Wandern

Durchs Gebirge: Gutshof-Hopping

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Escorca - Mallorca

Eine Wanderung vom Mirador de ses Barques zu den Cases de sa Costera

ROLAND OTTO

Die leichte Wanderung beginnt am Parkplatz des Mirador de ses Barques, auf dem ein Schild „Tuent, Sa Costera, Bàlitx“ rechts auf eine Steintreppe verweist. Nach der Treppe führt eine gepflasterte Piste steil aufwärts. Bald bietet sich nach Osten ein spektakulärer Ausblick auf die Gebirgszüge Serra de Son Torrella und Serra d‘Alfàbia, die Berge Puig de l‘Ofre und die Cornadors. Auch ein herrlicher Blick in die Schlucht Barranc de Biniaraix und die terrassierten Olivenhaine von Fornalutx ist möglich.


Man bleibt dann bei einem Pfostenpfeil auf der Hauptpiste, durchschreitet später ein offenes Tor und gelangt danach zu einem breiten Weg und biegt hier rechts (Schild „Tuent, Sa Calobra“) ab.


Der Karrenweg führt nun durch sorgsam gepflegte Terrassenmauern mit teils uralten Ölbäumen. Auch ein neu errichteter aljub, ein Wassersammelbecken, wird passiert. Das Gelände gehört zu der Possessió Bàlitx d‘Amunt, die links zu sehen ist und zu deren Eingangstor man schließlich gelangt. Seit Tourstart sind rund 20 Minuten vergangen.


Vor dem Eingangstor des Landguts knickt der breite Wirtschaftsweg bei einem Mauerdurchlass und einem Schild  „Tuent, Sa Calobra“ rechts weg. Die Piste verläuft dann talwärts. Blickt man geradeaus nach Nordwesten sind links der Torre de na Seca und rechts das wilde Küstengebirge Muntanya de Montcaire zu sehen. Dazwischen liegt der Sattel Coll de Biniamar, zu dem später aufgestiegen wird. Der Wanderer bleibt bei einem Pfostenpfeil auf dem Hauptweg und verlässt ihn wenig später bei einem weiteren Pfostenpfeil.


Eine gepflasterte Piste führt nun bald steil in einigen Kehren abwärts. Man gelangt schließlich zu der Quelle Font de Bàlitx und von dort (Steinmännchen, Pfostenpfeil) zu dem Anwesen Bàlitx d’Enmig, wobei die Gehzeit von dem Mauerdurchlass rund eine Viertelstunde betragen hat.


Der Gutshof ist vor vier Jahrzehnten wegen Unrentabilität aufgegeben worden. Vor einigen Jahren hat dann die Bankiersfamilie March das Anwesen gekauft und eine aufwendige Restaurierung begonnen. Die kostenintensiven Bauarbeiten sind aber bis heute noch nicht restlos abgeschlossen.


Weiter geht es von Bàlitx d‘Enmig auf der breiten Piste (Pfostenpfeil), die in weiteren Kehren abwärts führt. Nach rund zehn Minuten wird dann bei einem Schild „Bàlitx d‘Avall, Tuent, Sa Calobra“) rechts auf einen gepflasterten Pfad abgebogen, der sich nach einer Mauerbresche in engen Kehren teils steil nach unten schlängelt (Steinmännchen). Nach einem Abstieg von rund einer Viertelstunde ist dann ein breiter Weg erreicht, auf dem man links kurz darauf zu dem Gutshof Bàlitx d‘Avall gelangt.


Noch vor den Gebäuden des Anwesens verweist ein Schild „Sa Costera, Tuent“ nach rechts. Man quert dann auf einer Steinbrücke den Torrent de na Mora, folgt dann bald einem Pfostenpfeil und biegt vor einem Mauerdurchlass bei dem Schild „Sa Costera, Tuent, Sa Calobra“ rechts auf eine gepflasterte und gestufte Piste ab.


Der Steig schraubt sich dann in engen Kehren teils steil aufwärts (Steinmännchen, Pfostenpfeil). Schließlich wird nach rund 20 Minuten nach Bàlitx d‘Avall eine Mauerlücke erreicht, hinter der man auf einem nicht mehr ganz so steilen Pfad (Steinmännchen) nach weiteren rund zehn Minuten zu einem breiten Weg gelangt (Schild „ Sa Costera, Tuent“). Die holprige Piste führt nun wieder deutlich steiler in rund zehn Minuten zu einer Weggabelung, bei der rechts (Pfostenpfeil) abzubiegen ist, und dann sogleich zum Coll de Biniamar, auf dem sich ein Mäuerchen befindet.


Hinter dem Sattel verläuft die Piste in Kehren abwärts. Man verlässt bei einem Pfostenpfeil und einer Steinpyramide links den Hauptweg und gelangt sogleich zu einem Mauerdurchlass. Etwa zehn Meter weiter knickt die Route zur Cala Tuent bei einem Pfostenpfeil rechts weg. Der Wanderer biegt nun aber links (zwei rote Markierungen, Steinmännchen) auf einen Pfad ein.


Dieser schlängelt sich bald in engen Kehren abwärts (Steinmännchen). Bei einem Mauerdurchlass ist das Anwesen Cases de sa Costera rechts unten erstmals zu sehen. Rund 25 Minuten nach dem Coll de Biniamar ist dann die finquita erreicht.


Der 150 Meter über dem Meer gelegene Hof wurde 1332 erstmals urkundlich erwähnt.
Demnach gehörte er zu der Alquería de Bini, den Landgütern Bini Gran und Bini Petit, die am Camí des Cingles unterhalb des Tausenders Morro d‘en Pelut gelegen sind. Die beiden Gutshöfe gaben auch dem Coll de Biniamar seinen Namen.


Sa Costera war noch bis vor 50 Jahren bewirtschaftet. Es wurden Ziegen und Schafe gehalten und Käse hergestellt. Das Anwesen verfügt mit Sa Fonteta auch über eine eigene Quelle. Heute wird die finquita von ihren Besitzern nur noch gelegentlich genutzt. Es ist eines der landschaftlich schönsten Plätze an der Küste zwischen Sóller und der Cala Tuent.


In unmittelbarer Nähe präsentiert sich mit dem ebenfalls Sa Costera genannten Küstenstreifen ein weiteres maritimes Schmuckstück, das von den 600 Meter hohen Steilwänden der Muntanya de Montcaire überragt wird. Hier befinden sich einige Meter über dem Meer die Quelle Font des Verger und das alte Elektrizitäts­werk Sa Fábrica. Aber auch die Fernsicht von der Terrasse des Anwesens hat es in sich: Sie reicht über den Wachturm Torre de sa Mola de Tuent bis hin zum Puig Roig, den dem Meer am nächsten gelegenen Tausender Mallorcas. Direkt oberhalb der Finca erheben sich die Steilwände des Es Castellot. Auch der Torre de na Seca ist zu erblicken.

 

Wegstrecke
11 km (hin und zurück)


Nettogehzeit
rund 4 Std.


Höhenunterschied
210 m   


Schwierigkeitsgrad
**

 

Anfahrt von Palma: Auf der Ma-11 nach Sóller, dort auf der Ma-10 Richtung Kloster Lluc bis zum Mirador de ses Barques (km 45).


Tourencharakter: Leichte Wanderung auf breiten Wegen und steinigen Pfaden. Bei insgesamt drei Steilanstiegen aber gute Kondition erforderlich. Rückweg auf der Hinroute.


Ausrüstung: Wander­stiefel, Wasser, Proviant, Regenschutz.


Einkehr: Restaurant Mirador de ses Barques.


Öffnungszeiten: Dienstag bis Freitag und sonntags von
10 bis 19 Uhr, samstags von
10 bis 22 Uhr, montags geschlossen.

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