Kreuzfahrten

Fünf Masten und jede Menge Balkone

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Palma de Mallorca - Mallorca

Ein Neubau soll die „Royal Clipper“ als größtes Segelschiff der Welt ablösen. Einen Vorgeschmack bietet die „Star Flyer“

JÖRG A. BÖCKMANN  So wie viele Anbieter in der klassischen Passagierschifffahrt will auch der weltweit größte Anbieter für Kreuzfahrten auf Segelyachten, Star Clippers, weiter wachsen. Neben den bestehenden Viermast-Segelschiffen „Star Clipper“ und „Star Flyer“ sowie dem derzeit größten Fünfmast-Vollschiff der Welt, der „Royal Clipper“, befährt künftig ein noch größeres Segel-Kreuzfahrtschiff für die Reederei des schwedischen Inhabers Mikael Krafft die Weltmeere.

 

Das neue Schiff entsteht derzeit auf der Brodo Werft im kroatischen Split und lehnt sich baulich an das historische Vorbild „France II“ (1911-1922) an. Dieses galt zu seiner Zeit als das größte Segelschiff der Welt. Mit der Fertigstellung des noch namenlosen Neubaus wird die „Royal Clipper“ im Guinness-Buch der Rekorde als „größtes Segelschiff der Welt“ abgelöst. Dabei soll auch der mit 162,2 Metern über Bugspriet vermessene Neubau über fünf Masten verfügen.

 

Während die von Königin Silvia von Schweden getaufte „Royal Clipper“ an allen Masten Rahsegel setzt – so wie auch ihr historisches Vorbild „Preußen“ der legendären Flying P Liner-Flotte –, werden die Aufbauten des neuen Flaggschiff von Star Clippers exakt der „France II“ nachempfunden und als Bark getakelt: mit sogenannten Schratsegeln am hinteren Mast. Aus Sicht der bis zu 300 Passagiere dürfte jedoch ein für Segelschiffe echtes Novum noch beeindruckender sein: 38 der 150 Suiten und Kabinen sollen über einen privaten Balkon verfügen. Aber auch sonst wird auf immerhin 18,5 Metern Schiffsbreite mit drei Pools, Diving Bar, Badeplattform und einem Spa-Bereich einiges geboten.

 

Die Premieren-Kreuzfahrten sind für die zweite Jahreshälfte 2017 geplant. Wer nicht so lange warten möchte, kann die kurzfristigen Reisemöglichkeiten ab Palma nutzen und sich auf dem Viermaster „Star Flyer“ für bis zu 170 Passagiere einschiffen. Auch dieses Schiff gehört trotz der kleinen Kabinen in die Premium­kategorie. Das wichtigste Geschehen an Bord und das bestimmende Reisemotiv für viele Gäste ist das Segel­erlebnis. Gut, dass die Winde im sommerlichen Mittelmeer in vielen Regionen von recht zuverlässiger Thermik profitieren.

 

Um die Einhaltung des Fahrplans zu gewährleisten, ist jedoch auch ein Einsatz der Dieselmotoren zeitweise unerlässlich. Das Bestreben ist es aber, möglichst große Streckenanteile unter Segeln zurückzulegen. Passagiere bewegen sich dabei frei auf allen Decks und können die Manöver hautnah miterleben, auf Wunsch mit anpacken oder die Matrosen von Liegen neben den beiden kleinen Pools aus beobachten. Im Hafen wird kostenlos Wassersport wie Laser segeln, Wasserski, Surfen und Schnorcheln geboten.

 

Das Netz am Bugspriet lädt zum Träumen ein, der Großmast zum Klettern unter Aufsicht. Noch bis 8. August gibt es die Möglichkeit, die Tour mit einem besonders für die Sommermonate optimierten Fahrplan anzutreten. Die Reise bietet eine recht gelungene Kombination aus Segel-, Insel- und Stranderlebnissen und konnte sich im Vorjahr bereits etablieren. Den Auftakt des Törns bildet La Sabina auf Formentera, es folgen Ibiza und Valencia, die Stadt, die sich mit dem Americas Cup 2007 als Segeldestination etabliert hat. Nach einem Stopp im Hafen von San Carles de la Rápita am Ebro-Delta kommt der Windjammer mit Maó auf Menorca wieder in balearische Gewässer. Bevor die Tour dann wieder in Palma endet, steht noch Port de Sóller auf dem Programm.

 

In dem selten angelaufenen Hafen auf Mallorca erfolgt der Landgang mit den bordeigenen Tenderbooten, welche die Gäste vom Schiff zur Promenade bringen. Auf den Juli-Abfahrten des Schiffes locken zusätzlich Vorträge des Lektors, Kapitän a. D. Klaus Müller zu Themen rund um Navigation, Schifffahrtsgeschichte oder Meeresströmungen. Kapitän Müller gibt aber auch Geheimtipps für Sehenswertes entlang der Route. Inklusive einer sehr guten Vollpension und dem gediegenen und persönlichen Ambiente, aber ohne die Drinks an der stark frequentierten Tropical Bar, welche auch gleichzeitig der Haupttreffpunkt an Bord ist, kostet die Tour ab 1.980 Euro in der Innen- und ab 2.425 Euro in der Außenkabine. Derzeit bietet die Reederei mit Sitz in Monaco diese Reise bei Einzel­belegung in vielen Kategorien ohne Zuschlag an. Am 15. August startet dann die Überführungskreuzfahrt nach Cannes, von wo aus das Segelschiff im Spätsommer operieren wird. Diese besonders für Korsika-Fans attraktive Reise bietet nämlich dort Anläufe in gleich vier Häfen sowie einen Stopp im mondänen St. Tropez.

 

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