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Restaurant Tristán: Einmal bei Schwaiger speisen

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Calvià - Mallorca

Seine beiden Michelin-Sterne hat das legendäre Restaurant Tristán abgelegt.
Es gibt jetzt kein Tamtam mehr, aber das Essen ist immer noch vorzüglich

SILKE DROLL. Es gibt viele gute Restaurants auf Mallorca, aber keines ist so berühmt wie das Tristán in Puerto Portals. Seine beiden Michelin-Sterne hat ­Küchenchef Gerhard Schwaiger mittlerweile abgelegt, und das frühere Tamtam dazu. Den Blick auf die Yachten und Flaneure des Nobelhafens aber hat man hier weiterhin und gutes Essen sowieso. An diesem Mittag sitzen mehrere Familien mit ihren Kindern in lässigen Sommer-Outfits und ein asiatisches Paar auf der Terrasse des Tristán Mar. Tischdecken in hellem Türkis und weiß-goldene Rettungsringe an der Wand schaffen luftig-maritimes Ambiente. Auch drinnen, im stets gut gefüllten Bistro, herrscht eine Atmosphäre wie auf dem Sonnendeck eines Luxuskreuzers. Im früheren Edel-Tristán gab ein Gast locker 200 Euro pro Abend aus – wenn er nicht gerade die teuerste Flasche Wein für 13.000 Euro bestellte. Heute kostet das Menü im ­Bistro mittags ab 29,50 Euro, abends ab 59 Euro.


Die Geschichte des Tristán beginnt 1986 mit der Eröffnung des Yachthafens Puerto Portals. Mit den Läden und Lokalen an der neuen Flaniermeile wollten die Gründer, das deutsche Unternehmer-Ehepaar Margarita und Klaus Graf, zeigen, wie guter Service aussieht. Für das neue Top-Restaurant holten sie Heinz Winkler, den Drei-Sterne-Koch vom „Tantris“ in München. Der damals 26-jährige Gerhard Schwaiger heuerte als Souchef an, seit 1989 ist er selbst der Chef. Als bis heute einziger Koch auf der Insel brachte es der aus Memmingen stammende Schwaiger zu zwei Michelin-Sternen. Der erste kam 1988, der zweite 1990. Zum Glanz des Tristán trug aber auch die dort speisende Prominenz und das Sehen- und Gesehen-Werden auf der Glasterrasse bei. Von der Königsfamilie abwärts kehrte dort das Who‘s who der Insel ein.


Doch Ende 2009 kam die Hiobsbotschaft. Die Michelin-Redaktion zeichnete das Tristán nur noch mit einem Stern aus. Den zweiten gab Schwaiger (53) mit der Schließung seines Luxuslokals zum Jahresende 2011 selbst auf. Mit den heutigen Lokalen „Bistro del Tristán“ und dem auf Fisch und Meeresfrüchte spezialisierten „Tristán Mar“ erfand er sich in den alten Räumen neu.


Er spielt jetzt in der Liga der gehobenen Restaurants. Seine Philosophie: „Es wird einfach gekocht, ohne dass es einfach schmeckt. Im alten Tristán gab es außergewöhnliche Techniken und Konsistenzen. Jetzt machen wir ein Top-Produkt von der Natur ohne viel Bastlerei.“ Ein MZ-Testessen bestätigt dies. Die Kumato-Tomaten harmonieren mit den Lauchzwiebeln (12,50 Euro), die Tagliolini mit Trüffeln (19,50 Euro) sind delikat. Selbst der simple Gurkensalat, der zum Seewolf in Salzkruste (29 Euro) gereicht wird, ist ein Erlebnis. Hinterher ist man wunderbar satt, aber kein bisschen schwer.   

 

Wann und wo

 

Im Sommer öffnen das Bistro del Tristán und das Tristán Mar mittags von 13 bis 15.30 und abends von 19.30 bis 23 bzw. 23.30 Uhr. Im Winter verschieben sich die Öffnungszeiten am Abend leicht. „Mar“: 19 bis 23 Uhr, Bistro: 19 bis 22.30 Uhr. Ruhetag im „Mar“ ist Montag, im Bistro Dienstag. Die Bar des Tristán ist täglich ab 12 Uhr mittags (open end) geöffnet. Von Januar bis Mitte Februar schließen die im Hafen von Puerto Portals gelegenen Lokale. Tel.: 971-67 55 47, www.grupotristan.com.

 

Alternativen

Top-Restaurants auf der insel

 

Auf hohem Niveau speist man auf Mallorca auch in den Lokalen von Marc Fosh in Palma. Oder bei Victor García im La Forteza (Hotel Cap Rocat) sowie bei Guillem Méndez im Es Olivo (Hotel Residencia in Deià). Ebenfalls herausragend: die Sterne-Köche Tomeu ­Caldentey (Es Molí d‘en Bou, Sa Coma), Macarena de Castro (Jardín, Port de Alcúdia), Fernando Pérez im Zaranda (Zaranda, Hilton Sa Torre) und Josef Sauerschell (Es Racó d‘es Teix in Deià).

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