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Inlineskates: Auf leisen Rollen zum schlafenden Ballermann

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Palma de Mallorca - Mallorca

Mit Inlineskates von Portitxol bis Can Pastilla – ein Ausflug vom kleinen Fischerhafen aus Vor-Boom-Zeiten zu den Hochburgen des Strandurlaubs

JOHANNES KRAYER. Mallorca im Januar, 17 Grad, ein angenehmer Sonne-Wolken-Mix. Es zieht einen ins Freie. Was macht man bei diesem Wetter am besten? Man schnappt sich seine Liebste oder ein paar Freunde, schnallt sich die Inlineskates an und geht auf die Piste.

 

Nirgendwo geht das auf Mallorca so gut wie an Palmas Strandpromenade, dem Paseo Marítimo, und an der Playa de Palma. Von Westen kommend beginnt kurz hinter dem Leuchtturm Porto Pi ein Radweg, der für Inlineskater bestens geeignet ist. Im Osten ist zwar prinzipiell erst in Arenal Schluss mit der Strandpromenade, ab Can Pastilla aber wird das Skaten wegen der rauen Oberfläche unangenehm.

 

Wir starten unsere Tour am Strand von Portitxol. Hier weht ein Hauch von Miami, drei Palmen stehen stolz in einer viel zu kleinen Aussparung der Promenade. Sie wanken majestätisch im Wind. Daneben der Kontrast: kleine Bars und alte Fischerhäuser, dazu unscheinbare, etwas heruntergekommene Jollen im Hafenbecken von Molinar. So muss es auf Mallorca vor dem Tourismusboom ausgesehen haben.

 

Der Weg ist ebenerdig und in gutem Zustand. Auch an einem Winterdonnerstag sind einige Fahrradfahrer und Spaziergänger unterwegs, für Skater ist viel Platz. Im Sommer dagegen kann es auf dem Weg eng werden.

 

Der Abschnitt zwischen Portitxol und Can Pastilla ist das Nonplusultra der mallorquinischen Inlineskate-Szene. Ein neuer Radweg, Traumblicke auf die Bucht und die Stadt Palma mit den Ausläufern der Serra de Tramuntana im Hintergrund, und enorm viel Platz und Zeit zum Austoben.

 

Von Portitxol nach Can Pastilla sind es etwa sieben Kilometer. Legt man die gesamte Strecke ab dem Paseo Marítimo zurück, kommt man auf das Doppelte. Somit stehen also rund 15 Kilometer Skaterpiste zur Verfügung.

 

Durch Portitxol und Molinar führt der Weg völlig gerade direkt an der Straße entlang, leider unterhalb der leicht erhöhten Strandpromenade, sodass man nicht unmittelbar am Meer entlanggleitet. Die Wellen rauschen an diesem Tag mit ziemlicher Wucht an die Küste.

 

Nach etwa zwei Kilometern erreicht man Ciutat Jardí. Auch hier gibt es noch viele traditionelle Fischlokale und einen gut besuchten Spielplatz direkt am Strand. Die Klettergeräte sind praktisch immer von Kleinkindern besetzt.

 

Danach kommt eine abschüssige Engstelle, der einzige heikle Punkt der ganzen Tour. Ungeübte sollten rechtzeitig bremsen, da eine tückische Kurve lauert, um die oft schnelle Radfahrer herumschießen. Mit Blick auf die Strandbar „El Peñón“ geht es um eine weitere kritische Kurve auf einen gepflasterten Belag, der einem erst einmal den Schwung nimmt. Außerdem geht es bergauf. Durch ein Wohngebiet kommt man nach Cala Gamba, einem weiteren kleinen Hafen mit Fischerbooten. Ein Geruch nach Algen und Fisch liegt  in der Luft.

 

Nach Cala Gamba verlässt man für einige Minuten die Siedlung. Durch das Dünengebiet Es Carnatge schlängelt sich der Weg vorbei an tundra-artigem Gestrüpp und Sandfeldern. Acht Hektar groß ist dieses Gelände zwischen dem Krankenhaus Sant Joan de Déu und Can Pastilla. Hier kommt man auch direkt unter der Einflugschneise des Flughafens von Palma vorbei. Jetzt, im Winter, muss man unter Umständen lange warten, bis sich eine der Maschinen direkt über dem Kopf herabsenkt. Zur Hochsaison gibt es das Gedröhne alle zwei Minuten.

 

Kurz danach erreicht man die ersten Häuser von Can Pastilla. Auf den Straßen wird nun viel Deutsch gesprochen. Zwei Kurven später ist man am Balneario 15. Fast-Food-Ketten, deutsche Kneipen und T-Shirt-Shops. Am Strand lassen zwei Männer Drachen steigen. Einige deutsche Ehepaare sitzen auf den Bänken an der Promenade. Hier endet die Etappe. Ein Bier täte jetzt gut, aber in der Nebensaison ist die Strandbar geschlossen.

 

Dafür erfrischt auf dem Rückweg kräftiger Gegenwind …

 

Zwei Anfahrten:

 

Möchte man in Portitxol starten, fährt man am besten an den Strand beim Nassau Beach Club. Dort führt der Weg direkt an der Strandpromenade vorbei. Wer in Can Pastilla einsteigen will, nimmt auf der Flughafenautobahn die Ausfahrt 8 und parkt direkt am Strand.

 

Alternativen:

 

Zum Skaten im Internet treffen
Neben dem Paseo Marítimo eignet sich auch die Strand- promenade in Can Picafort zum Inlineskaten. Eine andere Strecke führt vom Marineland in Costa d‘en Blanes nach El Toro. Die Strecke ist allerdings nicht für Anfänger geeignet, weil sie mehrere starke Steigungen beinhaltet. Wer am Skaten interes- siert ist, schaut am besten auf der Homepage www. mallorcapatina.com vorbei. Auf dieser Facebook-Seite verabreden sich vornehmlich auf Spanisch Hobby-Inlineskater, um auf Tour zu ge- hen. Inlineskates und Zubehör sind unter anderem bei „Roll & Roll“ in der Avenida Argentina, 35 in Palma erhältlich.

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