Wandern

Tour am Galatzó: Mallorquinische Weiten

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Andratx - Mallorca

Auf einer Variante des GR 221 von Es Capdellà über die Finca sa Coma d’en Vidal nach Estellencs, Teil 2

ROLAND OTTO

In der vergangenen Ausgabe der Mallorca Zeitung (Nr. 757 vom 6. November 2014) wurde der Abschnitt von Es Capdellà zur Font de sa Cometa und von dort zurück zum Cruce sa Cometa beschrieben. Teil 2 der Wanderung führt nun durch die Senke Comellar de ses Sínies und über die Finca sa Coma d‘en Vidal nach Estellencs.


Am Cruce sa Cometa biegt man jetzt links ab und folgt den Schildern „Pou de ses Sínies“, „s‘Esclop“ und „GR 221, Coma d‘en Vidal, Estellencs“. Ein breiter Wirtschaftsweg führt dann eben weiter. Dabei hat man immer wieder einen famosen Blick auf den Puig de Galatzó. Man kommt dann an einem grünen Wasserbassin vorbei, das zum Löschen von Waldbränden errichtet worden ist, und gelangt danach zu einem offenen Eisentor. Hier findet der Wanderer auch wieder einen orange markierten Stab, der für die „Route Nr. 1“ steht.


Bei dem Tor informiert ein Schild darüber, dass im Gebiet der Comellar de ses Sínies eine Herde der vaca mallorquina lebt. Die mallorquinischen Kühe dürfen nicht gefüttert werden. Das Mitführen von Hunden ist untersagt. Hinter dem Tor stößt man dann auf das Zentrum der Kalkproduktion auf dem Gebiet der Finca Galatzó. Es folgt sogleich der erste restaurierte Kalkofen. Eine Tafel informiert darüber, wie das Baumaterial gewonnen worden ist. Der sich dahinter befindliche Kalkofen ist allerdings nur als Ruine vorhanden.


Weiter geht es von den Kalk­öfen (Schild „Pou de ses Sínies“) auf einer breiten Piste, die parallel des Torrent de Galatzó verläuft. Nun fallen am Wegesrand ganze Kolonien von Zwergpalmen auf. Der Wanderer trifft auf einen Stab mit der orangen Farbe der Route Nr. 1 und danach auf einen Pfostenpfeil als die offizielle Markierung des GR 221. Schließlich ist eine weitere Kalk­ruine erreicht, der Forn de Calç de sa Cometa de sa Cova Rotja.  


Auf der breiten Piste gelangt man dann zu dem Ranxo de sitges, wobei die Gehzeit vom Cruce de sa Cometa rund 25 Minuten betragen hat. Hier befinden sich auch einige Tische und Bänke für ein Picknick. Von der Ranxo de sitges folgt man dem Schild „Pou de ses Sínies“, der alsbald erreicht ist. Der Brunnen versorgte Köhler und Kalkbrenner mit Wasser. Nicht weit von hier entfernt befinden sich die Mauerreste der Naviforme de ses Sínies.


Man bleibt dann auf dem Hauptweg und folgt geradeaus dem Schild „GR 221, Coma d’en Vidal, Estellencs“ und Pfostenpfeilen. Die steinige Piste verengt sich nun zu einem Pfad und verläuft durch die Comellar de ses Sínies in einigen Kurven immer steiler aufwärts. Der Wanderer kommt an der Font des Poll vorbei und orientiert sich an Pfostenpfeilen und lila Stäben, die die Route zum s‘Esclop markieren. Schließlich wird nach einem anstrengenden Aufstieg eine Wegteilung erreicht, wobei die Gehzeit von dem Ranxo de sitges bis hier rund 50 Minuten betragen hat. Hier hat man wieder einen famosen Ausblick auf den Puig de Galatzó.


Bei der Wegteilung wird nun links (Schilder „GR 221, Coma d‘en Vidal, Estellencs“, „s’Esclop“) abgebogen. Ein steiniger, mauergestützter Pfad führt dann in Kehren steil aufwärts. Man folgt Steinmännchen und Pfostenpfeilen und gelangt dann zu einer Wegteilung, biegt links (Pfostenpfeil) ab und erreicht dann die Ebene Creuer Es Pinotells, auf der sich eine lange Mauer befindet. Die Gehzeit von dem Abzweig mit der
Beschilderung „Coma d‘en Vidal, Estellencs“ und „s‘Esclop“ hat rund fünfzehn Minuten betragen. Hier verläuft links die Route zum s‘Esclop, den man etwas unterhalb sehen konnte.


Weiter geht es von der Ebene rechts (Schild „GR 221, Coma d’en Vidal, Estellencs“) durch eine Mauerlücke und gleich links (Pfostenpfeil) auf einem breiten Weg, der abwärts führt. Auch hier kann der Wanderer das verheerende Ausmaß des Waldbrands sehen, der sich Ende Juli 2013 in dieser Region ereignet hat. Nahezu der gesamte Wald unterhalb der Westseite der Serra de Pinotells ist durch die Flammen vernichtet worden.


Schließlich ist rund eine Viertelstunde nach dem Creuer Es Pinotells die Finca sa Coma d‘en Vidal erreicht (Pfostenpfeile). Von der Finca folgt man dann dem Schild „GR 221, Estellencs“ und Pfostenpfeilen, und steigt auf einer sehr steilen Piste ab. Der Wanderer gelangt dann nach einem Wasserbassin zu einer Gabelung, biegt links ab (Beschilderung) und erreicht nach einem steilen Abstieg bei Kilometerstein 97 die Straße Ma-10. Die Gehzeit von der Finca bis hier hat rund 45 Minuten betragen.


Man folgt nun links dem Schild „GR 221, Estellencs“,  wandert am Rand der Ma-10 bis kurz vor Kilometerstein 97,4 und biegt rechts (Schild „Estellencs“) ab. Ein Pfad führt dann erst steil, später weniger steil abwärts durch einen Kiefernwald. Später folgt man bei einem Abzweig dem Schild „GR 221, Estellencs“. Auch in der Folge zeigen bei Abzweigen die Beschilderung „GR 221, Estellencs“ und Pfostenpfeile die Richtung. Man gelangt schließlich bei einer verlassenenen Tankstelle und bei Kilometerstein 96 der Ma-10 zum Coll des Pi. Die Gehzeit von dem Abzweig bei Kilometerstein 97 der Ma-10 bis hier hat rund 45 Minuten betragen.


Man wandert nun etwa 20 Meter Richtung Estellencs, das vorne mit der Mola de Planícia und der Serra des Puntals zu sehen ist, und verlässt die Ma-10 bei dem Schild „GR 221, Estellencs“ links wieder. Eine Asphaltpiste führt dann durch einen Kiefernwald abwärts. Auch jetzt zeigen Pfostenpfeile und die Beschilderung „GR 221, Estellencs“ die Richtung. Schließlich ist rund 50 Minuten nach dem Coll des Pi das Ortszentrum von Estellencs erreicht.
 

Wegstrecke
11 km


Nettogehzeit
rund 4 Std.


Höhenunterschied
520 m Aufstieg


Schwierigkeitsgrad
***

 

Anfahrt von Palma: Mit dem Bus L 111 vom Busbahnhof an der Plaça d‘Espanya nach Es Capdellà. Rückfahrt von Estellencs nach Palma mit dem Bus L 200. Die Bushaltestelle in Estellencs befindet sich am Ortseingang.


Abfahrtszeiten: tib.caib.es


Tourencharakter: Der längere Teil der insgesamt mittelschweren Wanderung. Die Route verläuft auf steinigen Pfaden, breiten Wegen und Asphaltpisten.


Ausrüstung: Wanderstiefel, Wasser, Proviant, Regenschutz.


Einkehr: Lokale in Estellencs.

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