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Diese Cafés haben Geschichte geschrieben

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Palma de Mallorca - Mallorca

Wo sich ganz Palma trifft: Zu Gast im Ca‘n Joan de S‘aigo, der Bar Cristal und der Bar Bosch

SIMONE WERNER. Jeder Reiseführer, der sie nicht auf der Liste der Top-Sehenswürdigkeiten in Palma stehen hat, enthält dem Leser etwas vor. Die Rede ist von den drei bekanntesten historischen Cafés der Inselhauptstadt: Ca‘n Joan de S‘aigo, Bar Cristal und Bar Bosch. Dabei ist es gar nicht so einfach, in Worte zu fassen, was die Faszination dieser drei Lokale ausmacht. Man muss dort gewesen sein, am besten nicht nur einmal, und dieses besondere Gefühl erleben. Das Gefühl, dazuzugehören, teilzuhaben am Leben  und an der Geschichte der Stadt und ihrer Menschen. Der Gang in diese Bars ist über Generationen hinweg zur Gewohnheit geworden. Es ist meist voll hier, auch viele Urlauber sind unter den Besuchern – die Preise aber sind weiterhin fair. Wer sich auf den Stühlen einer dieser Bars niederlässt, ist umgeben von Menschen jeglicher Couleur, die aus den verschiedensten Gesellschaftsschichten kommen. Wo, wenn nicht in diesen Tradi­tionscafés, findet man auf Mallorca Orte, in denen das Publikum derartig gemischt ist?

 

Das Ca‘n Joan de S‘aigo

 

Seit über 300 Jahren gibt es die im Jahr 1700 gegründete Chocolatería Ca‘n Joan de S‘aigo. Vor allem um die ­Mittagszeit sowie am späten Nachmittag ist das versteckt in Palmas Altstadt gelegene Café bis auf den letzten Platz belegt. Die besonders gute heiße Schokolade, die ensaimadas und das hausgemachte Eis ziehen gleichermaßen Einheimische und Besucher an. Am häufigsten bestellen die Gäste Mandeleis, das eigenhändig und selbstverständlich ohne chemische Zusatzstoffe zubereitet wird. Marmortische, alte Holzstühle und vergilbte Aushänge mit dem Speisen-Angebot versetzen den Gast in eine andere Zeit.
Ca‘n Joan de S‘aigo, C/. Can Sanç, 10, Mo, Mi - Fr 8 bis 21 Uhr, Sa und So 8 bis 21.15, Di geschlossen.

 

Die Bar Cristal

 

Seit 1930 stehen die Türen der Bar Cristal auf der ­Plaça d‘Espanya offen. Ob die Bar ihren Namen tatsächlich den großen Fenstern zu verdanken hat, kann der Geschäftsführer Tolo Ramis nicht sicher sagen. Er hat das Lokal 1955 von seinem Vater übernommen, der zuvor 20 Jahre lang in Frankreich gelebt hat. Der Bar, die auch über eine große Außenterrasse auf dem wuseligen Platz verfügt, sieht man das an. „Von hier lassen sich wunderbar vorbeilaufende schöne Frauen bewundern“, flötet Sebastián Erasmo, einer der Stammkunden. Der Architekt kam schon mit seinen Großeltern und Eltern in die Bar Cristal, und kehrt immer noch circa dreimal die Woche hier ein. „Es ist für mich zu einer Gewohnheit geworden.“ Dass hier doch einiges renovierungsbedürftig ist, tut dem Charme keinen Abbruch.
Bar Cristal, Plaça d‘Espanya, 4-6, täglich 7 Uhr morgens bis 1.30 nachts.

 

Die Bar Bosch

 

Es ist die wohl berühmteste Bar in Palma. Seit 1936 zieht es Tag für Tag zahllose Menschen in das am Ende des Passeig del Born gelegene Lokal mit seinem langen Tresen. Manche angeblich sogar dreimal am Tag. Wer hier sitzt, tut dies nicht nur aus kulinarischen Gründen. Auch sehen und gesehen werden spielen eine Rolle. Je nachdem, ob man am Tresen steht oder an einem Tisch im Innen- oder Außenbereich sitzt, zahlt man unterschiedlich viel für seine Bestellung. Besonders beliebt: langostas (geröstetes Brot mit Olivenöl, Tomate und Sobrassada).
Bar Bosch, Plaça Rei Joan Carles I, 6, Mo - Sa 7 - 2.30 Uhr, So 8 bis 2 Uhr.

 

Anfahrt:

 

Autovía Richtung Manacor (MA-15). An der Abfahrt Mon- tuïri steht ein Wegweiser, der auf Son Fornés hinweist. Die Ausgrabungsstätte liegt an der MA-3200 hinter dem Ort. Infos im Internet: www. sonfornes.mallorca.museum

 

Alternativen:

 

S'Illot, Ses Paises und S'Hospitalet
Weitere sehenswerte Talayot- Siedlungen finden sich auf Mal- lorca etwa in S‘Hospitalet Vell in der Nähe der Cales de Mal- lorca (Gemeinde Manacor). Das dazugehörige Museu d‘Història liegt an der Ctra. Manacor-Cales de Mallorca, km 1,5. Ein Klassi- ker ist die Siedlung Ses Païsses bei Artà im Nordosten von Mal- lorca. Auch in S‘Illot an der Ost- küste gibt es zahlreiche talayoti- sche Ausgrabungen.

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