Wandern

Nach Mancor de la Vall: Zwischen wilden Ziegen und Oliven

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Mancor de la Vall - Mallorca

Eine Wanderung von Caimari über den Pas de n’Arbona

Von Roland Otto

Die mittelschwere Wanderung beginnt am Ortsausgang von Caimari. Zunächst sind am Straßenrand der Ma-2130 in Richtung Kloster Lluc etwa 300 Meter bis zu einer Aussichtsplattform zu gehen. Von dem Mirador ist gegenüber eine kleine Steinhütte zu sehen, die direkt an einen großen Felsen gebaut wurde. Die Rota del Carter genannte Hütte gehört zu den über 200 Jahre alten Olivenanbau­gebieten von Caimari, den Rotes de Caimari.

Weiter geht es von der Plattform dann geradeaus (Schild „GR 222, Lluc“). Man befindet sich nun auf einem Abschnitt des Langwanderwegs GR 222, der von Artà nach Lluc führt. Die Piste verläuft leicht ansteigend durch ein schmales Tal. Der Wanderer folgt bei Abzweigen den Pfostenpfeilen und gelangt rund 25 Minuten nach Tourstart bei Kilometerstein 9 wieder auf die Ma-2130.

Weiter geht es von der Straße (Schild „GR 222, Lluc“) auf einem gepflasterten Treppensteig, der Costa Llarga (der lange Abhang), genannt wird. Der Steig wurde Anfang der 90er Jahre von Auszubildenden der Steinmetzschule Mallorcas angelegt. Die Piste führt steil nach oben. Nach rund zehn Minuten ist dann das Anwesen Son Canta erreicht. Die Bergfinca wurde Anfang des 19. Jahrhunderts erbaut und zählt mit ihren terrassierten Olivenhainen ebenfalls zu den Rotes de Caimari.

Man folgt dann der Beschilderung „Lluc“ und hinter dem Eingangstor von Son Canta links einem Pfostenpfeil. Ein Pfad verläuft nun etwas unterhalb der Ma-2130 hinab zu einem Picknickplatz. Dort (Pfostenpfeil) gelangt man alsbald zu einer kleinen Unterführung, nach der links ein paar Meter zu einem Tor und einer Leiter aufgestiegen wird.

Hinter dem Tor (Schild „GR 222, Lluc“) führt eine breite Piste durch die Talsenke Comellar de sa Coveta Negra und einen Stein­eichenwald nach oben. Der Wanderer stößt dann auf einen großen Felsklotz mit einer Marmortafel. Der Inschrift ist zu entnehmen, dass sich hier eine 18-Jährige im Mai 1990 aus Liebeskummer zu Tode gestürzt hat.

Der breite Wirtschaftsweg führt nun steiler aufwärts. In einer Rechtskehre, bei der ein Pfostenpfeil den Weiterweg nach Lluc signalisiert, verlässt man die Piste und biegt links auf einen Waldweg ab. Hier befindet sich auch ein Schild „Perill Captura de Cabres“ (Vorsicht, Ziegenfanggebiet).

Die Forstpiste verläuft dann mäßig ansteigend zu einer Stelle, bei der drei Steinmännchen rechts auf einen Pfad verweisen. Die Gehzeit von Son Canta bis hier hat rund 30 Minuten betragen.

Es beginnt nun der teils sehr steile Aufstieg zum Pas de n‘Arbona durch eine Senke. Dabei zeigen regelmäßig vorhandene Steinmännchen und rote Markierungen die Route. Der steinige Steig verläuft im leichten Zickzack aufwärts. Dabei müssen auch kurze Passagen über Felsplatten und über flaches Felsgestein bewältigt werden. Schließlich sind ein kleines Mäuerchen und die Felsbresche Pas de n‘Arbona erreicht, wobei der Aufstieg von dem Abzweig unten rund 40 Minuten betragen hat.

Von hier hat man eine ausgezeichnete Fernsicht auf die Bucht von Alcúdia und die Halbinsel Ferrutx mit den Gipfeln sa Talaia Moreia, Puig de sa Tudossa, Talaia Freda de Morei und den Puig de Ferrutx. Auch das Meer bei den Cales de Mallorca und die Gipfel der Serra de Calicant, der Kloster­berg Randa und der Puig de Sant Salvador bei Felanitx sind zu erblicken.

Weiter geht es vom Pas de n’ Arbona auf der steinigen Piste, die hinab zu einem großen Köhler­platz führt. Ein steiniger Pfad verläuft (viele Steinmännchen, rote Kleckse) dann an den Seiten des Torrent de Coveta Negra leicht aufwärts. Man passiert dabei mehrere Köhlermeiler und gelangt nach rund 25 Minuten zu einem Köhlerplatz, bei dem Steinmännchen rechts auf einen Weg verweisen, der nach etwa zehn Metern zu einer breiten Piste führt, auf die links abgebogen wird.

Der breite Forstweg führt nun mit einer mäßigen Steigung in rund fünf Minuten zu dem Coll de sa Línia, mit 824 Metern Höhe die höchste Stelle dieser Wanderung. Auf dem Sattel, der auch Coll de Mancor genannt wird, stehen zwei Dreikantsteine. Rechts beginnt die Aufstiegsroute zum Puig de Massanella (Schrift „Puig“). Geradeaus verweist die Schrift „Mancor“ auf den Abstieg zum Bergdorf Mancor de la Vall.

Die breite Piste verläuft nun talwärts. Nach etwa 100 Metern zeigt ein Steinmännchen links einen Pfad an, auf dem man nach etwa 20 Metern die Schneegrube Pou de Neu del Coll de sa Línia erreicht. Von dem Schneeloch sind nur noch Mauerreste vorhanden.

Der breite Karrenweg führt dann in einigen Spitzkehren durch die Senke Comellar des Bosc teils sehr steil nach unten. Dabei bleibt man immer auf der Hauptpiste (Steinmännchen, rote Punkte). Auf der linken Seite erheben sich der fast 900 Meter hohe Puig de sa Fita und der felsige Gebirgskamm Sa Carena. Schließlich gelangt man nach rund 70 Minuten zu den Cases des Bosc. Links von der Waldhütte verläuft dann die Route parallel zum Torrent des Bosc weiter abwärts. Man bleibt immer auf dem Hauptweg und erreicht nach rund 20 Minuten den Gutshof Ca’n Bajoca. Ein breiter Flurweg führt nun durch ein Tal mit Ölbäumen. Nach weiteren 20 Minuten ist ein Tor mit einer Pforte erreicht. Links befinden sich die Cases de Massanella. Der Wanderer biegt hier jedoch rechts ab und gelangt nach 50 Metern zu einer Holzhütte, bei der ein Angestellter der Possessió Massanella eine Weggebühr kassiert. Man folgt nun links dem Schild „Sortida“, passiert ein offenes Tor und erreicht sogleich den Parkplatz des Restaurants Son Catlar und die Straße Ma-2112, auf der man rechts nach rund einer Viertelstunde zu den ersten Häusern von Mancor de la Vall gelangt.

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