Wandern

Vom Tal zum Meer, vom Meer ins Tal

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Sóller - Mallorca

Eine leichte Rundwanderung bei Port de Sóller mit rundherum traumhaften Ausblicken
 

ROLAND OTTO

Die leichte Wanderung beginnt bei der Hotelruine Rocamar, bei der man dem Schild „Deià, Sóller, Muleta“ folgt. Hinter den baufälligen Gebäuden, neben denen sich seit vielen Jahren ein illegaler Müllplatz mit Bauschutt befindet, gelangt man dann nach 50 Metern zu einer Weggabelung und folgt dort geradeaus dem Schild „GR 221, Sóller“.


Ein Trampelpfad führt nun parallel zum Torrent Major und der Pumpstation der Sa-Costera-Wasserleitung in das Sóller-Tal. Bei einer Weggabelung ist dann rechts (Schild „GR 221, Sóller“) abzubiegen. Der Pfad verläuft jetzt durch einen Kiefernwald. Man folgt den Pfostenpfeilen und durchschreitet ein offenes Holztor.


Eine teils mauergestützte ­Piste schraubt sich dann in einigen Kehren steil aufwärts. Schließlich ist rund eine Viertelstunde nach Tourstart ein Sattel mit einem Mäuerchen erreicht. Hier hat der Wanderer einen imposanten Blick auf Sóller und seine Zitrushaine.


Die Piste führt von dem Sattel nun abwärts. Man folgt dem Schild „GR 221, Sóller“ und einem Pfostenpfeil, passiert ein offenes Tor und gelangt auf der Asphalt­piste Camí de Benidorn zu einer Kreuzung und biegt dort rechts (Schild „Deià“) ab. Hier befindet sich auch eine Tafel „Camina per Mallorca“ mit Wanderrouten in dem Gebiet. Die Gehzeit von dem Sattel bis hier hat rund fünf Minuten betragen.


Die schmale Fahrbahn knickt dann gleich bei einem weiteren Schild „Deià“ rechts weg. Der Wanderer befindet sich nun auf dem Camí de Son Sales. Dieser verläuft oberhalb eines Tales mit Zitrusfrüchten, Oliven- und Feigenbäumen. Schließlich ist in rund zehn Minuten nach dem Abzweig mit der Tafel „Camina per Mallorca“ ein großes Landhaus erreicht.


Der Wanderer folgt nun dem Schild „Deià“, steigt auf der steiler werdenden Fahrbahn weiter auf und gelangt schließlich zu der Zufahrtsstraße der Bergfinca Casa d’ Alt Son Sales. Hier geht die Asphaltpiste in einen breiten Weg über. Dieser führt steil aufwärts zu einem verschlossenen Tor, bei dem rechts (Pfostenpfeil) abgebogen wird.


Auf einer steinigen Piste passiert man sogleich ein offenes Tor und steigt dann in steilem Zickzack weiter auf. Der Wanderer durchschreitet ein weiteres Tor, folgt Pfostenpfeilen und Steinmännchen und gelangt schließlich zu einem kleinen Haus und einem offenen Holztor. Nun zeigen wiederum Pfostenpfeile die Richtung. Nachdem nochmals ein Tor (Schild „Deià“) durchschritten ist, werden das Landhotel Ca’n Bleda und die Landstraße Ma-10 erreicht. Die Gehzeit von dem großen Landhaus unten bis hier hat rund 30 Minuten betragen.


Bei dem Hotel biegt man rechts (Schild „GR 221, Refugi de Muleta, Port de Sóller“) auf die Ma-10 ab, die nach etwa 50 Metern rechts (Beschilderung wie oben) wieder verlassen wird. Eine Fahrbahn führt nun abwärts und steigt später wieder an. Man erreicht dann eine Weggabelung, bei der rechts (Beschilderung wie oben) abgebogen wird. Die Straße geht dann in einen breiten Flurweg über. Man folgt wiederum dem Schild „GR 221, Refugi de Muleta, Port de Sóller“ und später Pfostenpfeilen. Der breite Weg umgeht jetzt den Gutshof Muleta Gran, der an seinem alten Wehrturm zu erkennen ist. Rund 30 Minuten nach dem Hotel Ca’n Bleda gelangt man schließlich zu einer Kreuzung, bei der links abgebogen wird (Schild „Refugi de Muleta“).


Ein Karrenweg führt nun kurz drauf zu einem Mauerdurchlass. Dahinter verläuft der Weg (Pfosten­pfeile) zunächst eben durch terrassierte Olivenhaine. Später schlängelt sich die sehr holprige Piste in einigen Kehren hinab in eine kleine Senke, wobei neben Steinmännchen und Pfosten­pfeilen auch blaue Markierungen und ein Schild „Muleta“ die Richtung zeigen.


Im Anschluss steigt der Pfad wieder an und führt dann in ständigem Auf und Ab in Richtung Refugi und Leuchtturm Far des Cap Gros, die schon zu sehen sind.
Man folgt bei Abzweigen Pfostenpfeilen und dem Schild „GR 221, Refugi de Muleta“ und gelangt rund 35 Minuten nach dem Landgut Muleta Gran zu der Herberge Muleta.


Das Gebäude hoch über dem Meer und der Bucht von Port de Sóller wurde von 1912 bis 1956 von der spanischen Marine und Artillerie genutzt. Diese hatten in den Räumen Sendeeinrichtungen zur Übermittlung von Telegrafiesignalen installiert. Die Telegrafen wurden vor allem im Spanischen Bürgerkrieg benutzt. Nicht weit von hier war auf dem Puig de Muleta zudem eine Artillerie-Einheit von Francos Truppen mit Kanonen stationiert.


Von der Terrasse sind es rechts noch 20 Meter bis zum Far des Cap Gros. Der Leuchtturm wurde 1842 errichtet, später mehrmals modernisiert. Der Ausblick
110 Meter über dem Meer ist fantastisch: Der Blick schweift von Port de Sóller über den Puig de Bàlitx, das Küstengebirge Montcaire, den Puig Major, den Penyal des Migdia, die Serra de Son Torrella bis hin zum l’Ofre, den Cornadors und der Serra d’ Alfàbia.


Der Abstieg vom Leuchtturm erfolgt dann auf der Straße Ma-1150. Diese Fahrbahn wurde – mit ihren meterhohen und langen Stützmauern – unter unmenschlichen Bedingungen von republikanischen Kriegsgefangenen erbaut. Die Franco-Militärs hatten Ende 1936 in dem Militärhafen von Port de Sóller in einem alten Lazarett ein Zwangsarbeiterlager für die Gefangenen errichtet. Die Internierten mussten auch Teile der heutigen Straße Ma-10 von Sóller nach Deià bauen.


Nach einem Abstieg von rund einer Viertelstunde ist dann der Strand Platja d’en Repic erreicht. Dort biegt man auf Höhe des Hotels „Los Geranios“ rechts in den Camí des Camp de sa Mar ab und gelangt auf diesem nach rund fünf Minuten wieder zur Hotelruine Rocamar.
 

 

Wegstrecke
8 km (Rundtour)


Nettogehzeit
rund 2 Std. 25 Min.


Höhenunterschied
200 m


Schwierigkeitsgrad
**

 

Anfahrt von Palma: Auf der Ma-11 nach Sóller und dann in Richtung Port de Sóller. Kurz vor der Ortseinfahrt (nicht durch den Tunnel sa Mola fahren) biegt bei den Schildern „Platja d’en Repic“ und „Far des Cap Gros“ links die Ma-1134 ab. Etwa 150 Meter weiter befindet sich links die Hotel­ruine Rocamar, bei der auch Parkplätze vorhanden sind.
Tourencharakter: Leichte Wanderung auf steinigen Pfaden, breiten Waldwegen und über Asphalt. Auf dem Abschnitt von dem Gutshof Muleta Gran bis zum Refugi de Muleta ist Trittsicherheit gefragt.


Ausrüstung: Wanderstiefel, Regenschutz.


Einkehr: Refugi de Muleta, kein Ruhetag.

Übernachtung: Tel.: 971- 17 37 00.

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