Strände

Nackedeis am Strand des Magiers

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Calvià - Mallorca

Playa Mago: früher Filmkulisse, heute Mallorcas FKK-Strand Nummer eins

Wer den Küstenabschnitt zwischen den beiden Urbanisationen Sol de Mallorca und Portals Vells am Südostzipfel Mallorcas von der Luft aus betrachtet, sieht drei Finger einer riesigen Hand, die sich in die Insel bohren. „Dreifinger-Bucht“ werden aus diesem Grund die drei schmalen, langgestreckten Calas genannt.


Die Mittlere beherbergt die Playa Mago, die 1967 bei den Dreharbeiten für den US-Film „Der Magier“ mit Anthony Quinn, Michael Caine und Candice Bergen als Naturkulisse diente und so dem kleinen, etwa 25 Meter breiten Sandstrand zu seinem Namen verhalf. Vom Hollywood-Dreh übrig geblieben ist einzig und allein eine Filmrequisite: ein kleines mallorquinisches Fischerboot, das heute den Eingang zum Strand und dem dahinter liegenden Restaurant markiert.


Frequentiert wird die in die dicht von Kiefern bestandene Felsbucht eingebettete Playa vor allem von Nackedeis, die sich oftmals schon auf den oberhalb gelegenen Parkplätzen ihrer Wäsche entledigen, um anschließend im Adamskostüm die steile Abfahrt hinunter zur Bucht zu marschieren. Wer die Badehose am Strand anbehält, muss sowohl unter der Woche als auch an Sonn- und Feiertagen damit rechnen, ein Außenseiter zu sein. Die Playa de Mago gilt als Mallorcas FKK-Strand Nummer eins. Und der ist wiederum auch bei Homosexuellen beliebt, die ihn insbesondere an Wochenenden besuchen.


Dann wird es im Sand allerdings auch häufig sehr schnell eng. Alternativen zu den wenigen Strandliegen und Sonnenschirmen bieten die Felsausläufer an den beiden Seiten der Bucht. Wer dort entlangläuft, entdeckt auf der gegenüberliegenden Seite der Cala eine Höhle mit drei rechteckigen Eingängen.


Um sie zu erreichen, muss man oberhalb der Küste bis zur nächsten Bucht, der Cala Portals Vells, laufen und von da bis zu deren äußersten Ende marschieren. Ein etwa 30-minütiger Ausflug, der sich lohnt. Die sogenannte „Coves de Mare de Déu“ birgt nämlich ein höchst interessante Geschichte. Entstanden ist die Höhle durch den Abbau von riesigen Sandstein-Quadern im 13. Jahrhundert. Mitte des 15. Jahrhunderts soll hier jedoch eine Handvoll genuesischer Schiffbrüchige nach einem Sturm an Land geflüchtet sein. Um sich beim lieben Gott, oder besser noch bei dessen Mutter (Mare de Déu = Mutter Gottes) für ihre Rettung zu bedanken, errichteten die italienischen Seefahrer in der Höhle einen Altar und stellten gleich noch eine Marienstatue hinein, die heute allerdings in einer eigens dafür gebauten Kapelle in Portals Nous zu bewundern ist.


Noch hunderte Jahre später diente die Höhle den umliegenden Einwohnern als Pilgerstätte. Heutzutage springen meist jugendliche Strandbesucher von den Klippen an ihrem Eingang ins sechs Meter tiefer liegende Wasser. Auch Seefahrer finden immer noch gerne hierher. Im Hochsommer gilt die Dreifinger-Bucht wegen ihrer vor Wind und Wellen meist geschützten Lage als beliebter Ankerplatz.


Tipp: Wem es an der Playa de Mago zu voll ist, sollte den Nachbarstrand auf der linken Seite besuchen. Bis ans Meer wachsende Kiefern spenden hier an heißen Tagen jede Menge natürlichen und kostenlosen Schatten. 

 

Alles im Blick

Beschreibung:
Kleiner Sandstrand in der mittleren Cala der „Dreifinger-­Bucht“ von Portals Vells (Calvià).
Service-Einrichtungen:
Liegestuhl- und Sonnenschirmverleih (9 Euro für zwei Personen pro Tag / 4,50 Euro für Singles). Kostenlose Parkplätze oberhalb der Bucht. Toiletten im nebenan liegenden Restaurant.
Wassersport:
Fehlanzeige. Wie immer bei Felsbuchten
ist es ratsam, eine Schnorchel­ausrüstung dabei zu haben.
Essen & Trinken:
Restaurant am Strand mit überdachter Terrasse. Speisekarte mit gängigen Fisch- und Fleischgerichten.
Anfahrt:
Autobahn Palma-Andratx, Ausfahrt Magaluf. Richtung Son Ferrer. Am Golfplatz Golf de Poniente dem Hinweisschild Richtung „Playa Mago“ folgen.    

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