Wandern

Tour im Nordosten: Auf den Spuren der Geschichte

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Artà - Mallorca

Eine Wanderung bei Artà durch den Naturpark Llevant, Teil 2
 

In der letzten Ausgabe der Mallorca Zeitung (Nr. 668 vom 21.2.2013) wurde der Abschnitt von der Finca pública s’ Alqueria Vella de Baix bis zu den Cases d’ Albarca beschrieben. Teil 2 der Wanderung führt nun von den Cases d’ Albarca zu dem Strand s’ Arenalet des Verger und von dort nach einem langen Anstieg über den s’ Esquena Llarga (langer Rücken) wieder zurück zur Finca pública s’ Alqueria Vella de Baix.


Nach einer ausgedehnten Pause begibt man sich nun wieder zu dem letzten Abzweig, den man sich beim Hinweg gemerkt hat und folgt rechts den Schildern „s’ Arenalet“ und „Nr. 7, Horts Vells d’ Albarca“. Eine breite Piste führt dann nach etwa 100 Metern zu einer Stelle, an der ein Schild „Mirador de sa Senyora“ rechts auf einen Weg verweist.


Der kurze Abstecher zu einer Aussichtsplattform lohnt sich, weil von dort bei guter Sicht die Nachbarinsel Menorca zu sehen ist. Aber auch der Blick auf die nähere Umgebung ist imposant. Rechts sind die Talaia de Son Jaumell und der Puig de s’ Àguila bei der Cala Mesquida zu sehen. Links erheben sich die Talaia Moreia, der Puig de sa Tudossa und der Gipfel Es Porrassar.


Anschließend begibt man sich wieder zurück zum Hauptweg und biegt dort rechts ab. Der Wanderer kommt sogleich an einem Kalkofen und einem Pfosten mit Lautsprecher-Piktogramm vorbei und passiert ein offenes Tor. Die breite Piste verläuft dann in einigen Kehren abwärts. Rund 20 Minuten nach den Cases d’ Albarca ist eine Kreuzung erreicht, bei der man auf dem Hauptweg (Schild „s’ Arenalet“) bleibt. Zwei gleich folgende Tafeln zeigen an, dass dort das Gebiet der Finca pública d’ Albarca und des Naturparks Llevant endet. Das anschließende Areal ist im Besitz eines Bankhauses, das dem Vernehmen nach das Gelände wieder verkaufen will.


Auf der breiten Piste wird bald ein trockenes Bachbett gequert. Danach steigt die Piste steil an und führt zu einem offenen Tor. Man bleibt dann geradeaus auf dem Hauptweg (roter Klecks und schwarze Schrift „s’ Arenalet“ auf einem Findling) und gelangt zu einem Sattel. Von dort wird dann die Steinhütte Caseta des Milicians erreicht. Die Gehzeit von der Kreuzung mit dem Schild „s’ Arenalet“ bis hier hat rund 20 Minuten betragen.


Die Wachhütte wurde Anfang des 20. Jahrhunderts für die Küstenwacht errichtet, um den organisierten Schmuggel in der Region zu unterbinden. Die Erfolge der Polizei waren allerdings sehr bescheiden. Die Schmuggler fanden in den Höhlen der Steilklippen am Cap de Ferrutx immer wieder neue Verstecke für ihre Ware.


Weiter geht es von der Caseta des Milicians auf der breiten Piste Richtung Meer, das in rund zehn Minuten bei dem Strand Sa Font Celada erreicht ist. Links vom Strand führt dann ein breiter Weg parallel zum Meer in rund zehn Minuten zum Strand s’ Arenalet des Verger und zur Herberge Refugi de s’ Arenalet. Hier weisen Schilder darauf hin, dass nun wieder das Gebiet des Parc Natural de la Península de Llevant beginnt. Auch im Winter oder Frühjahr ist der Strand s’ Arenalet ein traumhafter Ort.


Bei dem Refugi folgt man dann links den Schildern „Nr. 5, s’ Esquena Llarga“ und „GR 222, Campament dels Soldats“. Der Wanderer befindet sich jetzt auf dem Langwanderweg GR 222, der von Artà zum Kloster Lluc verläuft.


Eine breite Piste führt bald zu einer Weggabelung, bei der man geradeaus auf dem Hauptweg bleibt (Schild „Nr. 5, Esquena Llarga, Refugi dels Oguers“). Der Weg schraubt sich in Kurven steil nach oben. Nach rund einer Viertelstunde ist die Herberge Refugi de la Casa des Oguers erreicht. Dort steigt man weiter (Pfostenpfeil) auf und gelangt sogleich zur Quelle Font des Oguers.


Der steinige Wirtschaftsweg windet sich nun teils sehr steil über die Ostflanke des Puig de sa Font aufwärts. Rund 20 Minuten nach der Font des Oguers ist dann eine Stelle erreicht, bei der zwei Schilder („Nr. 5, s’ Esquena Llarga, s’ Alqueria Vella“ und „GR 222, Campament des Soldats, Ermita de Betlem“) nach rechts verweisen.


Die steinige Piste führt nun in einem längeren Aufstieg hinauf zu einer Hochebene. Man orientiert sich in der Folge weiterhin an Pfostenpfeilen und gelangt nach einem ständigen und leichten Auf und Ab zu einem breiten Fahrweg. Die Gehzeit von dem Abzweig mit der Beschilderung bis hier hat rund 40 Minuten betragen.


Man folgt nun links dem Schild „GR 222, Campament des Soldats, Betlem“). Die Kieselpiste, der Camí dels Presos (Weg der Gefangenen), führt aufwärts. Zwischendurch gibt es auch ebene Abschnitte. Weiter oben verweist ein Schild rechts (Aufschrift wie oben) auf einen breiteren Pfad. Man kann beide Wege gehen, weil sie später wieder zusammenführen. Schließlich ist rund 45 Minuten nach dem Abzweig auf den Fahrweg das Campament des Soldats erreicht.


In diesem Zwangsarbeiterlager waren nach dem Spanischen Bürgerkrieg in den Jahren 1941/42 republikanische Kriegsgefangene interniert. Die über 900 Inhaftierten mussten auf Befehl der Franco-­Militärs den Camí dels Presos bauen, der den in der Gegend stationierten Artillerieeinheiten der Falangisten als Versorgungsweg diente.


Von dem Gefangenenlager wandert man ein Stück auf dem Fahrweg weiter und folgt dann den Schildern „Nr. 3, Camí dels Presos, Pàrquing“ und „GR 222, Ermita de Betlem, Betlem“. Ein Pfad führt nun durch einen Kiefernwald abwärts, wobei Pfostenpfeile die Richtung zeigen. Man gelangt schließlich wieder auf den Fahrweg und folgt der Beschilderung „Betlem“. Ein bald nach rechts verweisender Pfostenpfeil bei einer Holztür ist zu ignorieren, da er die Route zur Ermita de Betlem anzeigt. Geradeaus wird auf der Piste in rund 30 Minuten die Finca pública s’ Alqueria Vella de Baix erreicht.
 

 

Wegstrecke
11 km (2. Teilstück)


Nettogehzeit
rund 3 Std. 30 Min.


Höhenunterschied
370 m


Schwierigkeitsgrad
***

 

Anfahrt von Palma: Siehe Teil 1 der Wanderung (MZ Ausgabe 668 vom 21.2.2013).


Schwierigkeitsgrad: Insgesamt sehr lange Wanderung, die eine gute Kondition erfordert. Die Route verläuft auf breiten Wegen und steinigen Pisten. Bei der Länge der Tour früh starten. Öffnungszeiten des Informations­büros des Parc natural de la Península de Llevant: 8-15 Uhr, täglich.


Ausrüstung: Wanderstiefel, Regen­schutz, Wasser, Proviant.
Einkehr: Lokale in Artà.

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