Wandern

Tour im Nordosten: Hinauf zur Cruz Austriaca

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Artà - Mallorca

Eine mittelschwere Wanderung bei Betlem auf den Puig de sa Creu

ROLAND OTTO

Die mittelschwere Wanderung beginnt vor den ersten Häusern der Siedlung Betlem bei Kilometerstein 7,5 der Landstraße Ma-3332. Dabei ist das sich etwa 30 Meter davor befindliche Schild „Camí Ermita de Betlem“ zu ignorieren. Bei Kilometerstein 7,5 steht rechts ein Schild „GR 222, Ermita de Betlem, s‘Alqueria Vella“, das den richtigen Einstieg für diese Wanderung signalisiert. Hier ist auch die Tafel „Camina per Mallorca“ vorzufinden, auf der die Wanderwege in dieser Region dargestellt sind. Man befindet sich nun auf einem Teilabschnitt des Langwanderwegs GR 222, der von Artà zum Kloster Lluc verläuft.


Eine breite Piste führt dann sogleich zu einem Tor, das auf einer Holztreppe umgangen wird. Hier befindet sich auch ein Schild, wonach das Mitführen von Hunden nicht gestattet ist. Schon bald fällt auf der linken Seite ein großes Gebäude auf. Es handelt sich dabei um eine ehemalige spanische Kaserne. Der Komplex ist heute im Besitz des balearischen Umweltministeriums. Dort ist nun ein Freizeitzentrum für Kinder und Jugendliche untergebracht. Links oben ist der Puig de sa Creu mit seinem Kreuz auf dem Gipfel zu sehen.


Wenig später werden die Cases de Betlem erreicht. Bei den verlassenen Häusern und Stallungen zweigt nach einem Mauerdurchlass links bei dem Schild „GR 222, Ermita de Betlem, s‘Alqueria Vella“ ein breiterer Pfad ab. Die teils gestufte Piste führt leicht ansteigend nach oben, wobei man auch über glatt geschliffene Steinplatten aufsteigt (Pfostenpfeil). Nach einem ebenen Abschnitt steigt der GR 222 bei einer weiteren Pfeilmarkierung wieder an. Rechts unten ist der Torrent des Canons und eine Staumauer zu sehen. Diese wurde einst von den spanischen Militärs errichtet, um die Kaserne und vier Kanonen einer Artillerieeinheit, die seit Beginn des Spanischen Bürgerkriegs bis Mitte der 60er Jahre in der Nähe des Meeres aufgestellt waren, vor den Wasserstürzen des Torrent zu schützen.


Die steinige Piste schraubt sich dann in einigen mauergestützten Kehren teils sehr steil nach oben. An den Seiten ragen hohe Felsmassive empor, die spitze Zinnen, spektakuläre Überhänge und imposante Tropfsteinhöhlen aufweisen. Schließlich wird rund 25 Minuten nach Tourstart ein Sattel mit einem Mauerdurchlass erreicht, bei dem man links sogleich zu einer weiteren Mauerbresche gelangt.


Hinter dieser führt geradeaus ein Pfad in die Comellar des Grau. Die Talsenke ist mit Schneidegras, Zwergpalmen, Mastix und Kiefern bewachsen. Überall sind im Frühjahr Kolonien des Stacheligen Dornginsters mit seinen leuchtend goldgelben Blüten zu sehen.


Nachdem man einen kleinen Kalkofen passiert hat, steigt die Piste nicht allzu steil an und führt in einigen Kehren hinauf zu dem Coll de l‘Ermita. Dort folgt der Wanderer einem Pfostenpfeil und gelangt dann kurz vor der Font de sa Ermita zu einer Weggabelung, wobei die Gehzeit von der ­Mauerbresche unten bis hier rund 20 Minuten betragen hat. Hier ist rechts das Kloster Betlem zu sehen.


Die Route zum Puig de sa Creu zweigt nun links bei einem Schild „s‘Alqueria Vella, Albarca“ ab. Ein Trampelpfad verläuft dann eben oberhalb der Comellar des Grau bis zu einem Mauerdurchlass. Ein Schild „Parc natural de la Península de Llevant“ weist darauf hin, dass man jetzt den Naturpark der Halbinsel Llevant betreten hat.
Später wird eine Quelle mit einem Wasserbecken passiert. Die steinige Piste schlängelt sich dann in steilen Kehren (Steinmännchen) aufwärts. Schließlich sind Mauern, dann ein Sattel und danach ein Mauerdurchlass erreicht, bei dem links abgebogen wird. Eine mauergestützte Piste führt dann zu einer Hochebene, auf der sich der Coll de sa Truja befindet, und zu einer Weggabelung. Die Gehzeit von dem Abzweig mit dem Schild
„s‘Alqueria Vella, Albarca“ hat rund 25 Minuten betragen.


Hier verweist ein Schild „Nr. 10, Volta als Establits de s’Alqueria Vella, Mirador“ nach links, während geradeaus die Route zur öffentlichen Finca s’Alqueria Vella verläuft. Ein steiniger Pfad führt nun hangwärts nach oben (Steinmännchen, Pfostenpfeile „Nr. 10“) in rund zehn Minuten zu einer Abbruchkante, bei dem sich der Mirador und eine Tafel mit der Darstellung der Umgebung befinden.


Viel besser ist der Ausblick jedoch vom Puig de sa Creu, der links oben mit seinem Kreuz zu sehen ist. Man folgt beim Mirador geradeaus einem Pfostenpfeil und biegt nach ein paar Metern vor einem weiteren Pfostenpfeil links (Steinmännchen) auf einen steinigen Pfad ab. Nun zeigen weithin sichtbare Steinmännchen die weitere Richtung. Man gelangt nach einem nicht allzu steilen Aufstieg zu einer Hochebene und danach zu einer Mauer­bresche (zwei Stein­pyramiden). Danach folgt der Wanderer den zahlreichen Steinmännchen. Die steinige Piste führt im Zickzack nun sehr steil nach oben, wobei viele Steinmännchen die Route zeigen. Rund 25 Minuten nach dem Mirador wird der Gipfel des Puig de sa Creu erreicht.


Unterhalb des Cruz Austriaca, des „Österreichischen Kreuzes“ – so genannt, weil es von der Alpinschule Innsbruck aufgestellt wurde –, befindet sich in einer Dose das Gipfelbuch, dessen vierte Ausgabe im November 2013 angelegt wurde. Die Aussicht aus einer Höhe von 492 Metern ist sagenhaft. Tief unten liegen die Siedlungen Colònia de Sant Pere und Betlem und die Platja Es Caló. Der Blick schweift über die Buchten von Alcúdia und Pollença bis hin zum Cap Pinar und zum Cap Formentor. Ganz weit im Südwesten ist bei guter Sicht sogar der Puig de Galatzó zu erkennen. Spektakulär ist auch der Fernblick auf weitere Tausender der Serra de Tramuntana wie den Puig de l’ Ofre, Puig de sa Rateta, Puig de Massanella und Puig Tomir. Auch das Meer bei Cala Rajada, Cala Millor und der Punta de n’ Amer ist zu sehen.

 

Wegstrecke
11 km (hin und zurück)


Nettogehzeit
3 Std. 30 Min.


Höhenunterschied
470 m


Schwierigkeitsgrad
***

 

Anfahrt von Palma: Auf der Ma-15 bis Artà, dort auf der Ma-12 in Richtung Can Picafort und dann auf der Ma-3332 Richtung Colònia de Sant Pere und Urbanisation Betlem bis Kilometerstein 7,5. Hier befinden sich zahlreiche Parkmöglichkeiten.


Tourencharakter: Mittelschwere Wanderung auf steinigen Pfaden und breiten Wegen. Auf dem Gipfel des Puig de sa Creu ist Schwindelfreiheit notwendig. Rückweg auf der Hinroute.


Ausrüstung: Wanderstiefel, Wasser, Proviant.


Einkehr: Lokale in Colònia de Sant Pere oder Artà.

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