Wandern

Mit Madonnas Segen

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Eine Küstenwanderung bei Portals Vells durch das Naturschutzgebiet Rafeubetx

Von Roland Otto

Die leichte Wanderung beginnt an der Platja del Mago, die man vom oberhalb gelegenen Parkplatz des Strands auf einer Straße und einer Betonpiste nach etwa 200 Metern erreicht hat. Der Name „Zauberer“ für den im Sommer beliebten FKK-Strand stammt von dem gleichnamigen Film, der zum Teil hier im September 1967 mit Anthony Quinn, Michael Caine und Candice Bergen gedreht worden ist.
    

Bei dem hier befindlichen Restaurant steigt man links auf Stufen zu einem Abzweig auf, bei dem links ein Klippenpfad beginnt, der zu einer terrassenförmigen Ebene mit Höhlen führt. Von dem ausgewaschenen Plateau wird dann sogleich die Sa Platgeta erreicht. Der Strand ist der größte an der Küste von Portals Vells.
    

Weiter geht es auf der anderen Seite von Sa Platgeta auf einem steinigen Pfad, der zum kleinen Strand Platja de sa Caleta verläuft und der gequert wird. Nun lohnt sich noch ein kurzer Abstecher zu den Coves de la Mare de Déu. Die Höhlen erreicht man auf einem steinigen Pfad, der wenige Meter vom Strand entfernt bei einem Abzweig links beginnt.
  

Hinter dem Eingang der Grotte befinden sich Reste eines Altars, auf dem lange Zeit die Madonna Santa Maria del Carme gestanden hat. Die Figur der Mutter Gottes wurde der Überlieferung nach im 15. Jahrhundert von einem Schiffskapitän gestiftet, der auf wundersame Weise mit seiner Besatzung aus einem schweren Sturm gerettet worden war. Heute ist die Madonna in der Kapelle Oratori de Portals Nous untergebracht.
    

Die Coves mit ihren drei Eingängen haben beträchtliche Ausmaße und erstrecken sich teilweise bis zu 50 Meter tief und bis zu 80 Meter breit im Innern der Felsklippe. Die Höhlen dienten einst als Steinbruch, in dem Steine für die Errichtung der Kathedrale von Palma und der Kirche Santa Eulàlia abgebaut wurden.
    

Anschließend begibt man sich wieder zurück zu dem Abzweig bei der Platja de sa Caleta. Die Gehzeit seit Tourstart hat rund eine Viertelstunde betragen. Der Wanderer folgt nun links einer roten Markierung und steigt auf einem steilen Pfad (Steinmännchen) zu einer Fahrbahn auf und biegt links (roter, blauer Punkt) ab. Die Kieselpiste wird dann nach etwa 50 Metern links (blauer Punkt) wieder verlassen. Man gelangt sogleich zu einer kleinen Ebene und biegt nach rund 20 Metern rechts (rote Markierung) auf einen breiten Weg ein, der immer geradeaus wenig später zu einer Piste führt.

Hier hat der Wanderer einen Traumblick auf das Meer. Direkt gegenüber ist der Torre des Moro zu sehen. In der Ferne sind Palma und seine Bucht, der Klosterberg Randa, der Penyal des Migdia, der Puig Major, der Puig de ses Bassetes und der Puig de Massanella zu erblicken.
    

Weiter geht es gegenüber der Piste (roter Klecks) auf einem Klippenpfad, der mal näher und mal weiter entfernt von den Klippen immer in Richtung des mehrmals zu sehenden Leuchtturms Far de Cap de Cala Figuera verläuft. Einige blaue und gelbe Markierungen, später auch Steinmännchen und -pyramiden weisen die Richtung.
    

Schließlich wird nach rund 20 Minuten eine Stelle erreicht, bei der drei Steinmännchen und ein blauer Punkt rechts auf einen Pfad verweisen, auf dem die unzugängliche Cala en Beltran umrundet wird. Man folgt weiter den Steinmännchen und gelangt zu einem kleinen Kiefernwäldchen. Auf einem Felspfad passiert man dann eine kleine Höhle (Markierungen) und steigt über Riffgestein einige Meter zum Strand der Cala Figuera ab. Die fjordähnliche, schmale Bucht kann sich heute wieder sehen lassen, nachdem sie von angeschwemmten Plastikmüll gereinigt worden ist. Die Gehzeit von dem Abzweig mit den drei Steinmännchen bis hier hat rund eine Viertelstunde betragen.
    

Auf der anderen Seite des Strands verweisen ein gelber Pfeil und eine rote Markierung auf einen Felssteig, der teils gestuft steil nach oben führt. Man kommt an der Höhle sa Cova fresca und an einer anderen Grotte vorbei und gelangt dann zu einer Fahrbahn, auf die links abzubiegen ist. Kurz darauf fällt ein altes Schild „Propiedad privada, prohibido el paso“ (Privatbesitz, Durchgang verboten) auf, das jedoch ignoriert werden kann (siehe Kasten). Wenig später sind die Gebäuderuinen auf dem ehemaligen Militärgelände erreicht. Die Errichtung der Küstenbatterie wurde infolge des Ersten Weltkriegs Ende 1919 angeordnet. Die spanische Artillerie verfügte hier über drei große Geschütze. 1989 wurde der Stützpunkt geschlossen. Der sich in der Nähe befindliche Leuchtturm Far des Cap de Cala Figuera wurde zwischen 1857 und 1860 erbaut. Aus dem Jahr 1579 stammt der baufällige Torre de Cala Figuera, den man auf einem breiten Weg erreicht, wobei die Gehzeit vom Strand der Cala Figuera rund zehn Minuten betragen hat. Hier hat man einen imposanten Tiefblick auf das Meer.
    

Der Rückweg erfolgt auf der breiten Fahrbahn, die leicht ansteigend durch einen lichten Kiefernwald verläuft. Dabei sind mehrmals der Puig de Galatzó und der s‘Esclop zu sehen. Nach rund 30 Minuten wird ein Schlagbaum erreicht. Man wandert nun auf der Piste geradeaus weiter, erreicht nach rund zehn Minuten den Abzweig zur Platja es Mago und nach weiteren rund zehn Minuten den Parkplatz oberhalb des Strands.

 

Anfahrt von Palma: Auf der Ma-1 Richtung Andratx bis Ausfahrt Nr. 14 (Schild „Magaluf, el Toro“). Dann den Beschilderungen „el Toro“, „Son Ferrer“, „Es Mago“, „Portals Vells“ und „Playa el Mago“ bis zum Parkplatz oberhalb des Strands folgen.

Tourencharakter: Leichte Wanderung auf breiten Pisten und steinigen Pfaden. Beim Abstieg zum Strand der Cala Figuera ist Trittsicherheit notwendig.

Hinweis: Wanderer haben schon berichtet, dass ihnen von zufällig anwesenden Angehörigen der spanischen Armee bedeutet worden sei, dass sie sich auf dem ehemaligen Kasernengelände nicht ­aufhalten könnten. Einer etwaigen, derartigen Aufforderung sollte der Wanderer Folge leisten, auch wenn die Anlage schon 1989 geschlossen wurde. Im Übrigen hat das Rathaus von Calvià schon 2002 in einem deutschsprachigen Wanderführer die Tour von Son Ferrer zum Far des Cap de Cala Figuera empfohlen. Auch andere deutsch- und englischsprachige Wanderführer haben die Tour beschrieben. Dies gilt ebenfalls für mallorquinische Wanderblogs im Internet.

Ausrüstung: Wanderstiefel, Regenschutz.

Einkehr: Lokale in Son Ferrer. Die Strandrestaurants haben ab Ende Oktober geschlossen.

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