Wandern

Tief im Gebirge: Auf Eselspfaden

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Lloseta - Mallorca

Eine Wanderung um die Tossals-Berge, Teil 2

ROLAND OTTO

In Teil 1 der Tour wurde die Wanderung vom Landgut Almadrà bis zu dem Felsabstieg Es Pas Llis beschrieben (MZ, Nr. 722). In dieser Ausgabe folgt der Aufstieg durch die Coma des Ases, dann der Abstieg zur Font des Noguer und der Rückweg auf dem GR 221 zum Refugi des Tossals Verds.


Weiter geht es vom Es Pas Llis auf einem steinigen Pfad, der erst leicht aufwärts, dann steil abwärts (rote Punkte) und danach wieder steil aufwärts führt. Dabei hat man einen atemberaubenden Tiefblick auf den Torrent d’ Almadrà. Oberhalb des Torrent ist auch die Canonada d’ Emaya zu sehen. Die mit einem Betonmantel umschlossene Pipeline des Wasserversorgers wurde Anfang der 1970er Jahre in Betrieb genommen. Die Leitung, die auch durch mehrere Tunnels führt, befördert seitdem Wasser aus den Stauseen Gorg Blau und Cúber zu einem Pumpwerk bei Lloseta, bei dem man bei der Anfahrt vorbeigekommen ist.


Die steinige Piste führt dann (Steinmännchen) zu einem Sattel und von dort zu einer Geröllzunge, die auf einer Trittspur gequert wird. Der Pfad verläuft dann in einigen Kurven sehr steil aufwärts (Steinmännchen) zu einem größeren Geröllfeld, das ebenfalls gequert wird. Man erreicht nach einem steilen Aufstieg (Steinmännchen, rote Kleckse) einen weiteren Sattel, wobei die Gehzeit vom Es Pas Llis bis hier rund
20 Minuten betragen hat.


Nun beginnt der Aufstieg durch die Coma des Ases, die Talsenke der Esel. Die Coma ist nach den Last­tieren benannt, die jahrhundertelang auf Pfaden dieser Wanderung Güter aller Art transportiert haben. Das heutige Refugi des Tossals Verds, das als „El Tossal“ im Jahr 1343 erstmals urkundlich erwähnt worden ist, gehörte Ende des 16. Jahrhunderts zur Possessió Cúber. Dieser ertragreiche Gutshof wurde in den 1960er Jahre im Zuge der Errichtung des Stausees Cúber abgerissen.


Die Coma des Ases liegt inmitten einer bezaubernden Berglandschaft. Auf der linken Seite erheben sich die Steilwände und bizarren Zinnen des Morro de Cúber. Rechts befinden sich die Felswände des Tausenders Puig de sa Torre. Ein Blick zurück zeigt das Massiv des Puig de sa Rateta.


Die Route verläuft dann durch die Coma (Steinmännchen) zunächst eben, später nicht allzu steil aufwärts zu einer Felsbresche. Man folgt dann einem Pfostenpfeil und gelangt auf der nicht allzu steilen, steinigen Piste zu einer Weggabelung. Hier verweist ein Schild „Font d’ Enmig“ links auf eine etwa 30 Meter entfernt liegenden Quelle mit einem Stollen. Wer zu der Font geht, wird dann auch zwei Flügel eines Kleinflugzeugs entdecken, das vor etlichen Jahren hier abgestürzt ist und an dessen Wrack man weiter oben vorbeikommen wird. Die Gehzeit von dem Sattel bis hier hat rund 20 Minuten betragen.


Der Wanderer folgt nun geradeaus dem Schild „GR 221, Font des Noguer, Cúber“, passiert etwas später das Flugzeugwrack und einen Pfostenpfeil. Danach knickt die Piste links ab und schraubt sich in sehr steilen Kurven nach oben. Rund eine Viertelstunde nach der Weggabelung ist dann bei einer Mauer der Coll des sa Coma des Ases mit einer Lücke erreicht, die Es Portellet dóna genannt wird.


Hinter der Bresche sollte man bei einer Pause die sensationelle Aussicht genießen: Der Blick schweift von dem Stausee Cúber über den Gebirgszug Serra de Son Torrella, den Penyal des Migdia, den Puig Major, den Puig de ses Vinyes, den Stausee Gorg Blau bis hin zum Puig Roig im Nordwesten. Rechts gegenüber erheben sich der Puig de Sa Font Oest (West) und der Puig de sa Font Est (Ost).


Weiter geht es von dem Portellet auf einem steinigen Pfad (Pfostenpfeil), der in engen Kehren (Markierungen) teils sehr steil talwärts verläuft. Nach rund einer Viertelstunde wird dann kurz vor der Straße Ma-10 rechts auf einen Weg abgebogen. Man folgt dann den Schildern „GR 221, Font des Prat, Refugi des Tossals Verds“.


Unterhalb der Font des Noguer beginnt dann eine ebene Piste, die parallel der Wasserrinne Canal des Embassements verläuft. In der Betonrinne wird Wasser vom Stausee Gorg Blau zum Sammelbecken Cúber geleitet. Der Wanderer genießt den Ausblick auf den Gorg Blau, den Steilzahn Morro d’ Almallutx, die Serra des Teixos und den Puig de Massanella und gelangt nach rund 45 Minuten zu einer kleinen Brücke (Pfostenpfeil, Beschilderung), die über den Canal führt.


Man durchschreitet ein Tor und erreicht nach rund zehn Minuten den Coll des Coloms. Auf dem Langwanderweg GR 221 folgt man dann den Schildern „Refugi des Tossals Verds“, Pfostenpfeilen und Steinmännchen. Der Wanderer quert später den Torrent des Prat auf einer Holzbrücke, kurz darauf nochmals auf Trittsteinen und passiert danach ein Tor. Von hier ist links ein besonders schöner Blick auf den Aquädukt es Arcs, der Bestandteil der Canaleta de Massanella ist, möglich. Schließlich wird nach rund 35 Minuten der Coll des Pou de sa Bassola erreicht.


Am Sattel biegt man nun rechts (Schild „Refugi des Tossals Verds, Pou de sa Coma“) und bei einem Pfostenpfeil links ab. Ein steiniger Pfad verläuft dann talwärts (Steinmännchen, Pfostenpfeil). Nach rund 20 Minuten kommt der Wanderer an dem Brunnen Pou de sa Coma vorbei und gelangt dann zu einer Weggabelung, bei der er links (Schild „Pica des Garrover, Refugi des Tossals Verds“) abbiegt.


Ein Trampelpfad führt nun in rund zehn Minuten teils steil hinauf zu einem Sattel und von dort (Beschilderung) hinab zum Refugi des Tossals Verds. Nun sind auf der Hinroute noch rund 40 Minuten bis zum Gutshof Almadrà zu wandern.

 

Wegstrecke
12 km


Nettogehzeit
rund 3 Std. 45 Min.


Höhenunterschied
Aufstieg 290 m Abstieg: 800 m


Schwierigkeitsgrad
****

 

Anfahrt von Palma: siehe Teil 1 der Wanderung.


Tourencharakter: Der leichtere Teil der insgesamt anspruchsvollen und langen Wanderung, die gute Kondition erfordert. Die Tour nur bei stabiler Hochdruckwetterlage machen.


Ausrüstung: Wanderstiefel, Proviant, Wasser.


Einkehr: Lokale in Lloseta. Wann die Herberge Refugi des Tossals Verds nach der Renovierung wieder öffnet, ist noch nicht bekannt.

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