Wandern

Wanderung bei Bunyola: Auf dem Weg der Schnecke

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Bunyola - Mallorca

Zweiter Teil der Rundtour bei Bunyola: Hinauf auf den Sa Gúbia

ROLAND OTTO. In der vergangenen Ausgabe der Mallorca Zeitung (Nr. 655 vom 22. November 2012) wurde die Route von Bunyola nach Raixa und von dort über den einstigen Gutshof Raixeta zur Bergfinca Pastoritx beschrieben. Der zweite Teil der Tour führt von Pastoritx auf dem Camí des Caragol zum Coll de la Muntanya und von dort auf den Gipfel sa Gúbia, der auch Puig de s’Alqueria genannt wird.


 Zuletzt stand der Wanderer bei einem Nebentor des Landguts Pastoritx. Das Tor ist mit einem Schild „Camino particular, Prohibido el paso“ versehen. Pastoritx darf also nicht betreten werden. Beim Aufstieg auf dem Camí des Caragol gibt es aber mehrmals die Möglichkeit, einen Tiefblick auf die imposante, mitten in der Serra de Tramuntana gelegene Possessió zu werfen.


Bei dem Eisentor wird nun geradeaus ein Steinmännchen ignoriert, weil dieser Wegweiser die Route weiter nach Valldemossa signalisiert. Etwa fünf Meter vor dem Tor verweist ein roter Klecks jedoch rechts auf einen Weg. Man folgt jetzt Steinmännchen und roten Punkten und gelangt dann rund fünf Minuten nach dem Abzweig beim Eisentor auf einem Pfad zu Terrassenmauern und einem Mäuerchen. Hier beginnt rechts (zwei Steinmännchen, rote Markierung) der Camí des Caragol, der Weg der Schnecke.


Die mit sehr vielen Geröll­steinen versehene Piste schraubt sich in engen, mauergestützten Kehren von steil bis sehr steil nach oben. Dabei zeigen regelmäßig vorhandene Steinmännchen und auch rote Kleckse die Aufstiegsroute. Auf halber Höhe wird unten der Gutshof Pastoritx sichtbar.


Der Name „Pastoritx“ leitet sich von dem lateinischen pastoricium ab, das übersetzt „Hirten­platz“ bedeutet. Archäologen vermuten deshalb, dass hier schon die Römer gesiedelt haben. Bisher wurden aber keine Münzen, Keramik­gegenstände oder dergleichen als Beleg dafür gefunden. Jahrhunderte später errichteten hier die Mauren eine alquería, einen Gutshof. Seit 1511 ist Pastoritx im Besitz der Familie Morell und ihrer Nachfahren. Sehr schön ist bei dem Gutshof der Aquädukt zu sehen, der 1850 erbaut worden ist.


Rund 40 Minuten nach dem Eisentor unten bei Pastoritx sind eine Begrenzungsmauer und kurz darauf eine Hochebene erreicht, auf der eine einzelne hohe Kiefer steht. Dort wandert man geradeaus (roter Punkt, viele Steinmännchen) auf einem meist ebenen Pfad weiter, der dann zur nächsten Begrenzungs­mauer führt. Die Mauer kann ohne Probleme auf Trittsteinen überstiegen werden. Links sind die gewaltigen Felswände des Penyal de sa Rata zu sehen.


Weiter geht es von der Mauer geradeaus in Richtung eines einzeln stehenden spitzen Felsens. Der Pfad ist von Schneidegras teils zugewachsen, wobei viele Steinmännchen die Richtung zeigen. Bei dem Felsen ist dann geradeaus eine Mauer zu sehen. Außerdem erkennt man schon den Coll de la Muntanya, auch Coll de Raixeta genannt. Dieser wird dann auf dem leicht ansteigenden Trampelpfad (Steinmännchen) erreicht. Die Gehzeit von der Hochebene mit der einzeln stehenden Kiefer bis hier hat rund 20 Minuten betragen.


Hinter der Mauer, die auf einer Leiter überstiegen wird, folgt man nun rechts und dann gleich links zwei Steinmännchen. Unten ist links ein breiter Weg zu sehen, zu dem abgestiegen wird. Nach rund zehn Minuten ist dann die breite Piste erreicht, bei der sich die Quelle Font de s’Obí, ein grünes Wasserbassin und ein Stein­schuppen befinden.


Auf dem breiten Weg wird nun rechts eingebogen und nach etwa 200 Metern ein offenes Tor erreicht. Kurz darauf ignoriert man rechts die Zufahrt zu den Cases de la Muntanya. Die Bergfinca gehört zu der Possessió s’ Alqueria d’Avall, zu der man später auf dem Rückweg gelangen wird. Besitzerin dieser Possessió ist Maria Rotger Salas, Ehefrau des Ex-Minister­präsidenten der Balearen, Gabriel Cañellas.


Auf der leicht ansteigenden Piste werden in der Folge ein Kalk­ofen und drei Tore passiert, wobei zwei der Tore mit Leitern versehen sind. Rechts ist die spektakuläre Westwand der sa Gúbia zu sehen. Rund 25 Minuten nach der Font de s’ Obí wird ein linker Abzweig ignoriert. Diese Route führt über den Pas de sa Fesa zu dem Landgut Biniforani Vell.


Auf der Hauptpiste gelangt man sogleich zu dem Schuppen Porxo del Pouet und von dort in rund fünf Minuten zum Coll de sa Gúbia. Auf dem Sattel befindet sich ein Gedenkstein für Leandre Ximenis. Der Mallorquiner war in den 1920er Jahren Bergführer in der schon 1905 gegründeten Wandergruppe des Foment del Turisme de Mallorca (Fremdenverkehrsverband) und ein exzellenter Kenner der Serra de Tramuntana.


Bei dem Gedenkstein beginnt rechts (Steinmännchen) ein steiniger Pfad, der im steilen Zickzack in rund zehn Minuten zunächst zu einem Tor mit Leiter, danach zu einer Schutzhütte und von dort auf den Gipfel des sa Gúbia führt, auf dem sich eine Vermessungssäule und ein gemauerter Mirador befinden. Hier hat man aus einer Höhe von fast 610 Metern eine famose Aussicht auf Palma, seine Bucht und das Cap Blanc. Bei klarer Sicht ist sogar der Archipel Cabrera zu erkennen. Im Südwesten ragen die Mola de Planícia und der Puig de Galatzó empor. Im Norden schweift der Blick über die Serra d’ Alfàbia bis zum Puig de Massanella.


Im Anschluss steigt man wieder zum Coll de sa Gúbia hinab und biegt dort rechts ab. Der breite Camí de la Muntanya schlängelt sich nun in 39 Serpentinen talwärts. Rund 70 Minuten nach dem Abstieg vom Gipfel des sa Gúbia ist dann die Possessió s’Alqueria d’Avall erreicht, bei der man rechts nach 20 Metern zur Landstraße
Ma-11 gelangt. Nun sind am Straßen­rand der Ma-11 noch rund zehn Minuten zum Restaurant Ca’n Penasso zu gehen.

 

Wegstrecke
9 km


Nettogehzeit
rund 3 Std.


Höhenunterschied
210 m


Schwierigkeitsgrad
***

 

Anfahrt von Palma: Auf der Ma-11 Richtung Sóller bis zu der Stelle, an der rechts die Ma-2010 nach Bunyola abbiegt. Parkplätze sind 50 Meter weiter bei dem
Restaurant Ca’n Penasso vorhanden.


Tourencharakter: Mittelschwere Wanderung auf steinigen Pfaden und breiten
Wegen. Bei der Gesamtlänge der Tour von 15 Kilometern ist gute Kondition notwendig. Im Winter früh (8 Uhr) starten.


Ausrüstung: Wanderstiefel, Wasser, Proviant, Regenschutz.


Einkehr: Bars in Bunyola. Bar und Restaurant Ca’n Penasso, Öffnungszeiten im Winter: Freitag, Samstag, Sonntag: 9-23 Uhr. Andere Tage geschlossen.
 

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