Wandern

Tour im Nordosten: Herbe Schönheit

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Artà - Mallorca

Eine Wanderung bei Artà durch den Naturpark Llevant, Teil 1

Das raue Landschaftsbild auf der Halbinsel Ferrutx im Nordosten Mallorcas bei Artà wird durch tief eingeschnittene Talsenken, gewaltige Steilklippen, unberührte Strände und durch die imposanten Gipfel des Mittelgebirges Serra d’ Artana geprägt. Diese Rundtour führt zum größten Teil durch den Naturpark „Parc natural de la Península de Llevant“. Im Teil 1 der Wanderung wird der Abschnitt von der Finca pública s’ Alqueria Vella de Baix zu dem Gutshof Cases d’ Albarca beschrieben.


Die mittelschwere Wanderung beginnt am Parkplatz der Finca pública s’ Alqueria Vella de Baix. Das Anwesen wurde im Jahr 2001 vom balearischen Umweltministerium gekauft. Zusammen mit den schon ein Jahr vorher erstandenen Landgütern Es Verger und Cases d’ Albarca wurde das Areal dann von der Balearen-Regierung zum Natur­park erklärt. Das Naturschutzgebiet hat eine Fläche von fast 1.700 Hektar.


Vor Tourstart sollte man aber noch dem Centre d’ Informació einen Besuch abstatten. Das Informationszentrum ist in den einstigen Häusern von s’ Alqueria Vella de Baix untergebracht. Dort sind kostenlose Faltblätter (auch auf Deutsch) mit einer Vielzahl von Infos über den Naturpark und seine Wanderrouten erhältlich.


Auf dem Parkplatz informiert eine große Tafel zudem über die Streckenführung der dreizehn, mit verschiedenen Farben versehenen Wanderrouten. Die hier beschriebene Wanderung hat die Nummern 1, 2, 3 und 5. Nur als Weg und ohne Nummer verzeichnet ist auf der Karte der Abschnitt von den Cases d’ Albarca zu dem Strand Platja de s’ Arenalet. Diese Teilstrecke verläuft über ein Gebiet, das nicht mehr zum Naturpark gehört.


Los geht also die Wanderung am Parkplatz von s’ Alqueria Vella de Baix, bei dem ein Schild „s’ Alqueria Vella – Es Verger, Nr. 1“ auf eine breite Piste verweist. Diese knickt bald darauf links weg und führt dann zu einem Tor mit einer Pforte. Dahinter verläuft die Piste leicht ansteigend durch ein Tal, dessen Vegetation aus Dissgras, Zwergpalmen, den palmitos, Oliven­bäumen und einzelnen Kiefern besteht. Nachdem man eine Hausruine passiert hat, ist rund 25 Minuten nach Tourstart der Coll des Verger mit einem Mauerdurchlass und einem offenen Tor erreicht.


Auf dem Sattel befindet sich ein alter Dreschplatz für Getreide. Ein Schild informiert darüber, dass auf dem Gebiet der Possessió Es Verger jahrhundertelang Wein, Oliven und Weizen angebaut wurden. Die Ernte muss aber wenig ertragreich gewesen sein. Nicht umsonst heißt ein Berg in der Nähe Puig de Pocafarina, „Berg des wenigen Mehls“.


Hinter dem Sattel verläuft die Piste dann in einigen steilen Kehren in rund fünf Minuten hinab zum Gutshof Es Verger, der schon im 14. Jahrhundert erstmals urkundlich erwähnt wurde. Das Anwesen verfügt über eine Quelle und einen aljub, ein Wassersammelbecken. Stallungen weisen darauf hin, dass hier einst auch Viehzucht betrieben wurde.


Weiter geht es von Es Verger bei dem Schild „Nr. 2, Es Verger – Albarca“ auf einer breiten Piste abwärts durch das Vall des Verger. Das Tal ist von markanten Bergen flankiert. Auf der rechten Seite ragen die ses Murades, der Puig de Pocafarina und der Puig d’en Pelegrí empor. Links erheben sich die Na Pastora und die Serra d’en Cremat.


Dem Wanderer fällt dann ein Holzpfosten mit der „Nr. 2“ und dem Piktogramm für einen Lautsprecher auf. Diese Markierung gehört zu einer gesprochenen Wanderführung (in mp3-Format herunterzuladen unter www.caib.es, Espais de Natura Balear, autoguies, auch auf Deutsch). Diese Pfosten eignen sich bei dieser Wanderung gut als zusätzliche Orientierung.


Die Piste führt nach einem offenen Tor weiter abwärts und steigt dann wieder steil zum Coll de Sa Barrereta an, wobei die Gehzeit von Es Verger rund 25 Minuten betragen hat. Hier befindet sich eine der Schautafeln, die an einigen Stellen der Wanderrouten im Naturpark angebracht und auf denen die Konturen der Berge dargestellt sind. Vom Sattel hat man einen wunderschönen Blick auf den steilen Fangzahn Puig d’en Pelegrí.


Der Wirtschaftsweg verläuft dann in einigen Kurven steil abwärts zu einem Torrent, der problemlos gequert wird. Man wandert nun entlang von Feldern mit Ölbäumen weiter und erreicht eine Stelle, an der ein Schild „Forn de Calç“ links auf einen Pfad verweist. Dieser führt nach etwa 100 Metern zu einem Kalkofen und Köhlerplatz. Auf einer Tafel wird die Arbeit der Kalkbrenner und Köhler erklärt.


Anschließend begibt man sich wieder zurück zu dem Hauptweg und steigt links – vorbei an einem weiteren Kalkofen – auf dem steilen Weg auf. Der Wanderer erreicht dann ein offenes Tor und einen Mauerdurchlass (Beschilderungen), merkt sich diesen Abzweig für den späteren Weiterweg und folgt hier rechts dem Schild „Nr. 2, Es Verger – Albarca, Refugi de s’Alzinar“. Rund 20 Minuten nach dem Coll de sa Barrareta gelangt man zu den Cases d’ Albarca.


Die Ursprünge des Gutshofs gehen auf das 13. Jahrhundert zurück. Auf seinem Gelände befindet sich einer der wenigen Steineichenwälder auf der Halbinsel Ferrutx. Er lieferte den Köhler und Kalkbrenner des Anwesens genügend Holz für die Herstellung der benötigten Holzkohle und des Kalks. Im Haupthaus ist seit acht Jahren das Refugi de s’ Alzina, die „Herberge der Eiche“, untergebracht. Die Cases d’ Albarca sind heute noch bewirtschaftet.


Teil 2 der Wanderung mit dem Abstieg zum Strand s’ Arenalet des Verger und dem Rückweg zur Finca pública s’ Alqueria Vella de Baix folgt in der nächsten Ausgabe der Mallorca Zeitung.

 

Wegstrecke
5,5 km (1. Teilstück)


Nettogehzeit
rund 1 Std. 15 Min.


Höhenunterschied
100 m (Aufstieg)
175 m (Abstieg)


Schwierigkeitsgrad
***

 

Anfahrt von Palma: Auf der Ma-15 nach Artà. Hier gelangt man auf der Carrer Pou Nou (Schilder „Albarca i es Verger“ und „Ermita de Betlem“) zum Ortsausgang. Dort beginnt die Ma-3333 in Richtung Ermita de Betlem, die bei km 4,7 und dem Schild „Parc natural de la Península de Llevant“ rechts verlassen wird. Nach etwa einen Kilometer ist der Parkplatz von s`Alqueria Vella erreicht. Hinweis: In Artà werden die Einbahnstraßenhäufig geändert. Diesen Umstand muss man bei der Anfahrt beachten.


Tourencharakter: Mittelschwere Wanderung auf breiten Pisten und steinigen Pfaden, die wegen ihrer Gesamtlänge (16,5 km) eine gute Kondition erfordert. Öffnungszeiten des Informationszentrums: 8-15 Uhr.


Ausrüstung: Wanderstiefel, Regenschutz, Wasser und Proviant.


Einkehr: Lokale in Artà.
 

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