Strände

Cala Mondragó auf Mallorca: Wo Schildkröten baden gehen

7 Stimmen

Santanyí - Mallorca

In der Cala Mondragó gibt‘s gleich mehrere Playas zur Auswahl, so die Playa Sa Font d'en Alis und s'Amarador. Und auch abseits davon gibt es viel zu sehen

ANDREAS JOHN Aus den Boxen an der Bar quietscht ein uralter Abba-Song über die Playa Sa Font d'en Alis, die an diesem Freitag­morgen bereits gut besucht ist. Eben hat Toni, der Strandwart, drei jungen Engländern ins Tretboot geholfen, jetzt kassiert er von einem älteren italienischen Pärchen 12,50 Euro für zwei Liegestühle mit Sonnenschirm. Viele sind um kurz nach halb elf nicht mehr übrig. An der gegenüberliegenden Felsküste ankert eine Charter­yacht, die in der windgeschützten Cala Mondragó im Südosten von Mallorca die Nacht verbracht hat.

Motor- und Segelboote zählen ebenso wie die „Glasbottom-Boats" zu den häufigen Gästen in der Bucht in der Gemeinde Santanyí, die 1992 zusammen mit weiteren 785 Hektar Küstenlandschaft zum Naturschutzgebiet auf Mallorca erklärt wurde. Stille und Einsamkeit sucht man dennoch vergeblich. An dem rund 150 Meter langen Sandstrand geht es fast immer laut und hektisch zu.

Die Cala Mondragó liegt zwischen den Küstenorten Portopetro im Nordosten und Cala Figuera im Süden im Gemeindegebiet Santanyí im Südosten von Mallorca. Das geschützte Gebiet umfasst die Strände Caló des Borgit, ses Fonts de n'Alís (auch Mondragó genannt) und s'Amarador.

Strände auf Mallorca: Blick auf die Cala Mondragó

Wer dem Rummel entgehen will, geht am besten zur nebenan liegenden Playa s'Amarador. Ein knapp 500 Meter langer Weg, der direkt an der Felsküste verläuft, führt zu diesem größeren und breiteren Sandstrand, der früher als Nasslager (amarar bedeutet „wassern") für gefällte Baumstämme genutzt wurde.

Links neben dem ­Chiringuito, an dem Sturzbach, der den angrenzenden Kiefernwald teilt, liegt ein von Schilfpflanzen umringtes Mini-Feuchtgebiet ­(albufera). Hier wurden Mitte der 80er Jahren mehrere ­Exemplare der auf Mallorca einst heimischen, im Laufe der Zeit jedoch immer selten gewordenen Landschildkröten angesiedelt, denen man in aller Herrgottsfrühe oder kurz vor Sonnenuntergang beim Baden in den Pfützen der ­albufera zusehen kann.

Die Playa s'Amarador wurde 2008 bei einer Umfrage des Internet-Portals „Onbeach.com" zum schönsten Strand Europas gewählt. Eine Rolle gespielt haben dürfte dabei das dank seines flachen Sandgrundes stets türkisfarbene Wasser sowie die 180-Grad-Ausblicke auf die von Kiefern gesäumte Felsbucht.

Tipp: Wem das Baden oder Dösen am Strand zu langweilig wird, der sollte eine kleine Expedition entlang der Küste von Mallorca starten. Sowohl von der Playa Sa Font d'en Alis als auch vom Strand s'Amarador führen verschiedene Wege entlang der Küste durch das Naturschutzgebiet.

Zu entdecken gibt es hier unter anderem zahlreiche Felsvorsprünge und kleinere Einbuchtungen, die sich mithilfe eines Handtuchs ganz hervorragend zum exklusiven Privatstrand umgestalten lassen. Die Wege sind in der Regel gut befestigt und verlaufen zum Großteil unter schattenspendenden Kiefern. Entlang der Wege aufgestellte Info-Tafeln helfen bei der Orientierung und geben Informationen über die unterschiedlichen Längen der jeweiligen ­Erkundungstouren.


 

Anfahrt nach Cala Mondragó

Wer von Santan­yí an die Playa s'Amarador fährt, kann umsonst parken. Vom Parkplatz führt ein ca. 500 Meter langer Weg hinunter zum Strand. Wer von Cala d'Or zur Playa Sa Font d'en Alis fährt, findet 300 Meter vom Strand entfernt einen gebührenpflichtigen Parkplatz.

Muss man bislang mit dem Privatauto anreisen, plant die Landesregieurng die Strände Cala Mondragó und s'Amarador im Naturpark Mondragó an das öffentliche Bussystem anzubinden. So sollen die Frequenzen der Linie TIB 507 ausgebaut werden und strenger gegen Wildparker vorgegangen werden. Auch die Bushaltestellen würden optimiert. Dafür steht ein Budget von 61.000 Euro zur Verfügung.

Beschreibung des Strands

Flach verlaufende Sandstrände an der naturgeschützten, mit Kiefern bewachsenen Felsenbucht Mondragó.

Serviceeinrichtungen am Strand

Toilletenhäuschen (an der Playa Sa Font d'en Alis auch behindertengerecht), Rettungsschwimmer (nur Sa Font), Liegestuhlverleih (12,50 Euro pro Tag für zwei Personen).

Essen & Trinken am Strand

An beiden Stränden gibt es Chiringuitos, Sa Font d'en Alis bietet zusätzlich ein Café sowie eine Pizzeria.

Wassersport-Angebote

Tretbootverleih an der Playa Sa Font d'en Alis (15 Euro pro Stunde). Die gesamte Felsküste sowie verschiedene Aushöhlungen laden zum Schnorcheln ein.

Weitere Strände auf Mallorca

Fotogalerie

Karte