Strände

Playa Repic: Von Piratenkämpfen und gesunkenen U-Booten

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Sóller - Mallorca

Der Strand wird wegen des kristallklaren Wassers geschätzt

ANDREAS JOHN. Sóller und sein Hafen sind eines der beliebtesten Ausflugsziele an Mallorcas Westküste. Bis zu 3.000 Urlauber ruckeln täglich mit der alten Straßenbahn vom Ortszentrum in den zwei Kilometer entfernten Port de Sóller. Am linken Rand dieser muschelförmigen Bucht liegt die Playa Repic, ein rund 300 Meter langer und etwa 25 Meter breiter Sandstrand, der sowohl bei Einheimischen als auch auswärtigen Besuchern wegen seines kristallklaren Wassers geschätzt wird.


Von seinem Ufer blickt man auf die Hafeneinfahrt. Am 11. Mai 1561 landete hier eine aus Alge­rien gestartete Flotte von mehr als 20 Schiffen mit rund 1.700 Korsaren an Bord. Die laut Überlieferung von einem Haudegen namens Dragut angeführten Piraten konnten zurückgeschlagen werden: Joan Anglegat hieß der Anführer der sollerics, die von Einwohnern aus Bunyola, Santa Maria und Alaró unterstützt wurden. In Erinnerung an den D-Day von Port de Sóller wird jedes Jahr Mitte Mai beim Volksfest Es Firó die blutige Schlacht zwischen Christen und Mauren von den Dorfbewohnern nachgespielt.


Auf der anderen Seite der Bucht, inmitten des Yachthafens, befindet sich die große
„Moll ­turistic“, die touristische Mole. Früher wurden hier Fässer und Container mit Oliven und Orangen gen spanisches Festland und Südfrankreich verladen. Heute dient sie zum Anlegen der Ausflugsboote, die von dort zu Tages- und Halbtagestörns in die nur wenige Seemeilen entfernte Bucht von Sa Calobra aufbrechen.


Auf der schräg gegenüberliegenden Seite der Mole befindet sich der einstige Militär- und U-Boot-Hafen von Port de Sóller. Während des spanischen Bürgerkriegs (1936-1939) sank hier ein havariertes Unterseeboot nur wenige Meter vor der Küste. Jegliche Versuche, die rund zwei Dutzend Soldaten aus dem Innern zu befreien, scheiterten kläglich.


Bereits seit Ende der 1990er Jahre sind die letzten Kriegsschiffe aus Port de Sóller verschwunden, der einstige Militärhafen ist geschlossen, betreten darf ihn dennoch keiner, er gilt nach wie vor als militärischer Sperrbezirk.
 

Alles im Blick

 

Beschreibung:
Sandstrand am südlichen Rand der Bucht von Port de Sóller.
Serviceeinrichtungen:
Rettungsschwimmer, Toiletten­häuschen, Duschen, Liegestuhlverleih. Gebührenpflichtiger Parkplatz hinter der Uferpromenade.
Wassersport:
Tretbootverleih am Strand (12 Euro/Stunde). Kajakverleih (20 Euro/Stunde) im Yachthafen gegenüber.
Essen & Trinken:
Restaurants und Lokale entlang der Bucht.
Anfahrt:
Von Sóller Richtung Port de Sóller. Vor dem Tunnel Sa Mola Abfahrt Richtung „Platja d‘en Repic“ nehmen. Der Straße bis zum Parkplatz folgen.

 

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