Wandern

Besuch beim "schlechten Grafen" II: Und eingekehrt wird in Alaró

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Alaró - Mallorca

Eine Wanderung bei Alaró rund um den Tafelberg Puig de s‘Alcadena, Teil 2

ROLAND OTTO

 

In der vergangenen Ausgabe der Mallorca Zeitung (Nr. 809 vom 5. November 2015) wurde der Abschnitt von Alaró bis zu dem Anwesen s‘Hort Nou beschrieben. Teil 2 der Wanderung führt nun von s‘Hort Nou über die Possessió Solleric zurück nach Alaró. Weiter geht es von s‘Hort Nou auf der wenig befahrenen Straße, die weiterhin in Richtung Westen verläuft. Man passiert dann das wunderschön gelegene Anwesen Cas Senyor, das von dem Puig de s‘Alcadena überragt wird.

 

Danach führt die schmale Fahrbahn zu dem Eingangstor der Cases de Son Ordines und zu einem Parkplatz, wobei die Gehzeit von s‘Hort Nou rund eine Viertelstunde betragen hat. Die zur Gemeinde Alaró gehörende Possessió besteht aus den drei Häusern Son Ordines, Ca‘n Xalet und Casa d‘Amunt. Der idyllisch in einem Tal gelegene Gutshof ist schon von den Mauren während ihrer Herrschaft auf Mallorca gegründet worden. Nach der christlichen Eroberung im Jahr 1229 wurde von König Jaume I. das Anwesen dem Bischof von Mallorca zugeteilt.

 

Mitte des 17. Jahrhunderts ist die Possessió dann in den Besitz der Familie Vallès d‘Almadrà i de Berga übergegangen, die später auch das etwa zwei Kilometer südlich gelegene Landgut Solleric erstanden hat. Bei dem Parkplatz folgt man nun dem Schild „Refugi des Tossals Verds, Castell d‘Alaró“ und passiert ein Tor durch eine Pforte. Ein Schild weist darauf hin, dass Hunde nur angeleint mitgeführt werden können. Hinter dem Tor führt eine breite Piste parallel zum Torrent d‘Almadrà zunächst leicht ansteigend nach oben (Pfostenpfeil). Man folgt dann weiter der Beschilderung „Refugi des Tossals, Castell d‘Alaró“.

 

Schon von Weitem fällt der Blick auf die gewaltigen Felswände an den Seiten des Weges. Sind die Felsmassive dann erreicht, wird das gigantische Ausmaß ihrer Formation erst erkennbar. Rechts und links der Piste, die nun deutlich steiler wird, ragen bizarr gestaltete Steinwände mit imposanten Tropfsteinhöhlen teils über 100 Meter empor. Die vom Torrent d‘Almadrà geformte Schlucht wird Clot de Sa Caldera genannt. Da sich von diesen Wänden in der Vergangenheit immer wieder mal Gestein gelöst hat, weist ein Schild auf die Steinschlaggefahr hin. Die Piste wird dann weniger steil, und man gelangt zu einem Eisentor mit Pforte.

 

Hier befindet sich auch eine Tafel „Tossals Verds“ mit eingezeichneten Wanderwegen. Rund 20 Meter weiter ist eine Weggabelung erreicht, bei der links (Schild „GR 221, Alaró, Castell d‘Alaró“) abgebogen wird, wobei die Gehzeit von dem Parkplatz bis hier rund 30 Minuten betragen hat. Geradeaus verläuft die Route zur Herberge Refugi des Tossals. Man quert dann auf einer Brücke den Torrent d‘Almadrà, passiert ein Tor durch eine Pforte und folgt danach geradeaus der Beschilderung „Alaró“. Der Wanderer befindet sich nun auf der Nebenstrecke G des Langwanderwegs GR 221.

 

Ein Pfad führt jetzt geradeaus leicht aufwärts. Nun sind zahlreiche Ölbäume zu sehen, die auf engstem Raum angepflanzt wurden und mit quadratisch angelegten Mauern aus Natursteinen eingefasst sind. Die Piste wird dann breiter und etwas steiler. Man gelangt zu einem breiten Wirtschaftsweg und biegt hier links (Schild „GR 221, Alaró, Castell d‘Alaró“) ab. Der Weg wird dann nach etwa 100 Metern rechts (Pfostenpfeil) wieder verlassen. Eine holprige Piste verläuft dann weiter nach oben, wobei Pfostenpfeile die Richtung zeigen. Schließlich wird ein Karrenweg erreicht, dort links (Schild „Alaró“) abgebogen, ein Mauerdurchlass passiert und dann geradeaus einem Pfostenpfeil gefolgt.

 

Hier befindet sich auch eine Steinhütte mit einer Zisterne. Die Gehzeit von dem Tor bei der Brücke hat bis hier rund 35 Minuten betragen. Der Karrenweg führt dann talwärts. Bald ist direkt gegenüber die Nordwestwand des Puig de Alaró zu sehen. Man folgt bei Abzweigen der Beschilderung „Alaró“ und Pfosten­pfeilen und gelangt nach rund 20 Minuten zur Possessió Solleric. Zu Beginn des 20. Jahrhunderts war der Gutshof auf der Insel einer der größten Produzenten von Olivenöl. In dieser Zeit wurden pro Jahr zwischen 120.000 und 140.000 tones hergestellt. Eine tona entspricht 1.000 Litern. Die Qualität des Öls galt als exzellent.

 

Nach einer ausgedehnten Pause, bei der der Wanderer die Aussicht auf den Puig de l‘Ofre genießen kann, umgeht er die Gebäude des Anwesens (Schilder „GR 221, Alaró, Castell d‘Alaró“ und Pfosten­pfeile). Ein breiter Weg führt in leichtem Auf und Ab weiter. Man bleibt immer auf dem Hauptweg und folgt der Beschilderung „Alaró“. Rechts ist dann das Landhotel s‘Olivaret zu sehen, das Llorenç Serra Ferrer, dem früheren Hauptaktionär des Fußballclubs Real Mallorca, gehört. Auf einem langen, gepflasterten Abschnitt (Pfostenpfeile) wird dann der Torrent de Solleric erreicht, dessen Bachbett auf Pflaster gequert wird.

 

Man durchschreitet danach zwei offene Tore, folgt dabei Pfosten­pfeilen und gelangt schließlich zu einer Asphaltpiste, bei der sich links die Zufahrt zu dem Landhotel Son Berga befindet. Der Wanderer folgt nun gerade­aus der Beschilderung „Alaró“, bleibt in der Folge immer auf dem Hauptweg (Pfostenpfeile) und gelangt auf dem Camí de Solleric zur Landstraße Ma-2100, wobei die Gehzeit vom Gutshof Solleric rund 50 Minuten betragen hat. Am Rand der Straße (Beschilderung), später auf der Ma-2110, werden immer geradeaus nach rund einer Viertelstunde die ersten Häuser von Alaró erreicht. Auf den Straßen Solleric, Pontarró, Ca‘n Ros und Petit gelangt man dann nach rund einer Viertelstunde wieder zur Pfarrkirche von Alaró. 

Wegstrecke 11 km (2. Teilstück)

 

Nettogehzeit rund 3 Std.

 

Höhenunterschied 300 m

 

Schwierigkeitsgrad ***

 

Anfahrt von Palma: Auf der Ma-13 Richtung Inca und Ma-2050 nach Alaró. Tourencharakter: Die technisch leichte Wanderung wird wegen der Gesamtlänge von 19 Kilometern als „mittelschwer“ eingestuft. Die Route verläuft auf Asphalt, Karrenwegen und steinigen Pfaden.

 

Ausrüstung: Wander­stiefel, Wasser, Proviant, Regenschutz.

 

Einkehr: Lokale in Alaró.

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