Wandern

Schneegruben und Trockensteinmauern

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Escorca - Mallorca

Teil 2 der Wanderung zu den Cases de Neu in der zentralen Serra de Tramuntana

In der letzten Ausgabe der Mallorca Zeitung (Nr. 664 vom 24.1.2013) wurde der Abschnitt vom Coll de sa Batalla über die Cases de Neu de Comafreda bis zum Coll des Prat beschrieben. Auf dem Sattel verweist nun ein Schild „GR 221, Casa de Neu d’en Galileu, Lluc“ rechts auf einen Pfad. Der Wanderer befindet sich jetzt auf dem Langwanderweg GR 221, der Ruta de Pedra en Sec, der Route der Trockensteinmauern. Der Pfad führt sogleich zu einem Pfostenpfeil und Felsabstieg von etwa 1,5 Metern, der auf Trittsteinen problemlos bewältigt werden kann. Nach wenigen Schritten ist dann das Schneeloch Pou de la Serra des Teixos erreicht.


Die Schneegrube gehört zu der in der Nähe vom Kloster Lluc gelegenen Possessió Son Macip. Auf deren Gelände stehen auch die Schneehäuser auf dem Coll des Telègraf, Casa de Neu d’en Galileu und Casa de Neu de Son Macip.


Weiter geht es von der Schneegrube auf einem steinigen Pfad, der sich in engen Kehren steil nach unten schlängelt (Pfostenpfeile, Steinmännchen). Beim Abstieg hat man einen herrlichen Blick auf den Puig Major, die Serra de na Rius und auf die Serpentinenstraße zur Cala de sa Calobra. Rund eine Viertelstunde nach dem Coll des Prat ist dann der Coll des Telègraf erreicht. Hier befindet sich auch ein Schild „GR 221, Casa de Neu d’en Galileu, Lluc“.


Jetzt lohnt sich noch ein kurzer Abstecher zu dem Schneehaus Coll des Telègraf Oeste (West), das links vom Schild nach 30 Metern erreicht ist. Hier hat man nochmals einen famosen Ausblick auf den Puig Major, aber auch auf den Puig de ses Vinyes und die Steilwände der
Serra des Teixos.


Anschließend begibt man sich wieder zurück zu dem Schild und biegt auf den Pfad in Richtung Lluc ein. Kurz darauf wird das Schneehaus Coll des Telègraf Est (Ost) erreicht. Die Route verläuft (Steinmännchen, Pfostenpfeile) nun auf dem steinigen Pfad hangwärts durch die Senke Comellar de Comafreda zu dem hier oben schmalen Bachbett des Torrent de Comafreda, das gequert wird. Danach führt der Trampelpfad (Steinmännchen, Pfostenpfeile) in Kehren sehr steil nach oben. Schließlich ist ein Sattel erreicht, wobei die Gehzeit vom Coll des Telègraf bis hier rund 25 Minuten betragen hat. Auf dem Sattel verweist ein Pfostenpfeil nach links.


Ein Pfad führt zunächst über eine schmale Ebene und steigt dann kurz zu einem Sattel an. Danach verläuft die Route in leichtem Auf und Ab (Steinmännchen) weiter, ehe sie dann in einigen Kurven hinab zu einem Hochplateau führt. Hier verweist ein Schild links auf das Schneehaus „Casa de Neu d’en Galileu“, das nach etwa 100 Metern erreicht ist. Die Gehzeit von dem Abzweig mit dem Pfostenpfeil auf dem Sattel hat rund eine Viertelstunde betragen.


Die Unterkunft mit zwei Räumen und das Schneeloch der Schneesammler, die in einer Höhe von 1.080 Metern liegen, wurden von den margers, den Steinmetzen, des Consell Insular de Mallorca in einer aufwendigen, zwei Jahre dauernden Arbeit fachgerecht und mit viel Liebe zum Detail restauriert.


Schnee zu sammeln und zu lagern, um ihn dann zur Kühlung von Lebensmitteln und Getränken sowie in der Medizin, beispielsweise zum Senken von Fieber oder zur Wundbehandlung, zu verwenden, hat eine lange Tradition. Es waren in Europa die Griechen, die ab dem 5. Jahrhundert v. Chr. den ersten kommerziellen Handel mit Schneeeis betrieben. Auf Mallorca begann der gewerbliche Verkauf von Schnee erst Ende des 16. Jahrhunderts. Die Arbeitsweise der Schneesammler war sehr effizient. Um die Flocken länger erhalten zu können, füllten die nevaters die Gruben mit Wasser, das dann gefror. Zur weiteren Konservierung wurden auf mehreren Schichten Schnee dicke Lagen von Dissgras gestapelt. Einige der Schneelöcher waren auch mit Ziegeln abgedeckt.


Dokumente belegen, dass hier oben allein im Jahr 1804 über 84 Tonnen Schnee gesammelt wurde, der von Mulis in 2.000 Eisblöcken, die ein Gewicht von je 42,3 Kilogramm hatten, auf Pfaden und Wegen ins Tal transportiert wurde. Nach der Einführung der maschinellen Eis­produktion schloss 1927 das letzte Schneehaus auf Mallorca.


Vom der Casa de Neu d’en Galileu begibt man sich nun wieder zurück zu dem Abzweig und folgt dort geradeaus dem Schild „GR 221, Lluc, Son Amer“. Eine steinige Piste führt zu einer Stützmauer. Nun erfolgt auf dem ebenfalls von den margers des Inselrats von Mallorca restaurierten Schneesammlerweg der Abstieg. Die gepflasterte Piste führt in Kehren teils sehr steil talwärts. Dabei hat man einen tollen Blick auf den Puig Roig. Schließlich ist rund 30 Minuten nach dem Casa de Neu d’en Galileu eine Lichtung erreicht. Hier befindet sich links zehn Meter entfernt das Schneeloch Casa de Neu de Son Macip.


Weiter geht es geradeaus auf einem breiten Waldweg (Steinmännchen), der nun nicht mehr so steil abwärts führt. Bei Abzweigen richtet man sich nach den Pfostenpfeilen. Nach einem Mauerdurchlass mit einem Tor und später nach einem Schild „GR 221, Lluc, Refugi de Son Amer“ ist rund 30 Minuten nach der Lichtung die Straße Ma-10 erreicht, die gequert wird. Dort folgt man nun rechts dem Schild „Lluc“ und einem Pfostenpfeil und steigt auf einem Pilgerweg weiter ab. Bei Abzweigen orientiert man sich an Pfostenpfeilen und dem Schild „GR 221, Lluc, Refugi de Son Amer“.


Rund 25 Minuten nach der Ma-10 ist dann der Parkplatz des Klosters bei dem Restaurant Font Cuberta erreicht. Hier biegt man rechts (Schild „Camí Vell de Lluc, Caimari“) auf eine Straße ab, die in rund 25 Minuten wiederum zur Ma-10 und nach 30 Metern schließlich zum Ausgangspunkt der Wanderung, dem Coll de sa Batalla, führt.

 

Wegstrecke
9 km


Nettogehzeit
rund 2 Std. 45 Min.


Höhenunterschied
725 m (Abstieg)


Schwierigkeitsgrad
****

 

Anfahrt von Palma: Siehe Teil 1 der Wanderung.


Tourencharakter: Anspruchsvolle Wanderung auf steinigen Pfaden, teils gepflasterten Pisten, Waldwegen und Asphalt. Für die lange Rundwanderung ist Trittsicherheit und gute Kondition notwendig. Tour nur bei stabiler Hochdruckwetterlage machen. Wer möchte, kann vom Kloster Lluc auch mit dem Bus L 330 zum Coll de sa Batalla
fahren. Abfahrtszeiten: täglich 17.30 Uhr. Die Bushaltestelle befindet sich beim Haupteingang des Klosters.


Einkehr: Bar und Restaurant Coll de sa Bataia auf dem Coll de sa Batalla, Öffnungszeiten: 8.30 bis 19.00 Uhr, montags Ruhetag.
 

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