Sightseeing

Dorfcheck Portopetro: Ein Hafen für Individualisten

39 Stimmen

Santanyí - Mallorca

Urlaubsflair wie einst nebst luxuriöser Hotelanlage – ein Streifzug durch Portopetro

JUTTA CHRISTOPH

Entspannt eintauchen
Diesmal gehen wir den Dorfcheck ganz gelassen an, mit einem Thalassobad im Spa Puravida im Hotel Blau – mit persönlich abgestimmten essentiellen Ölen und reinigenden Kräutern. Eine halbe Stunde dauert die duftende Verwöhntherapie, danach erklärt Daniela Kazakova dem Gast bei einer Tasse Tee das Prinzip der Basenbehandlung nach ­Peter Jentschura. Denn entgiften und entschlacken steht auf der Wunschliste vieler Gäste ge­rade im Frühjahr ganz oben, weiß die Spa-Verantwortliche. Der Verdienst des deutschen Naturforschers: Er hat die traditionelle indische Ayurveda-Heilkunst für Europa passend gemacht. In Form basischer Anwendungen mit einheimischen Kräutern und Mineralien, wie die Zwölf-Kräuter-­Stempelmassage und Salz-Öl-Rückenmassage (ab 39 Euro). Wer den Thermalkreislauf des Puravida kennenlernen möchte, reserviert sich eine Liege für den Moonlight-Spa, der einmal monatlich von 20 bis 23 Uhr stattfindet (25 Euro inkl. Prosecco und Fußmassage, Tel.: 971-64 82 82).

Genieße den Tag
Carpe diem heißt auch das Motto in der umgebauten Garage von Eva und Patricia – einen Steinwurf vom Hotel Blau entfernt. Statt sich arbeitslos zu melden, verwandelten die Schwestern im letzten Sommer zusammen mit Freund und Koch Nick das schlichte Laden­lokal in eine geschmackvolle Bar. Die Einrichtung mit viel Holz und hellen Farben haben die jungen Unternehmerinnen selbst entworfen, das Bar-Programm soll in dieser Saison eine noch klarere Linie bekommen. Mit Live-Konzerten auf der Terrasse sowie Cocktail- und Wein-Verkostungen wollen sie sich vom breiteren Tourismus im benachbarten Cala d‘Or abgrenzen. Auch bei den Speisen setzt man im Carpe Diem auf kleine ausgewählte Snacks wie Rinder-Carpaccio und verschiedene Salate. Und wer ein passendes Dorf-Souvenir sucht: Eva und Patricia bieten eine Auswahl der spanischen Schmuckkollektion Porto-Petro an (ab 15 Euro), darunter hübsche Armbänder und Hals­ketten (Passeig des Port, 52, täglich geöffnet 10 bis 24 Uhr).

Logieren wie auf Ibiza
Mit dem Hostal de Luxe Varadero gibt es seit einem Jahr eine preiswerte Option zur Sterne-Hotellerie im Ort. Besitzer Alberto Aldrover setzt vor allem auf junge Individual­reisende, die schlicht und schön direkt am Hafen wohnen möchten. Er restaurierte das ehemalige Hotel aus den 60er Jahren im Ibiza-Look, die 46 Zimmer für zwei bis vier Personen versprühen Sommerflair – mit blauen Fensterläden, gemauerten weißen Schränken und türkisfarbenen Fliesen im Bad. Auf der dritten Etage befindet sich die Dachterrasse mit der Sky-Bar, wo man auf dicken Polstern lümmelnd aufs Meer schauen kann. Gegenüber vom Hostal gibt‘s einen Garten mit Pool und Yogahäuschen, reserviert für die Gäste. Auch hier geht guter Geschmack vor: Die Holzliegen haben Baumwollauflagen, die Sonnenschirme Hüte aus Schilfrohr. Zum Varadero gehört auch ein kleiner Souvenir­laden, La Botiga, mit typischen und ausgefallenen Mallorca-Produkten (Zimmer ab 35 Euro/Person, www.­varaderoworld.com)

Mediterrane Hausmannskost
Im La Caracola sind schon mittags alle Tische besetzt. Viele Einheimische kommen seit
50 Jahren in das einfache Restaurant am Hafen, das statt auf Etepetete auf qualitative mediterrane Küche setzt. „Wir kochen etwas für jeden Tag, gute Hausmannskost für die Arbeiter“, sagt Gonzales, der das Restaurant schon seit 30 Jahren betreibt. Darunter versteht er neben trampó (5,90 Euro), Paella-Varianten und Schnitzel, auch eine große Auswahl an frischem Fisch sowie verschiedene Fleischgerichte. Die Gäste sitzen an Holztischen auf der überdachten Terrasse oder drinnen neben der Bar, längst kochen in der Küche nicht mehr eine, sondern vier Frauen für die wachsende Fangemeinde. Gonzales sieht das locker: „Wir haben das ganze Jahr über geöffnet, bei uns ist jeder willkommen.“ (Avda. del Puerto, 40, täglich geöffnet 6.30 bis 24 Uhr).

Picknick am Steg
Wer noch näher am Meer sitzen möchte, nimmt sich bei Gonzales ein pepito con lomo, Schweinelende im Brötchen, oder ein Käse­baguette mit und spaziert über den Passeig de la Aduana und diverse Holzstege am Meer entlang. Zum Glück wurde die kleine Promenade auf der Rückseite der Fischer- und Sommerhäuser so einfach belassen, wie sie ist: mit Holzgeländern zwischen Felsen und ausgetretenen Steintreppen, die zum Bootsanleger oder für Schwimmer direkt ins Wasser führen. Sonnenanbeter strecken sich gemütlich auf dem Trockenen aus und verzehren bei leisem Wellenplätschern ihren Mittagsimbiss auf dem Steg.

Tafeln im Bambus-Separee
Auf dem Rückweg treffen wir noch mal auf Alberto Aldrover. Nicht persönlich, aber auf sein Restaurant Varadero (Passeig de la Aduana, 5, täglich geöffnet 10 bis 2 Uhr). Wenn man das Lokal vom Hafen aus betritt, führt eine breite Treppe an der offenen Küche vorbei und über drei Terrassen hoch zum Eingang an der Straße. Auf jeder Terrasse hat der Mallorquiner kleine Privaträume für seine Gäste eingerichtet, die hier an einem großen Tisch ungestört essen und später aufs Sofa zu Smoothie und Cocktail wechseln können. Koch Claudio serviert südländische Küche aus der ganzen Welt, Hummus aus Kichererbsen genau so wie Thunfisch-Tataki mit geschmorten Tomaten und knuspriger Polenta (28,75 Euro).
 

Fotogalerie

Karte