Wandern

Bei Sant Llorenç: Der Knoten weist den Weg

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Artà - Mallorca

Eine Wanderung in der Serra de Calicant auf den Puig d’en Sard

Die mittelschwere Wanderung beginnt bei Kilometerstein 5,1 der Landstraße Ma-3323. Hier biegt rechts (Schild „Camí de Calicant“) ein Flurweg ab. Dieser führt durch eine uralte Kulturlandschaft mit Feigen-, Mandel- und Olivenbäumen. Auch einige Prachtexemplare von Johannisbrotbäumen sind vorzufinden. Der Baum mit seinem kräftigen Stamm, seinen ausladenden Ästen und seiner dichten Krone wird gern als Schattenbaum gepflanzt. Seine Frucht findet unter anderem als Tierfutter und zur Herstellung von Likören und Sirup Verwendung.


Rund fünf Minuten nach Tourstart wird die Possessió Cases de Calicant erreicht. Das Anwesen mit seinem Haupthaus Cal Metge wurde 1242 erstmals urkundlich erwähnt. Ausgesprochen bezaubernd ist die Zufahrtsallee, die von hohen Kiefern, Zypressen und Palmen gesäumt ist. An den dicken Stämmen der Kiefern ranken sich grüne Kletterpflanzen empor. Momentan steht die Possessió für stolze 8,5 Millionen Euro zum Verkauf.


Weiter geht es wenige Meter vor dem Eingangstor des Landguts geradeaus auf dem Flurweg, auf dem man dann zu einer Wegteilung gelangt, bei der links abgebogen wird. Eine breite Karrenpiste führt nun sanft ansteigend in ein Tal. Der Wanderer kommt an den Fincitas Cases de Cal Cus und Cases de Ca’n Tafal vorbei. Geradeaus erhebt sich der Berg Es Telègraf mit seinen imposanten Felswänden. Rund 20 Minuten nach dem Anwesen Calicant wird dann ein Nebengebäude der Cases de les Piquites erreicht, bei dem geradeaus ein offenes Gattertor durchschritten wird. Rechts des Weges fallen eine Viehtränke mit vier kleinen Becken, ein kleiner Wasserspeicher und eine gemauerte Bewässerungsrinne, eine síquia, auf. Einige Meter entfernt liegt der Pou de les Piquites, bei dem Trittstufen zur Brunnenfassung führen.


Wenige Schritte von dem Gattertor entfernt befindet sich ein zusammengefallenes Eisentor und links davon ein etwa 70 Zentimeter hoher Weidezaun (roter Klecks). Halb rechts ist etwas oberhalb das Haupthaus der Cases de ses Piquites zu sehen. Man übersteigt den Zaun (Trittsteine), wendet sich gleich nach rechts und wandert parallel einer Begrenzungsmauer weglos über eine Ackerfläche bis zu einer anderen Mauer, bei der sich ein etwa 50 Zentimeter hoher Weidezaun befindet, der ebenfalls überstiegen wird.


Man folgt dann roten Punkten, gelangt sofort zu einem Mauerdurchlass und biegt dort rechts (Steinmännchen, roter Klecks) ab. Ein Trampelpfad führt dann (Steinmännchen, rote Punkte) zu dem nächsten Mauerdurchlass und danach zu einem kleinen Bachbett, das gequert wird. Auf einem Pfad (Steinmännchen) wird dann eine Stelle erreicht, bei der drei Steinmännchen und ein roter Klecks links auf eine kleine Brücke verweisen, auf der das Bachbett wiederum gequert wird. Die Gehzeit von dem Tor bei den Cases de ses Piquites hat rund eine Viertelstunde betragen.


Hinter der Brücke folgt dann mit dem Aufstieg durch die Talsenke Coma Calenta zum Coll Paredat die schwierigste Etappe der Wanderung. In dieser Senke ist die Orientierung nicht einfach, weil der Trampelpfad, der zum Sattel Paredat führt, auf manchen Abschnitten mit fast hüfthohem Schneidegras und Mastix zugewachsen ist. Der Wanderer findet beim Aufstieg aber durchgehend Steinmännchen und rote Markierungen vor. Als weitere Orientierung dienen große Knoten im Dissgras, die mallorquinische Wanderer als zusätzliche Kennzeichnung der Route geflochten haben.


Hinter der Brücke beginnt dann geradeaus ein zugewachsener, aber erkennbarer Trampelpfad, der nach wenigen Metern rechts wegknickt. Der Wanderer stößt sofort auf Steinmännchen, rote Kleckse und die erwähnten Knoten. Die steinige Piste verläuft dann nicht allzu steil durch die Coma Calenta aufwärts. Bald ist ganz oben der Sattel Coll Paredat zu sehen. Links unterhalb der Route befindet sich eine torrentera. Auf der rechten Seite dieses kleinen Bachbetts verläuft der Aufstieg zum Coll, wobei die Entfernung von der torrentera zwischen 5 und 15 Metern variiert. Infolgedessen ist ein Steinmännchen, das sich auf einem Felsen unten direkt im Bachbett befindet, zu ignorieren. Der Wanderer folgt ganz konsequent den zahlreichen Steinmännchen, roten Klecksen und den Knoten im Schneidegras.


Auf halber Höhe der Talsenke wird der Wegverlauf dann etwas übersichtlicher. Der felsige Pfad ist nun teils auch mauergestützt. Nach wie vor findet der Wanderer Steinmännchen, rote Kleckse und Knoten im Schneidegras vor. Auf der rechten Seite ist oben auf einem Abhang ein Weidezaun zu sehen. Man steigt aber weiter in der Tendenz geradeaus Richtung Coll Paredat auf. Unterhalb des Sattels folgt dann noch ein steilerer Abschnitt, auf dem der Pfad wiederum stark von Dissgras überwuchert ist. Aber auch hier signalisieren die Wegweiser die Richtung. Schließlich ist rund 50 Minuten nach der kleinen Brücke der Coll Paredat erreicht.


Links vom Sattel (Steinpyramide, roter Klecks) führt der Pfad dann im Zickzack steil nach oben (Steinmännchen). Nach rund zehn Minuten gelangt der Wanderer auf den südlichen Bergrücken des Puig d’en Sard. Dort begibt man sich geradeaus (Steinmännchen, roter Punkt) auf einem ebenen Pfad noch etwa 100 Meter bis zu einem Mirador bei einer Abbruchkante, von dem aus 420 Metern Höhe eine sensationelle Fernsicht möglich ist.


Die Serra de Tramuntana präsentiert sich vom Puig de Galatzó im Südwesten, über das Teix-Massiv, den l’Ofre, den Penyal Migdia, Puig Major bis hin zum Puig Tomir. Auch die Buchten von Pollença und Alcúdia mit dem Cap Formentor und dem Cap Pinar, das Meer bei Port de Pollença, Can Picafort und Son Serra de Marina sowie die Berge Ferrutx und Es Porrassar sind besonders schön zu sehen.

 

Wegstrecke
8 km
(hin und zurück)


Nettogehzeit
rund 3 Std.


Höhenunterschied
340 m


Schwierigkeitsgrad
***

 

Anfahrt von Palma: Auf der Ma-15 und der Ma-15 F nach Sant Llorenç des Cardassar. In der Ortsmitte links in die C/. de sa Teulera einbiegen (Schild „Camí de Calicant“) und auf der Ma-3323 bis km 5,1 fahren. Hier befinden sich Parkmöglichkeiten.


Tourencharakter: Mittelschwere Wanderung auf breiter Piste und Trampelpfaden. Beim Aufstieg durch die Coma Calenta sind ein sehr gutes Orientierungsvermögen und Trittsicherheit notwendig. Rückweg auf der Hinroute.


Ausrüstung: Wanderstiefel, Proviant, Wasser.


Einkehr: Lokale in Sant Llorenç des Cardassar.   

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