Wandern

Spektakuläre Berge: Volta de Sóller

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Sóller - Mallorca

Eine Rundtour oberhalb des Gebirgsstädtchens mit traumhaften Ausblicken auf eine wilde Berglandschaft

ROLAND OTTO

 

Die leichte Wanderung beginnt in Sóller bei Kilometer 30 der Ma-11, wo sich ein Kreisel befindet. Hier geht man am Rand der Ma-11 etwa zehn Meter in Richtung des Sóller-Tunnels und biegt dann rechts auf eine schmale, steile Asphaltpiste ab. Rund 50 Meter weiter folgt man geradeaus der Schrift „Deià“ und einem schwarzen Pfeil, die sich an einer Hauswand befinden. Nach etwa 100 Metern bleibt man bei einer Wegteilung auf der Hauptpiste und ignoriert rechts das Schild „Camí de Ca ses Curiales“. Die Fahrbahn, der Camí Puyol d’en Banya, führt in Kehren weiterhin aufwärts.

 

Der Wanderer kommt an Anwesen mit gepflegten Gärten vorbei, die mit Blauer Prunkwinde, Bougainvilleen, Hibiskus, Rosen und Rhododendron bewachsen sind. Die Route verläuft dann nicht mehr so steil nach oben, wobei Abzweige ignoriert werden. Auf der linken Seite erhebt sich die Gebirgskette Serra d‘Alfàbia mit ihren Sendemasten. Auf der rechten Seite ist der Puig des Moro zu sehen. Man passiert dann rund 20 Minuten nach Tourstart bei einem Wochenendhaus mit gebotener Vorsicht das Gleis der Sóller-Bahn.

 

Die Fahrbahn führt nun durch einen lichten Kiefern- und Stein­eichenwald nicht allzu steil aufwärts. Es folgen dann einige steilere Kurven. Rund zehn Minuten nach dem Gleis der Sóller-Bahn ist die Possessió Puyol d’en Banya erreicht. Das nicht zugängliche Anwesen ist vor allem durch den „Mirador Pujol d’en Banya“ bekannt, bei dem der Sóller-Zug eigens für Touristen eine Haltestelle hat. Reisende haben hier einen grandiosen Ausblick auf Sóller und

 

die umliegende Bergwelt. Wanderer auf dieser Tour haben diesen Ausblick gratis. Früher – nach der christlichen Rückeroberung Mallorcas durch König Jaume I. im Jahr 1229 – gehörte die possessió mit anderen Landgütern zur Dorfgemeinschaft Alquería de Castelló. Die Gutshöfe liegen alle auf dem Gemeindegebiet von Sóller. Der Camí de Castelló war die Verbindung zwischen den Anwesen und zwischen Sóller und Deià. Weiter geht es von Pujol d‘en Banya bei einem Eisentor und den beiden Schildern „Deià“ und „Camí de Castelló por s‘Heretat y Can Prohom“ rechts auf einem Pfad, der nach etwa 50 Metern auf einen breiten Weg führt und auf den rechts eingebogen wird.

 

Dieser verläuft in leichtem Auf und Ab durch einen Kiefernwald und später durch eine ausgeprägte Terrassenlandschaft mit teils uralten Olivenbäumen. Sóller war einst neben Pollença das größte Olivenanbaugebiet in der Serra de Tramuntana. Die erste urkundliche Erwähnung der Produktion von Olivenöl stammt aus dem Jahr 1242. Es wurde auf dem Landgut Binibassí erzeugt. Im 17. Jahrhundert waren auf den Gutshöfen der Gemeinde 58 tafones, im 18. Jahrhundert schon 80 dieser Ölmühlen in Betrieb. Das Olivenöl war von sehr guter Qualität und wurde auch nach Katalonien exportiert. Schließlich wird ein Mauerdurchlass erreicht, bei dem rechts zwei Steinmännchen zu ignorieren sind.

 

Geradeaus wird auf einer Piste nach etwa 50 Metern dann aber rechts (zwei Steinmännchen) abgebogen. Nach etwa zehn Metern durchschreitet man ein Gattertor und biegt danach links (Steinmännchen) ab. Ein Waldpfad führt dann nach etwa 20 Metern zu einem Abzweig, bei dem rechts das Schild „Camí de Rocafort, Sóller“ nicht beachtet wird. Der Wanderer folgt geradeaus dem Schild „Camí de Castelló, Deià“, bei späteren Abzweigen den Pfostenpfeilen und gelangt dann zur Bergfinca Ca‘n Paies. Hier ist nun ein Traumblick auf den Penyal des Migdia, die Coma de n’ Arbona, die Gebirgskette Serra de Son Torrella, den Barranc de Biniaraix, den Puig de l‘Ofre und die beiden Cornadors möglich.

 

Vor dem Eingangstor von Ca‘n Paies verweisen die Schrift „Deià“ auf einem Stein und ein Pfostenpfeil rechts auf einen Pfad. Auf diesem passiert man dann ein Tor, das aus einem Lattenrost gebildet worden ist, und erreicht danach die Cases Ca‘n Jeroni Gros. Die Gehzeit von der Possessió Pujol d‘en Banya bis hier hat rund 40 Minuten betragen. Nun quert man den Innenhof zwischen den Gebäuden. Auf der linken Seite befindet sich das Anwesen Ca‘n Gamundí, dessen Besitzer auf einer Terrasse Getränke anbietet. Man folgt dann der Beschilderung „Deià“ und einem Pfostenpfeil und gelangt zu einer breiten Piste, auf die rechts (Pfostenpfeil) eingebogen wird. Hier ist ein imposanter Blick auf Port de Sóller, den Torre Picada, den Puig de Bàlitx und den Torre de na Seca möglich. 

 

Auf einer Ashaltpiste wird dann rund zehn Minuten nach Ca‘n Jeroni Gros das Landhotel Ca‘s Xorc und eine Wegteilung erreicht, bei der sich geradeaus die Zufahrt zu der Possessió s‘Heretat befindet. Beide Anwesen haben einst ebenfalls zur Alquería de Castelló gehört. Bei der Wegteilung wird rechts (Schild „Sóller, Camí des Rost“) abgebogen. Die steinige Piste führt dann durch eine ­Terrassenlandschaft mit Ölbäumen talwärts. Beim Abstieg ist den Pfostenpfeilen zu folgen. Später wird ein rechter Abzweig „Deià, Camí des Monts Reials“ ignoriert. Die teils gestufte und gepflasterte Piste führt dann steil nach unten, wobei sich immer wieder ein famoser Ausblick auf die Bergwelt von Sóller ergibt.

 

Eine kleine Brücke führt dann über das Gleis der Sóller-Bahn. Schließlich wird ein ebener Weg erreicht. Auf diesem gelangt man immer geradeaus zur Ferreteria Calafell, bei der rechts das Schild „Camí de Rocafort“ nicht beachtet wird. Bei einer bald folgenden Wegteilung wandert man geradeaus auf dem Camí de Son Pons weiter, gelangt dann auf der Erdpiste zur Landstraße Ma-11und biegt hier rechts ab. Am Rand der Straße ist rund eine Stunde nach der Zufahrt von s‘Heretat der Kreisel bei Kilometerstein 30 der Ma-11 erreicht. 

Wegstrecke 8 km (hin und zurück)

 

Nettogehzeit rund 2 Std. 20 Min.

 

Höhenunterschied 200 m

 

Schwierigkeitsgrad **

 

Anfahrt von Palma: Auf der Ma-11 bis Kilometerstein 30. Hier befindet sich vor der Zufahrt in das Zentrum von Sóller ein Kreisel. Parkmöglichkeiten am Straßenrand der Ma-11 vorhanden.

 

Tourencharakter: Leichte ­Wanderung auf Asphalt, Waldwegen und steinigen Pfaden. Beim Abstieg auf dem teils gepflasterten Camí des Rost nach Sóller ist bei Nässe Trittsicherheit gefragt.

 

Ausrüstung: Wanderstiefel, Proviant, eventuell Regenschutz.

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