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Offensive aus Fernost

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Palma - Illes Balears - Mallorca

Crystal Cruises steht schon lange für Luxus. Jetzt ist die Reederei auch Teil einer spektakulären Expansionsstrategie

Auch wenn an dieser Stelle bereits mehrfach auf die unterschiedlichsten Luxus-Schiffe eingegangen wurde, ist der Name Crystal Cruises dabei bisher nur selten aufgetaucht. Das liegt insbesondere daran, dass die 1988 gegründete Reederei über viele Jahre mit lediglich zwei Schiffen auf dem Markt präsent war, Palma nur selten angelaufen wurde und die große Mehrheit der Passagiere nicht aus Europa, sondern aus Nordamerika und Japan kamen. Jetzt aber ist der Anlauf der „Crystal Symphony“ in Palma und die auch für Deutschland spannende Entwicklung des -Mutterkonzerns Anlass genug, diese Schiffe einmal näher zu betrachten. 

 

Der bisherige japanische Eigentümer der Marke Crystal verkaufte sie 2015 an einen Ableger der malaysischen Genting Group mit Sitz in Hongkong. Damit hat eine äußerst dynamische Entwicklung für den Kreuzfahrtveranstalter begonnen. Die Unternehmensgruppe betreibt im Kreuzfahrtenmarkt auch die Gesellschaften Star Cruises als Volumenanbieter für die asiatischen und pazifischen Quellmärkte sowie die exklusiver positionierte Marke Dream Cruises speziell für chinesische Kreuzfahrer. Nun kommt also auch noch Crystal Cruises für den internationalen Markt hinzu. 

 

Und Crystal bietet neben der klassischen Produktlinie mit zwei mittelgroßen Schiffen für jeweils circa eintausend Passagiere seit Kurzem auch zwei komplett neue Konzepte. So wurde im Juli in Wien mit der „Crystal Mozart“ das erste Flussschiff der Marke in Dienst gestellt. Taufpatin bei der festlichen Zeremonie war die Chefin des renommierten Hotels Sacher. Mit der Luxusherberge kooperiert der neue -Flussanbieter in Bezug auf Übernachtungen vor und bei der Schiffspassage auf der Donau. Dabei ist die „Mozart“ kein echter Neubau, sondern ein kompletter Umbau des Schiffes, das bereits seit 1987 von der Donau Dampfschifffahrtsgesellschaft und später von der Rederei Deilmann als „Mozart“ betrieben wurde. Der neue Eigentümer setzt dabei noch viel deutlicher auf Luxus und wirbt mit einem „Sechs-Sterne-Service“, Suiten mit Butlerservice statt Kabinen und einem All-inclusive-Konzept zu einem Tagespreis ab circa 500 Euro pro Nacht und Person.

 

Ähnlich exklusiv geht es auf der „Crystal Esprit“ zu. Diese Yacht für nur 62 wohlhabende Reisende kreuzt im Sommer in der Adria und im Winter rund um die Seychellen. Die Preise für diese Touren liegen nochmals höher als auf dem Fluss, dafür stehen dann aber auch beinahe hundert Crewmitglieder zu Diensten. 

 

Eigene Werften in Deutschland

Die wirkliche Expansionswelle steht der Genting Gruppe und seinem Luxusanbieter jedoch noch bevor. In einer Pressemitteilung aus dem Mai 2016 teilt Genting mit, insgesamt zehn neue Schiffe in Auftrag gegeben zu haben. Um diese rasche Expansion trotz der weltweit limitierten Werftkapazitäten überhaupt zu ermöglichen, ging der Konzern einen sehr ungewöhnlichen Schritt und hat in Deutschland mit der Lloyd Werft in Bremerhaven und dem MV Werftverbund gleich mehrere Schiffsbaustandorte gekauft. Neben den künftigen Crystal-Neubauten für Flüsse und Weltmeere entstehen dabei auch neue Superlative. Die zwei Mega-Schiffe, die für Star Cruises bestellt wurden, sind speziell für den chinesischen Markt konzipiert und werden mit einer Passagierzahl von 5.000 die bis dato größten in Deutschland gebauten Schiffe sein. 

 

In Palma werden diese XXL-Schiffe eher nicht zu sehen sein. Aber auch der Gast, den Palma im August erwartet, bietet einige Besonderheiten. Die „Crystal Symphony“ wurde bereits 1995 in Dienst gestellt, nachdem sie in Finnland für geschätzte 300 Millionen US-Dollar. Seither ist sie unter Bahamas-Flagge für Crystal Cruises im Luxus- bzw. gehobenen Premiumsegment unterwegs. Das Schiff hat Platz für 960 anspruchsvolle, meist eher etwas ältere Passagiere, die von 545 Crew-Mitgliedern umsorgt werden. 

 

Als eines der ganz wenigen Schiffe bietet Crystal sogenannte Gentlemen Host, die alleinreisenden Damen als Tanzpartner zur Verfügung stehen. Zu den weiteren Besonderheiten gehört ein umfangreiches Angebot an koscheren Gerichten. Die Zutaten dafür kommen tiefgefroren an Bord. Spezielles Kochgeschirr wird in Salzwasser sterilisiert und die Teller, auf denen diese Mahlzeiten serviert werden, sind handgewaschen.

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