Wandern

Tour beim Kloster Lluc: Kein Sonntagsspaziergang

2 Stimmen

Escorca - Mallorca

Eine Wanderung auf den Puig de n’ Alí durch die Senke Comellar de s’ Homo

ROLAND OTTO

Die anspruchsvolle Wanderung beginnt bei Kilometerstein 10 der Landstraße Ma-2130 gegenüber dem Picknickplatz „Sa Coveta Negra“. Dort befindet sich ein Tor mit einer Holzleiter. Dahinter führt ein breiter, steiniger und teils auch asphaltierter Waldweg steil nach oben. Bald sind erste Steinmännchen und später rote Kleckse vorzufinden. Die teils mauergestützte Piste, die durch die Senke Comellar de s’ Homo verläuft, ist dann weiter oben mit Sträuchern ziemlich verwachsen, wobei aber Steinmännchen und rote Kleckse die Richtung zeigen.


Schließlich wird rund 25 Minuten nach Tourstart ein Köhlerplatz mit zwei Grillstellen erreicht. Von dort führt ein Trampelpfad jetzt nur leicht ansteigend (Steinmännchen, rote Punkte) zu einem weiteren Köhlermeiler und von dort zu einer mäßig bewaldeten Mulde, die Cocós genannt wird. Hier knickt die Route links weg. Auf Pfad­resten und über flaches Gestein (Steinmännchen) wird dann ein großer Köhlerplatz erreicht, der von einer hohen Mauer gestützt wird. Die Gehzeit von dem Köhlermeiler mit den Grillstellen bis hier hat rund eine Viertelstunde betragen. Hier fällt geradeaus oben auf einer Felsrampe eine Stein­pyramide auf, zu der nun auf tritt- und grifffestem Gestein aufgestiegen wird.


Nun beginnt die Kraxelei über die Ostflanke des Puig de n’ Alí. Der Wanderer merkt sofort, dass der Steilaufstieg kein Sonntagsspaziergang ist. Denn die folgende, teils sehr steile Route führt fast ausschließlich über spitzes Karstgestein, Karstplatten, Geröll und Karrenrinnen. Dabei muss man des Öfteren den Fels greifen. Zudem muss jeder Schritt und Handgriff vorher auf sicheren Stand und Halt geprüft werden, weil das Gestein oft lose und brüchig ist. Der Wanderer findet aber beim Aufstieg bis zum Gipfel durchgängig gesetzte, oft weithin sichtbare Steinmännchen und rote Markierungen vor, die die sicherste Route zeigen. An diese Wegweiser muss man sich unbedingt halten. Zuweilen verdecken unterdessen gewachsene Sträucher und auch umgestürzte Kiefern die Wegweiser. In diesem Fall hält man sich an die Wanderregel, zum letzten Steinmännchen oder roten Klecks zurückzugehen und in der unmittelbaren Umgebung nochmals nach den anschließenden Markierungen Ausschau zu halten.


Die Route verläuft von der Felsrampe im Zickzack sehr steil nach oben. Nach rund 30 Minuten gelangt man dann zu einer Kieferngruppe und von dort nach einer weiteren Kraxelei in rund einer Viertelstunde zu einem relativ flachen Abschnitt. Oben ist nun das Gipfelmassiv des Puig de n’ Alí zu sehen. An dessen linken Rand kann der Wanderer eine Felswand ausmachen, zu der jetzt aufgestiegen wird.


Man gelangt dann nach rund einer Viertelstunde zu einem weiteren Kiefernwäldchen und steigt weiter in Richtung Felswand auf. Der Wanderer erreicht eine Stelle mit einem roten Pfeil, folgt dann den Steinmännchen und gelangt nach rund zehn Minuten zu der Wand. Rote und blaue Punkte sowie Steinmännchen verweisen nun rechts auf einen felsigen Pfad, der zu einem kleinen Sattel mit einer Steinpyramide führt. Hier beginnt links später der Abstieg. Der Gipfel des Puig de n’ Alí wird halb rechts auf einem Pfad, über Fels und nach einer einfachen Klettereinlage erreicht, wobei die Gehzeit von der Felswand bis hier rund zehn Minuten betragen hat.


Die Aussicht von dem 1.038 Meter hohen „Berg des Flügels“ ist exzellent. Gegenüber türmen sich das Massanella-Massiv und der Puig de ses Bassetes auf. Westlich und nordwestlich sind der Puig d’en Galileu, der Puig Caragoler de Feminia und der Puig Tomir zu erkennen, nach Norden kann man die Buchten von Pollença und Alcúdia sehen. Bei klarer Sicht ist sogar die Nachbarinsel Menorca zu erblicken. Tief im Südwesten lugt die markante Silhouette des Puig de Galatzó hervor.


Nach einer ausgedehnten Pause begibt man sich wieder zu dem Sattel mit der Steinpyramide und biegt dort rechts ab (Steinmännchen). Ein steiniger, teils sehr steiler Trampelpfad schlängelt sich jetzt in engen Kehren abwärts. Dabei sind auch einige schräg liegende Felsplatten zu passieren. Die Route ist durchgehend mit Steinmännchen und roten Klecksen markiert, denen man konsequent folgt. Nach rund 40 Minuten ist der Coll de sa Línea erreicht, auf dem zwei Dreikantsteine stehen und bei dem rechts abgebogen wird.


Ein breiter Waldweg führt nun abwärts. Nach etwa 200 Metern verweisen zwei Steinmännchen und ein roter Punkt nach rechts. Man gelangt sogleich zu einem Köhlerplatz, folgt den roten Punkten und Steinmännchen und passiert weitere Köhler­meiler. Die Route zum Pas de n’ Arbona verläuft nun leicht abfallend durch oder entlang des Torrent de Coveta Negra. Dabei zeigen viele Steinmännchen und rote Kleckse die Richtung. Schließlich wird nach rund 25 Minuten der Pas de n’ Arbona, ein Felsdurchbruch, erreicht.


Vom Pass führt die Route geradeaus nach ein paar Schritten zu einem kleinen Mäuerchen. Nun beginnt der Abstieg durch eine Tal­senke auf Pfadresten und über flaches Gestein. Durchgehend vorhandene Steinmännchen und rote Markierungen schicken den Wanderer in teils sehr steilem Zickzack talwärts. Später wird dann auch auf längeren Pfadabschnitten abgestiegen. Schließlich ist rund 30 Minuten nach dem Pas de n’ Arbona ein breiter Weg erreicht, bei dem links (roter Klecks) abgebogen wird.


Die holprige Piste führt dann leicht absteigend in fünf Minuten zu einen breiten Forstweg, bei dem rechts (Pfostenpfeil) abgebogen wird. Auf der Waldpiste gelangt man immer geradeaus nach rund einer Viertelstunde zu einem Tor mit einer Leiter. Dahinter sind es noch 30 Meter bis zu dem Picknickplatz „Sa Coveta Negra“ bei Kilometerstein 10 der Ma-2130 zu gehen.
 

 

Wegstrecke
9 km (Rundtour)


Nettogehzeit
rund 4 Std.


Höhenunterschied
670 m


Schwierigkeitsgrad
****

 

Anfahrt von Palma: Auf der Ma-13 nach Inca, dort auf der Ma-2130 Richtung Kloster Lluc bis kurz vor Kilometerstein 10 zu dem Picknickplatz „Sa Coveta Negra“. Hier sind auch reichlich Parkplätze vorhanden.


Tourencharakter: Anspruchsvolle Wanderung über Karstfels, auf steinigen Köhlerpfaden
und Waldwegen. Absolute Trittsicherheit, Schwindelfreiheit, einfache Klettertechnik und gute Orientierung notwendig. Die Tour nur bei stabiler Hochdruckwetterlage machen.


Ausrüstung: Wander­stiefel mit sehr guter Profilsohle, Wasser, Proviant.


Einkehr: Lokale in Caimari.

Fotogalerie

Karte