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Vier Stunden für Palma: Tipps für die Kurzvisite im Sommer

Sie machen Urlaub am Strand und haben Lust auf einen halben Tag City-Tourismus?
10-08-2011 23:00
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Immer etwas zu entdecken: Gasse in Palma Foto: DM

Immer etwas zu entdecken: Gasse in Palma Foto: DM

Palma de Mallorca ist ein Glücksfall für den Urlaubsgast: rasch erreichbar, kurze Distanzen, tolle Atmosphäre und ein großartiges Angebot auf allen Ebenen. Solange man seinen Ausflug nicht auf Samstagnachmittag oder Sonntag legt, wird die Inselhauptstadt niemanden enttäuschen.

Allerdings ist die Stadt auch ein Labyrinth voller Touristenfallen einerseits und Geheimtipps andererseits. Unsere Vorschläge sollen einen entspannten Stadtbummel ermöglichen, bei dem man ohne langes Herumirren einige sehenswerte Winkel der Stadt kennenlernt. Damit das nicht in Stress ausartet, haben wir eine sehr kleine Auswahl vorgenommen. Zeitbedarf: circa vier Stunden – in aller Gemütlichkeit.

Wir gehen davon aus, dass Sie am frühen Vormittag mit dem Mietwagen ankommen, und schlagen zwei gebührenpflichtige Parkgaragen in Zentrumsnähe vor, die leicht zu finden sind. Die meisten Geschäfte öffnen um 10 Uhr. Noch ein Tipp: Machen Sie sich für Palma ein wenig hübsch – die Stadt verdient es sich. Viel Spaß!


Erstes Mal, Palma global

Besucherprofil: Sie waren noch nie in Palma und wollen einen Gesamteindruck gewinnen, ohne sich dabei abzuhetzen.

Parkgarage: Parc de la Mar

Route: Unten am Almudaina-Palast vorbei schlendern Sie den Passeig del Born Richtung Stadtmitte. Am Ende rechts abbiegen und weiter bis zu den Treppenaufgängen zur Plaça Major. Von dort stechen Sie gerade dann, wenn's richtig heiß wird, ins schattige Altstadtlabyrinth mit seinen Patios und Palästen: Pl. Marqués Palmer, Pl. Coll, C/. Canisseria, C/. Can Savellà. Der Blick in den ersten Riesen-Patio rechter Hand (Can Vivot, Hausnummer 3) reicht aus, denn nach der Plaça Santa Eulàlia gibt es in der C/. Morey weitere zu sehen. Nun die Stadtmauer entlang zur Kathedrale, in die zwar Massen strömen, aber mit gutem Grund. Wer danach schattig shoppen will: C/. Jaume III.

Hitze-Fluchträume: McDonald's (Born), Gran Hotel (Pl. Weyler).

Tipps zum Ausklang: Zwei nicht ganz billige Lokale mit Am­biente: „Cappuccino", Ecke Costa de la Seu-Conquistador, gehobene Preislage, oder das „13 %" in der C/. Feliu (keine Touristenfalle, gesundes Essen).


Entspannter Einkaufsbummel

Besucherprofil: Sie shoppen gerne, wollen aber Touristenfallen meiden und entdecken gerne mal etwas Besonderes.

Parkgarage: Passeig Mallorca

Route: Jaume III (Edel-Shopping-Meile), C/. Unió bis zur Pl. Mercat. Hier lauert ein Dreieck voll origineller Kleinläden (C/. Brossa, C/. Sant Nicolau, C/. Quint). Die wimmelige C/. Jaume II rechts liegen lassen, zurück zur Pl. Mercat und über die Pl. Weyler und Costa de sa Pols hinauf zur C/. Sant Miquel. Rechter Hand herrscht zwar Dauergetümmel, aber es gibt doch interessante Läden. Ansonsten gleich links ab und dann die C/. Oms hinunter. Nun entweder quer durch den Kern der unteren Altstadt zurück zum Passeig Mallorca, wobei man auf nur wenige Shops stoßen wird (aber der Weg ist kürzer), oder die Rambla Richtung Pl. Major und auf der anderen Straßenseite die Jaume III in die Gegenrichtung bis zum Parkplatz.

Hitze-Fluchträume: Großkaufhaus El Corte Inglés (Jaume II), Gran Hotel (Pl. Weyler).

Tipps zum Ausklang: Ca'n Joan de S'Aigo (Plüsch-Café in der C/. Bonaire) oder Blockhouse (solide Gastronomie am Passeig Mallorca, 16).


Es darf auch Kultur sein

Besucherprofil: Sie sind kein Kunsthistoriker, aber ein schönes Baudenkmal oder Kunstwerk lässt Ihr Herz höher schlagen.

Parkgarage: Passeig Mallorca

Route: Das Kunstmuseum Es Baluard an der Pl. Porta de Santa Catalina ist in eine alte Festung des Stadtwalls hineingebaut, von den Dachterrassen (freier Zugang) haben Sie einen schönen Blick auf die Stadt, drinnen gibt es neben Kunst einen historischen Wasserspeicher zu sehen (freitags bezahlen Sie, so viel Sie wollen, und es ist bis 24 Uhr geöffnet). Durch C/. Santa Creu, C/. Sant Llorenç und C/. Sant Pere vorbei am Regierungssitz Consolat de Mar kommen Sie zum Gotikjuwel La Lonja, derzeit mit einer attraktiven Kunstinstallation von Fabrizio Plessi (freier Zugang, 17 bis 24 Uhr). Dann schlendern Sie den Passeig del Born hoch und besichtigen den Stadtpalast Palau Solleric (freier Zugang, mittags geschlossen): prächtiges Haus, wunderbare Fotoausstellung. Weiter zum herrlichen Jugendstilbau Gran Hotel an der Plaça Weyler (freier Zutritt, Ausstellungen) und von dort durch die Galerie-Gasse Can Verí (empfehlenswert: Kulturzentrum Pelaires) zur C/. Conquistador. Der Palau March ist ebenso einen Besuch wert wie – natürlich – die Kathedrale (Petruskapelle mit Barceló-Fresken beachten). Der Rückweg könnte durch die C/. Sant Feliu mit ihren Stadtpalästen und Galerien führen.

Hitze-Fluchträume: Kunstmuseum Es Baluard (Eintritt), Gran Hotel (freier Zugang, Ausstellungen), Kaufhaus El Corte Inglés (C/. Jaume III).

Tipps zum Ausklang: Restaurant des Museums (super Blick, gutes Essen, Bedienung freundlich, wenn auch etwas slow), Café Sa Lonja (Terrasse) oder Sa Bóveda (C/. Botera, ambientevoller Tapas-Keller).

Palma mit Kindern

Besucherprofil: Sie wollen Ihrer Familie endloses Herumirren ersparen und brauchen Rettungsinseln für klassische Krisensituationen.

Parkgarage: Parc de la Mar (leicht zu finden, auch wenn man von den Mitfahrern genervt wird)

Route: Die Wirkung der Kathedrale auf Ihre Familie ist ein zuverlässiges Begeisterungsbarometer. Normalerweise müsste der Anblick alle umhauen. Wenn nicht: Vorsicht mit allem, was nach Kultur oder Historie riecht! Daher gleich die Route für den GAU: die C/. Antonio Maura durch die Gartenanlage rechter Hand hoch, da stehen meist unterhaltsame „lebende Skulpturen". Weiter auf dem Born Richtung Innenstadt, auf dem sehr breiten Fußgängerstreifen können Eltern von Kleinkindern einigermaßen entspannen. Wem die Brieftasche locker sitzt, kann sich in die Zone der Gassen Brossa, Sant Nicolau und Quint wagen, wo originelles Spielzeug-, Mode- und Süßigkeiten-Shopping angesagt ist.

Ist dann noch Energie übrig, weiter zum Gran Hotel (Plaça Weyler) und die Treppen hoch zur Plaça Major, auf der immer etwas los ist (Straßenmusiker, lebende Skulpturen), wo man sich aber nur dann in ein Lokal setzen sollte, wenn man das typische Touri-Erlebnis sucht. Andernfalls lieber zurückwandern und in die C/. Jaume III einbiegen, wo drei Eisdielen die Schlecklust der Jugend bedienen. Unser Tipp: Can Miquel (hausgemachtes Eis, freundliche Bedienung). Zurück zum Parc de la Mar, bei Abenteuerlust entweder durch die Altstadtgassen (verirren hat keine gravierenden Konsequenzen) oder wieder den Passeig del Born hinunter.

Hitze-Fluchträume: McDonald's (Born), Gran Hotel (dort droht jedoch Kultur ...), El Corte Inglés (C/. Jaume III).

Notfall- und Alternativpläne: Im WC-Fall El Corte Inglés (Erdgeschoss über dem Supermarkt). Und bei dringendem Entertainmentbedarf gibt es folgende Möglichkeiten: Im zweiten und größeren Corte-Inglés-Kaufhaus (Avenida Alexandre Rosselló, von der Plaça d'Espanya aus die Ringstraße Richtung Süden) läuft bis Anfang September eine Ausstellung von Star-Wars-Figuren und -Modellen zum Teil beträchtlicher Größe (oberste Etage, natürlich mit eingestreuten Verkaufsregalen). In Betracht kommen auch die Einkaufszentren Porto Pi (klimatisiert) am westlichen Ende des Hafens von Palma oder der Festival Park (offene Anlage mit Kinos, Shops, Restaurants, Kunsthandwerkermarkt, Attraktionen) an der Autobahn Palma-Inca, Ausfahrt Marratxí-Bunyola.

Andere Alternativen sind ein Bummel entlang des Hafens mit seinen Superyachten und Kreuzfahrtschiffen. Dieser Spaziergang wird jedoch erst in einiger Entfernung von der Altstadt wirklich interessant. Oder man fährt zum Castell de Bellver – Burgen sind ja immer cool (und kühl), und der Blick ist großartig.

Einen schönen Spielplatz fürs Kinder-Chill-out nach dem Palma-Rundgang findet man im östlichen Teil des Parc de la Mar.

Tipps zum Ausklang: Ikea an der Ringautobahn Richtung Flughafen/Meer (Ausfahrt Manacor). Zwar total unmediterran, aber ideal für eine Familie mit kleinen Kindern.

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