Wandern

Tour im Westen: Zum Erdbeerbaum

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Calvià - Mallorca

Eine Wanderung in der Umgebung von Calvià auf den Mirador de n’ Alzamora
 

ROLAND OTTO

Die leichte Wanderung beginnt bei Kilometerstein 6,4 der Ma-1043, bei der sich links ein Tor mit Durchlass befindet. Ein Schild weist darauf hin, dass Hunde nicht mitgeführt werden dürfen. Eine weitere Tafel der Gemeinde Calvià befasst sich mit dem Pilzsammeln. Die Schwammerl sind in dieser Gegend reichlich vorhanden. Wer sich allerdings bei Pilzen, die auf Mallorca heimisch sind, nicht auskennt, sollte sie in der Erde lassen.


Nach dem Tor werden zunächst ein zur Waldbrandbekämpfung eingerichteter Wassertank und ein ehemaliger Steinbruch passiert. Eine breite Piste führt dann in rund fünf Minuten zu einer über den Weg gespannten Eisenkette. Hier findet der Wanderer einen Schilderwald vor. So sind an einem Stamm einer Kiefer gleich drei Schilder befestigt: Eines zeigt nochmals das Verbot des Mitführens von Hunden an. Ein anderes weist das Areal als Gebiet der Hochwildjagd aus. Ein schon vor zwölf Jahren vorhandenes Schild an der Kiefer verbietet zudem das Weitergehen über Privatgebiet. Dieses Verbotsschild wird allerdings durch ein neues Schild an einer anderen Kiefer ad absurdum geführt, weil es das Wandern (und auch Mountainbiken) an den ersten drei Werktagen der Woche und freitags erlaubt. Donnerstags, an den Wochenenden und an Feiertagen ist das Naherholungsgebiet der Stadt Palma und der Gemeinde Calvià den Jägern vorbehalten, die hier vor allem Rebhühnern und Kaninchen nachstellen.


Weiter geht es von der Eisenkette auf der breiten Waldpiste, die nach etwa 150 Metern zu einer Weggabelung führt. Hier verlässt man rechts den Hauptweg (zwei rote Markierungen). An dieser Stelle wird man auf dem Rückweg wieder ankommen. Eine schmalere, steinige Piste führt nun leicht aufwärts oder auch mal eben durch einen lichten Kiefernwald. In der Umgebung fallen ganze Kolonien von Erdbeerbäumen auf, deren holzige Stämme runde Laubkronen haben. Viele der Sträucher präsentieren sich im Spätherbst als farbenprächtiges Kunstwerk der Natur, da sie gleichzeitig weiße und rosarote Blüten, gelbliche Beeren und knallrote Früchte tragen. 


Man bleibt dann immer auf dem Hauptweg, ignoriert mehrere Abzweige und umrundet die Senke Comellar d’ Infern. Nach einem zerfallenen Kalkofen windet sich die steinige Piste in teils mauergestützten Kehren steil nach oben. Schließlich werden eine Hochebene und dann eine Weggabelung mit einer hohen Steinpyramide erreicht, bei der rechts auf eine steinige Piste abgebogen wird. Auf dieser gelangt man dann zu dem Mirador de n’Alzamora, der sich auf dem Puig de s’Àliga befindet. Die Gehzeit von der Eisenkette mit den Verbotsschildern bis hier hat rund 30 Minuten betragen.


Der Mirador wurde 1931 als Wanderhütte, von der nur noch Mauerreste vorhanden sind, von dem Tourismus-Verband Mallorcas errichtet. Er ist nach Ferran Alzamora i Gomà benannt, der von 1919 bis 1925 Präsident des Foment del Turisme gewesen ist.


Von dem fast 440 Meter hoch gelegene Aussichtspunkt hat man einen grandiosen Blick: Direkt gegenüber erheben sich die Mola de s’ Esclop, der Tausender Puig de Galatzó und der Puig de na Bauçana. Links ist das Meer bei Santa Ponça und Peguera zu sehen. Richtung Nordwesten schweift bei klarer Sicht der Blick von der Mola de Planícia über die Fita del Ram, die Talaia Vella bei Valldemossa, den Penyal des Migdia, den Puig Major bis hin zu dem Puig de ses Bassetes und dem Puig de Massanella.


Nach einer ausgedehnten Pause begibt man sich in rund fünf Minuten wieder zurück zu der Weggabelung mit der Steinpyramide und biegt dort rechts ab. Der Wanderer ignoriert wenige Schritte weiter zwei Steinmännchen, die rechts auf einen Abstieg in die Senke Coma de s’ Àliga verweisen.


Die steinige Piste führt dann leicht abwärts, wobei Steinmännchen die Richtung zeigen. Schließlich wird eine Stelle erreicht, bei der auf einem felsigen Pfad ein steiler Abstieg beginnt (Steinmännchen). Bei dieser Passage ist absolute Tritt­sicherheit gefragt. Man quert dann eine torrentera, ein kleines Bachbett, wobei die Gehzeit von der Weggabelung mit der Steinpyramide bis hier rund eine Viertelstunde betragen hat.


Nach dem Bachbett führt (roter Klecks) ein breiterer Pfad leicht aufwärts durch einen lichten Kiefernwald in rund zehn Minuten zu einem breiten Weg. Hier wird nun links (Steinmännchen) abgebogen. Die Route verläuft jetzt in leichtem Auf und Ab, später auch steiler ansteigend in weiteren rund zehn Minuten bis zur nächsten Weggabelung, bei der links auf einen breiten Wirtschaftsweg abgebogen wird. Nach wenigen Metern ist der Coll des Pastors erreicht, auf dem drei höhere Kiefern stehen und sich ein Schild mit dem Hinweis befindet, dass die Wanderung nur an den ersten drei Werktagen der Woche und freitags stattfinden kann.


Der Wanderer bleibt nun auf der Hauptpiste und steigt auf dieser auf. Bald ist ein wunderschöner Ausblick auf Palma, seine Bucht, das Cap Blanc und den Archipel Cabrera möglich. Bei guter Sicht ist in der Ferne bei Artà sogar die Halbinsel Ferrutx mit ihren markanten Gipfeln zu erkennen.


Man gelangt dann unterhalb des 504 Meter hohen Puig d’en Bou zu einem Sattel. Hier beginnt auf der breiten Piste der steile Abstieg bis zu der Weggabelung mit den beiden roten Markierungen, an der man auf dem Hinweg vorbeigekommen ist. Die Gehzeit vom Coll des Pastors bis hier hat rund 20 Minuten betragen. Nun sind rechts auf der Hinroute noch rund zehn Minuten bis zu Kilometerstein 6,4 der Land­straße Ma-1043 zu wandern.

 

Wegstrecke
7 km (hin und zurück)


Nettogehzeit
rund 1 Std. 45 Min.


Höhenunterschied
160 m

 

Anfahrt von Palma:
Auf der Ma-20 bis zur Ausfahrt Gènova, dann auf der Ma-1043 bis Kilometerstein 6,2. Hier befinden sich links am Straßenrand einige Parkmöglichkeiten.


Tourencharakter:
Leichte Wanderung auf breiten Waldwegen und steinigen Pfaden. Die roten Früchte des Westlichen Erdbeerbaums sind genießbar. Mallorquiner destillieren aus den Früchten einen Likör oder kochen daraus ein schmackhafte Marmelade. Hinweis: Die Wanderung ist nur montags, dienstags, mittwochs und am Freitag gestattet.


Ausrüstung: Wanderstiefel, Wasser, Proviant.


Einkehr: Lokale in Gènova


Schwierigkeitsgrad
**

 

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