Strände

Playa Es Dolç: Zwischen Kanuten und antiken Amphoren

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Salines (Ses) - Mallorca

Nahe der Playa finden sich Spuren phönizischer Seefahrer

Von Andreas John

Die Playa Es Dolç bei Colònia de Sant Jordi zählt dank kristall­klarem Wasser, flach ins Meer laufendem Sandgrund sowie einem im Hochsommer fast gänzlich fehlendem Wellengang eindeutig zu den ­Bilderbuchstränden ­Mallorcas. Der Grund dafür liegt etwa 300 Meter vor dem feinen Dünenstrand im Meer. Das kleine vorgelagerte Eiland Na Guardis schirmt die Playa vor Wind, Wellen und im Meer schwimmendem Unrat ab.

 

Geübte Schwimmer sollten sich einen Ausflug auf das Inselchen nicht entgehen lassen. Auf der zum Meer abgewandten Seite gibt es nebem einen Mini-Robinson-Strand auch Spuren phönizischer Seefahrer zu entdecken, die im ersten Jahrtausend vor Christi an Land gingen, um dort Wein und Gewürze zu lagern. Die Ruinen eines Depothauses aus dieser Zeit sind noch gut zu erkennen.

 

Wer seine Schnorchelausrüstung mitnimmt, findet in dem nur wenige Meter tiefen Sandgrund vielleicht sogar noch Bruchstücke antiker Amphoren. In Richtung des nahe gelegenen Hafens von Colònia de Sant Jordi liegen zudem ein phönizisches Handelsschiff sowie eine römische Galeeres als Hotspot für Taucher auf dem Meeresgrund.    

 

Doch Achtung: Das Schwimmen zwischen der Playa Es Dolç und dem vorgelagten Eiland Na Guardis ist nicht ganz ungefährlich. Im Hochsommer schippern und rasen hier Segelboote, Motor­yachten und Jetskis auf ihrem Weg von Colònia zu den weiter entfernteren Stränden von Ses Salines vorbei. Beobachten kann man vom Strand auch immer wieder entlang der Küste paddelnde Kajakfahrer, für die Mallorcas Südosten zu den bevorzugten Revieren zählt.

 

Hinter der etwa 350 Meter langen Playa liegt ein mehrere Hektar großes Dünenareal, das mit einem Maschendrahtzaun geschützt wird. Auf der linken äußeren Strandseite thront eine Fischerhütte auf dem ins Meer hinausragenden Felsen. Wer hier weiterläuft, kommt zu weiteren Stränden mit Karibik-Flair wie Es Carbó oder der Playa des Caragol.

 

Früh am Morgen, wenn noch keine Wälder von Schiffsmasten den Blick in die Ferne versperren, kann man den vorgelagerten Archipel Cabrera gut erkennen.

 

Apropos Cabrera: Strandgäste sollte auf jeden Fall einmal im Besucherzentrum des maritimen Nationalparkes von Cabrera vorbeischauen (Öffnungszeiten täglich von 11.15 bis 18.45 Uhr). Es befindet sich nur wenige hundert Meter von der Playa Es Dolç entfernt, am hinteren Ende des Hafen von Colonia Sant Jordi.

 

Das seit ein paar Wochen kostenpflichtige Museum (8 Euro Erwachsene, 4,50 Euro Kinder bis 12 Jahren) bietet dank zahlreicher Aquarien mit vielen Vertretern der im Mittelmeer vorkommenden Flora und Fauna einen durchaus kurzweiligen Einblick in die faszi­nierende Unterwasserwelt der Südostküste Mallorcas.

 

Beschreibung:
350 Meter langer Sandstrand am südlichen Hafenrand von Colònia de Sant Jordi.

Service-Einrichtungen:
Liegestuhl- und Sonnenschirmverleih (13 Euro für zwei Personen pro Tag / 7 Euro für Singles), Rettungsschwimmer. Gebührenpflichtige Parkplätze am Hafen.

Wassersportmöglichkeiten:
Tretbootverleih (je nach Größe zwischen 15 und 20 Euro pro Stunde). Ein Kajak- und Motorbootverleih (auch ohne Führerschein) findet sich am Strand im Hafen.

Essen & Trinken:
Chiringuito am Strand für kleine Snacks und Getränke. Restaurants am Hafen.

Anfahrt:
Von Campos Richtung Colònia de Sant Jordi. Am Ortseingang Hinweisschildern zum Hafen „Port“ folgen.

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