundet jetzt das riesige Anwesen Sa Carrotja, dessen Eingangstor sich geradeaus 200 Meter entfernt befindet.

 

Sa Carrotja ist seit 1991 im Besitz des Opus Dei. Das „Werk Gottes“ ist ein 1928 in Madrid gegründeter, erzkonservativer und sehr einflussreicher Laienorden der katholischen Kirche. In dem Anwesen finden religiöse, kulturelle und soziale Veranstaltungen statt. Man biegt also rechts (zwei rote Kleckse an einer Mauer) auf den Erdweg ab. Dieser führt entlang eines Zaunes um das Gelände von Sa Carrotja. Der Wanderer kommt an einem Gehege mit Ziegen und an einem Basketball-, Fußball- und Tennisplatz vorbei. Auch ehemalige Stallungen und Kolonien von Feigenkakteen werden passiert.

 

Man bleibt immer auf dem ebenen Hauptweg und folgt einigen roten Punkten. Nach einem Kiefern­wäldchen werden rund 20 Minuten nach dem Abzweig bei Sa Carrotja zwei Mauer­pfeiler erreicht, bei denen das Tor aus der Verankerung gerissen worden ist. An dieser Stelle befindet sich links auch ein anderes Tor, das zu einer finquita gehört. Weiter geht es bei den Mauerpfeilern rechts (zwei rote Kleckse) auf einem Pfad. Ein gleich folgender weiterer roter Punkt zeigt, dass man die richtige Route eingeschlagen hat.

 

Es wird ein offenes Tor passiert, bei dem sich ein Schild „Coto privado de caza“ (Jagdgebiet) befindet. Der Pfad verbreitert sich dann zu einem Weg, auf dem man immer geradeaus zu einer Wegteilung und kleinen Lichtung gelangt, wobei die Gehzeit von den beiden Mauerpfeilern rund fünf Minuten betragen hat. Man befindet sich nun auf dem Gebiet des Anwesens Ca na Crits. Auf der Lichtung, auf der ein Brunnen und eine Schafstränke zu sehen sind, wird nun links (roter Pfeil an einer Mauer) abgebogen. Eine breite Piste führt jetzt leicht abwärts, wobei auch in der Folge rote Markierungen die Richtung zeigen.

 

Man kommt nochmals an zwei Mauerpfeilern vorbei, passiert dann ein offenes Tor, wandert danach geradeaus weiter und durchschreitet ein weiteres offenes Tor. Auf einem Weg wird schließlich rund eine Viertelstunde nach der kleinen Lichtung Es Rossells erreicht. Der Weiler, der zur Gemeinde Felanitx gehört, besteht aus mehreren Häusern und Stallungen. Im 13. Jahrhundert war Es Rossells Teil der königlichen Kavallerie, die auf der nicht weit entfernten Possessió Sa Galera ihren Sitz hatte. Auf dem Gebiet von Es Rossells befindet sich auch eine Siedlung aus der Talayot-Zeit Mallorcas, die von Archäologen der Universität der Balearen und der Universität Kiel seit einigen Jahren erforscht wird.

 

Weiter geht es von Es Rossells auf einem Flurweg. Man kommt dann an einem größeren Anwesen vorbei. Geradeaus ist der Puig de Sant Salvador mit seinem Kloster und die benachbarte Festung Castell de Santueri zu sehen. Man erreicht dann eine schmale Straße, die gequert wird. Ein Feldweg führt nun geradeaus weiter. Auch jetzt zeigen rote Markierungen den weiteren Routenverlauf. Man passiert das Anwesen Ca‘n Dimoni, später eine eingezäunte finquita und gelangt schließlich zu einer Wegteilung, bei der links (roter Punkt) abzubiegen ist.

 

Der Wanderer umrundet dann sogleich nochmals links einen großen Gutshof und erreicht eine schmale Asphaltpiste, bei der sich ein großes Anwesen befindet. Die Gehzeit von Es Rossells bis hier hat rund 25 Minuten betragen. Man biegt rechts auf die Piste ab und gelangt auf dieser in rund zehn Minuten nach Son Negre. Der Weiler, der ebenfalls zu Felanitx gehört, besteht aus sechs Häusern und einer 1817 errichteten Kapelle. Über dem Portal des Kirchleins befindet sich eine Figur des Sant Antoni, zu dessen Füßen ein kleines Ferkel steht.

 

Der Mönch Antoni Abat gilt als „Vater der Einsiedler“ und ist der Schutzpatron der Bauern und ihrer Nutztiere. Deshalb findet in Son Negre Ende Januar zu Ehren von Sant Antoni immer eine Tiersegnung, die beneïdes, statt, die von Bewohnern der ganzen Umgebung besucht wird. Etwas außerhalb befindet sich die alte Schule des Minidorfs. Das 1924 errichtete Gebäude ist heute ein kulturelles Zentrum. Im Juni wird hier seit einigen Jahren das alternative Festival „Son Negre Rock“ veranstaltet. 

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