Kreuzfahrten

Mit der Rasselbande auf See

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Palma de Mallorca - Mallorca

Anbieter locken Familien mit Animation und Riesenrutschen. Doch nicht immer sind Kinder an Bord willkommen

Von Jörg A. Boeckmann

 

 

Dass die Urlaubsform Kreuzfahrt heute in der Mitte der Gesellschaft angekommen ist, bedeutet auch, dass nicht nur Paare, sondern auch Familien immer häufiger die schönste Zeit des Jahres an Bord verbringen möchten. Bei der Auswahl des schwimmenden Feriendomizils muss wie bei einem Urlaub an Land geprüft werden, ob Reederei und Schiff auch das passende Produkt bieten. 

 

Die größte Rolle bei der Entscheidung spielt die Erwartungshaltung der großen und kleinen Passagiere – geht es zum Beispiel eher darum, möglichst viel Zeit gemeinsam an Bord und auf Ausflügen zu verbringen? Oder sollen die Kleinen professionell betreut werden, und die Eltern nutzen die gewonnenen Freiräume für ungestörte Stunden in den ruhigen Erwachsenenzonen bzw. entdecken ohne den Nachwuchs die Sehenswürdigkeiten an Land? Auch das Alter der kleinen Passagiere spielt eine große Rolle, denn besonders in der Ferienzeit bieten viele Reedereien ein speziell für Kinder gestaltetes Unterhaltungsangebot, das für jede Altersklasse etwas bieten soll.

 

Welche Anbieter kann man für Familienkreuzfahrten empfehlen? Ab und bis Palma bieten die deutschsprachigen Anbieter Aida und TUI Cruises durchaus passende Angebote. Die besonders begehrten Familienkabinen sind an vielen Terminen jedoch bereits ausgebucht. Alternativen bieten Costa Kreuzfahrten und MSC mit ihrem internationalen Gästemix, hier ist dann auch die Kinderbetreuung mehrsprachig.

 

Das Mindestalter für die Kinderanimation ist schiffsabhängig und liegt häufig bei drei oder vier Jahren. Kostenpflichtig ist der zusätzliche Babysitter-Service, der teilweise angeboten wird. Wegen des vielen Metalls an Bord funktionieren mitgeführte Babyphones übrigens häufig nicht. Nicht mitreisen können Babys unter sechs Monaten. Auf manchen Routen wie den Transatlantik-Reisen oder Touren in besonders exotische Regionen müssen Kinder wegen der begrenzten medizinischen Möglichkeiten an Bord sogar mindestens ein Jahr alt sein.

 

Wenn bei unseren spanischen Kunden alleine die Kinder entscheiden könnten, wäre der Favorit die recht hochpreisige „Disney Magic“ mit ihren Abfahrten im August und September ab Barcelona. Punkten kann das Schiff nicht nur mit Wasserrutschen, sondern auch mit der Dauerpräsenz der Disney-Figuren und einem kompletten Deck speziell für Kinder. Die Reisen mit sieben Nächten kosten aktuell ab 1.326 Euro pro Person, und auch die Kinder müssen zahlen. Dafür sind dann zumindest die Softdrinks schon den ganzen Tag im Preis inbegriffen (weitere Infos gibt es zum Beispiel auf www. cruceros-disney.es).

 

Überhaupt sind Wasserrutschen ein großes Thema. Den Superlativ kann die „Harmony of the Seas“ für sich in Anspruch nehmen, der Neubau von Royal Caribbean, der den Schwesterschiffen „Allure of the Seas“ und „Oasis of the Seas“ den Rang als größtes Schiff der Welt abgelaufen hat. Spektakuläre Wasserrutschen bieten aber auch die renovierte „Norwegian Epic“ und die neue „Carnival Vista“, die ebenfalls ab Barcelona unterwegs sind.

 

Eine wichtige Rolle bei der Auswahl spielt für die Erwachsenen auch das Restaurantangebot. Die deutschen Familien bevorzugen dabei häufig die Buffetform. Dabei kann gerade mit schon etwas älteren Kindern bei einem servierten Dinner eine ruhigere und stilvollere Atmosphäre entstehen. Manche Reedereien bieten auch den Service, dass die Kinder mit speziellem Kindermenü am Tisch nach 45 Minuten abgeholt und im Kinderclub unterhalten werden, sodass die Eltern in Ruhe weiter ihr Dinner genießen können.

 

Nicht alle Reedereien wünschen sich auch Familien und Kinder an Bord. Ein wichtiger Indikator für die Kinderfreundlichkeit ist die Höhe der Kinderermäßigung, die auch Einfluss darauf hat, wie viele Familien insgesamt an Bord sein werden. Gerade im Luxus-Bereich ist nicht jeder Anbieter an ganz jungen Gästen interessiert. Eine tolle Ausnahme ist die „Europa 2“ von Hapag Lloyd Kreuzfahrten, die für alle Generationen extrem viel bietet. Und so fragt unser ganz junger Kunde Julian mit seinen bald drei Jahren immer wieder, wann es wieder auf das „große Boot“ mit dem tollen Kinderclub geht. Und zumindest für Kinder ist die Reise auf diesem Luxusschiff ja auch gratis.  /tg

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