Wandern

Valldemossa: Zum Versteck der Drosseljäger

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Valldemossa - Mallorca

Eine Wanderung bei Valldemossa auf den Bergrücken Sa Mola de Pastoritx

Die leichte Wanderung beginnt bei Kilometerstein 17,2 der Ma-1110. Dort biegt rechts die Carrer Àustria ab (Schild „Refugi Son Moragues“), die dann steil nach oben führt. Nach etwa 300 Metern verweist ein Schild „Finca pública de Son Moragues“ bei einem offenen Tor rechts auf einen Karrenweg. Ein weiteres Schild des Umweltministeriums der Balearen weist darauf hin, dass das Fahren mit Gelände-Motorrädern und Quads verboten ist.


Die breite Piste verläuft nun oberhalb der terrassierten Olivenhaine des Landguts Sa Coma, das 1399 zum ersten Mal urkundlich erwähnt worden ist. Im 16. Jahrhundert ging die Possessió in den Besitz der Familie Sureda über, deren Nachfahren heute noch die Eigentümer sind. Der Wachturm des Anwesens wurde 1902 errichtet. Überragt wird Sa Coma von der Mola de Pastoritx.


Nachdem ein Tor durch eine Pforte passiert worden ist, verläuft die Route weiter oberhalb eines schmalen Tales, wobei der Wanderer immer auf dem Hauptweg bleibt. Bald sind die Olivenhaine besonders schön zu sehen. Nach einem Mauerdurchlass kommt man an dem „Pou Nou sa Coma II“ vorbei. Der Brunnen dient zur Wasserversorgung Valldemossas und wurde erst vor einigen Jahren erschlossen.


Schließlich werden ein weiteres verschlossenes Tor, das an den Seiten umgangen werden kann, und kurz darauf die Font de sa Rupit erreicht, die rechts des Weges liegt. Bei der „Quelle des Rotkehlchens“ befindet sich – hinter Bäumen etwas versteckt – eine kleine Hausruine.


Von der Quelle wird dann nach etwa 150 Metern rechts (rote Markierung) auf einen breiten Wirtschaftsweg abgebogen, wobei die Gehzeit seit Tourstart bis hier rund 25 Minuten betragen hat. Der Weg führt dann in einigen Kehren durch einen Steineichen- und Kiefernwald zunächst leicht, später auch steiler aufwärts. Man folgt dabei den roten Punkten und Steinmännchen. Rund zehn Minuten nach dem Abzweig mit der roten Markierung wird dann ein Mauerdurchlass erreicht.


Hinter der Mauerbresche verläuft die Route zunächst eben, dann wieder ansteigend durch den Forst. Schließlich wird bei einer Wegteilung links (roter Punkt) und 20 Meter rechts (Steinmännchen, roter Klecks) auf einen Pfad abgebogen. Der Abkürzungspfad führt sogleich zu einer Mauer mit Trittstufen und kurz darauf wieder auf den breiten Weg, den man vorher verlassen hat. Auf diesem gelangt man nach etwa 20 Metern zu einer Terrassenmauer. Die Gehzeit von der Mauerbresche bis hier hat rund eine Viertelstunde betragen.


Die etwa 1,30 Meter hohe Terrassenmauer kann bei einem roten Pfeil problemlos erklommen werden. Erst danach ist zu sehen, dass es sich hier um einen ehemaligen Köhlerplatz handelt, bei dem sich zudem eine Steinhütte, ein Kalkofen und Backofen aus Steinen befinden.


Bei der Steinhütte wird nun links (roter Pfeil an Steineiche und roter Klecks auf Gestein) abgebogen. Ein breiterer Pfad führt hangwärts (Steinmännchen)
hinauf zu einer Mauer mit Lücke. Dahinter wird rechts (roter Punkt, geradeaus ein Steinmännchen ist zu ignorieren) auf einen Köhlerpfad abgebogen. Der mit Wegweisern versehene Steig schraubt sich in engen Kehren steil aufwärts zu einer Terrassenmauer mit Lücke.


Nun verweisen drei rote Punkte an Steineichen rechts auf einen Trampelpfad, der auf einer bewaldeten Hochebene zum Coll de sa Cisterna führt. Auf dem Sattel befinden sich neben einer größeren Steinhütte auch ein Wassersammelbecken, das die Form eines Hufeisens hat, und ein überdachter aljub. Mehrere Köhlermeiler in der näheren Umgebung weisen darauf hin, dass hier einst in großem Stil Holzkohle erzeugt worden ist. Die Gehzeit von dem Köhlerplatz und dem Kalkofen bis hier hat rund 20 Minuten betragen.


Steht man nun mit dem Rücken zum Eingang der Steinhütte, verweisen ein Steinmännchen und eine rote Markierung geradeaus auf einen Köhlerpfad. Der Steig schraubt sich in einigen Kehren (Steinmännchen, rote Kleckse) steil nach oben zu einem Köhlerplatz. Dort folgt man weiteren Steinmännchen und roten Punkten und steigt teils über flachen Karst zu einem Sattel auf. Die Gehzeit von der Steinhütte bis hier hat rund zehn Minuten betragen.


Auf dem Coll de Tords, dem Sattel der Drosseln, befindet sich bei einer Abbruchkante ein aus Ästen und Zweigen gebasteltes Versteck von Jägern, die diese Singvögel mit filats, einem zwischen langen Stangen befestigten großen Netz, jagen.


Der 700 Meter hoch gelegene Coll de Tords ist zwar nicht der höchste Punkt des Bergrückens Mola de Pastoritx. Dafür hat man von hier aber einen vielen besseren Ausblick als von dem 50 Meter höheren Hauptgipfel, der bewaldet ist.


Besonders eindrucksvoll ist der Blick hinunter auf die Possessió Pastoritx mit ihrem 1850 gebauten Aquädukt, das aus Rundbögen besteht und in dessen Rinne einst Wasser weitergeleitet worden ist. Aber auch der Fernblick auf Palma, seine Bucht, das Cap Blanc und auf die Inselgruppe Cabrera kann sich sehen lassen. Links erheben sich die Gipfel Puig de sa Font und Penyal de sa Rata.


Nach einer Pause begibt man sich in rund zehn Minuten wieder zurück zu der Steinhütte auf dem Coll de sa Cisterna. Nun empfiehlt sich noch ein kurzer Abstecher zu einem weiteren Aussichtspunkt. Dazu biegt man bei der Hütte links auf einen breiten Weg (Steinmännchen) ab. Dieser führt leicht ansteigend (Steinmännchen) in rund zehn Minuten zu einem Coll de Tords. Rechts von dem Versteck der Drosseljäger befindet sich 20 Meter entfernt eine Abbruchkante, von der ein wunderschöner Blick auf Valldemossa und das Meer zu genießen ist.

Anschließend wandert man wieder zurück zu der Hütte auf dem Coll de sa Cisterna und von dort auf dem Hinweg zurück zum Ausgangspunkt der Wanderung in der Carrer Àustria.

 

Wegstrecke
10 km (hin und zurück)


Nettogehzeit
rund 3 Std. 10 Min.


Höhenunterschied
320 m


Schwierigkeitsgrad
**

 

Anfahrt von Palma:
Auf der Ma-1110 Richtung Valldemossa bis zu Kilometerstein 17,2. Begrenzte Parkmöglichkeiten sind vorhanden.


Tourencharakter:
Leichte Wanderung auf breiten Wegen, steinigen Trampelpfaden. Ein kurzer Abschnitt verläuft auch über flachen Karst. Für Kinder geeignet. Rückweg auf der Hinroute.


Ausrüstung:
Wanderstiefel, Wasser, Proviant.


Einkehr:
Lokale in Valldemossa.

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