Wandern

Tour ganz im Westen: Den Schmugglern auf der Spur

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Andratx - Mallorca

Eine Wanderung von Sant Elm zum Naturstrand Cala en Basset und zum Wachturm über der Bucht

ROLAND OTTO

Die leichte Wanderung beginnt in Sant Elm bei der Plaça de Mossen Sebastiá Grau. Dort biegt man auf die Straße Avinguda de la Trapa ein. Die Fahrbahn geht in den Forstweg Camí Can Tomeví über, der durch einen lichten Kiefernwald gemächlich ansteigt. Rund eine Viertelstunde nach Tourstart wird das verlassene Waldhaus Can Tomeví erreicht. Bei dem Anwesen befindet sich eine Weggabelung, bei der der linke Abzweig mit dem Schild „Torre“ zu ignorieren ist. Man folgt geradeaus einem Pfosten mit der Aufschrift „La Trapa“, einem Holzschild „Ca. Embasset“ und einem roten Farbklecks.


Eine breite Waldpiste führt nun moderat ansteigend aufwärts. Man bleibt immer auf dem Hauptweg und erreicht nach rund fünf Minuten eine Kreuzung. Hier befinden sich links zwei niedrige Mauerpfeiler, die man passiert. Danach führt eine breite Piste zu einem verschlossenen Eisentor und einem Sattel, auf dem der Forstweg rechts abknickt. Nach einem sogleich folgenden Eisengitter, das umgangen wird, verläuft die Route in Kehren steil abwärts bis zu einer Stelle, bei der eine Steinpyramide steht. Hier beginnt links auch ein Pfad, auf dem später zum Wachturm Torre en Basset weitergegangen wird. Die Gehzeit von den beiden Mauer­pfeilern bis hier hat rund zehn Minuten betragen.


Nun wandert man aber geradeaus weiter und gelangt nach etwa 20 Metern zu den Cases de Can Basset. Das Anwesen wurde 1252 erstmals urkundlich erwähnt. Einige Jahrhunderte später war die Gegend hier bewirtschaftet. Fotos aus den 1990er Jahren zeigen die Cases als Ruine mit eingestürzten Mauern, in der Reste einer tafona,
einer Ölmühle, zu sehen sind. Dies deutet darauf hin, dass sich auf dem heute mit Kiefern bewaldeten Areal einst Olivenhaine befunden haben. Vor einigen Jahren wurden die Natursteinmauern und das Dach des Anwesens zwar restauriert, doch das Innere des Gebäudes ist in einem desaströsen Zustand. Neben dem Steinhaus lagern Bauschutt und auf Paletten Zementsäcke, die durch Regen hart wie Stein geworden sind.


Weiter geht es von den Cases geradeaus auf dem breiten Weg. Nach etwa 200 Metern verweisen ein Steinmännchen und ein roter Punkt links auf einen Pfad. Zuvor lohnt es sich aber, noch fünf Meter geradeaus zu einer Hüttenruine zu gehen, bei der sich eine Plattform befindet. Hier ist ein herrlicher Ausblick auf die Cala en Basset möglich. Anschließend begibt man sich wieder zurück zu dem Steinmännchen, dem roten Punkt und dem Pfad. Dieser führt in rund fünf Minuten zur Cala en Basset, wobei Steinmännchen den Wegverlauf zeigen. Die letzten Meter zum Kiesel- und Felsstrand der Bucht muss man auf griffigem und trittsicherem Gestein herunterkraxeln.


Mitte des 20. Jahrhunderts herrschte in der Cala noch ein geschäftiges Treiben. Der Großschmuggler Juan Flexas Pujol aus Andratx verschiffte von hier Unmengen Kaffee, Tabak, Medikamente, Alkohol und Bauholz nach Valencia und Katalonien. Flexas gehörte von 1941 bis 1974 auch die Insel Dragonera, deren Höhlen er für das Verstecken seiner Schieberware nutzte.


Heute ist die Cala en Basset dagegen ein maritimes Schmuckstück und für Natur- und FKK-Fans ein magischer Ort. Das liegt auch an dem roten Lehm, arcilla roja, der hier auf Felsen klebt. Mit Meerwasser vermischt, ist er leicht auf Haut und Haare aufzutragen. Die Fango-Packung lässt man etwa eine halbe Stunde einwirken und spült sie dann im Wasser ab.


Links oberhalb der Bucht ist auf der Steilklippe Es Niu de s’ Àguila (das Nest des Fisch­adlers) der Wachturm Torre de Cala en Basset zu sehen, der das nächste Etappenziel ist. Dazu begibt man sich wieder zurück zu den Cases de Can Basset und der oben erwähnten Steinpyramide und biegt dort rechts auf einen Trampelpfad ab.


Dieser führt (roter Punkt) nach etwa 30 Metern zu einer Weggabelung. Nun beginnt links (Steinmännchen, roter Klecks) auf einem steinigen Pfad ein steiler Aufstieg, wobei man den roten Markierungen und Steinmännchen folgt. Rund 20 Minuten nach der Cala en Basset ist eine kleine Lichtung erreicht, auf der sich eine Stein­pyramide und ein auf dem Erdboden ausgelegter Steinpfeil befinden. Der Wanderer biegt nun rechts ab und erreicht auf einem Pfad in rund fünf Minuten den Torre de Cala en Basset.


Der Wachturm ist Ende des 16. Jahrhunderts zum Schutz vor Piraten erbaut worden. Die beiden Wachräume neben dem Torre wurden allerdings erst während des Spanischen Bürgerkriegs von dem Franco-Militär errichtet, um die strategisch wichtige Meerenge zwischen der Insel Dragonera und Sant Elm zu kontrollieren.


Die Aussicht aus 115 Metern Höhe ist fantastisch: Dragonera präsentiert sich fast in seiner gesamten Länge. Der über 350 Meter hohe Drachenkopf Puig des Far Vell, auch Na Pòpia genannt, erhebt sein mächtiges Haupt. Auch der Tiefblick auf die Cala en Basset beeindruckt.


Nun begibt man sich in rund fünf Minuten wieder zurück zu der kleinen Lichtung und folgt dort geradeaus einem roten Klecks. Eine Waldpiste verläuft dann abwärts (Steinpyramiden). Man gelangt nach rund zehn Minuten zu einer Weggabelung und biegt dort links auf eine breite Piste ab. Diese führt weiter abwärts in rund fünf Minuten zu einer anderen Weggabelung, bei der rechts (roter Klecks) abgebogen wird. Auf einem breiten Weg werden geradeaus wenig später eine Schotterpiste und links dann die ersten Häuser von Sant Elm erreicht. Am Ende der Carrer de na Pòpia wird links und kurz darauf rechts in die Avinguda s’ Algar abgebogen, auf der man rund zehn Minuten nach der Schotter­piste wieder zur Plaça de Mossen Sebastiá Grau gelangt.

 

Wegstrecke
6 km (Rundtour)


Nettogehzeit
rund 1 Std. 30 Min.


Höhenunterschied
130 m


Schwierigkeitsgrad
**

 

Anfahrt von Palma: Auf der Ma-1 bis Andratx, dort auf der Ma-1030 nach Sant Elm. Dort den Schildern „Centre“, „La Trapa“ und „Sa Torre de Cala Embasset“ folgen. Parkmöglichkeiten an der Plaça de Mossen Sebastiá Grau oder in der Avinguda de sa Trapa.


Tourencharakter: Leichte Wanderung auf breiten Waldwegen und Trampelpfaden. Beim Kurzabstieg zur Cala en Basset ist Trittsicherheit notwendig.


Ausrüstung: Leichte Wanderschuhe, Wasser, Sonnenschutz und Badesachen.


Einkehr: Restaurants und Bars in Sant Elm.
 

Fotogalerie

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