Kreuzfahrten

Hoch hinauf

0 Stimmen

Palma de Mallorca - Mallorca

Was Kreuzfahrten in nördlicheren Gefilden neben Abkühlung zu bieten haben

JÖRG A. BOECKMANN Auch wenn der stetige Urlauberstrom in der Innenstadt von Palma anderes vermuten lässt, herrscht weder im Juli noch im August absolute Hochsaison im Hafen von Palma. Natürlich kommen regelmäßig Schiffe – und da es sich bei diesen im Hochsommer oftmals um große und sehr große Einheiten handelt, bringen sie  auch eine hohe Zahl von Landausflüglern. Trotzdem ist die Zahl der Anläufe geringer als zum Beispiel im Mai oder September.


Begründet ist diese sommerliche Abstinenz in den wirtschaftlich attraktiveren Nordland-Routen, auf denen höhere Reisepreise als auf dem stark umkämpften Mittelmeer-Markt erzielt werden können. Im Norden werden meistens zwei unterschiedliche Routen angeboten. Die Ostsee-Kreuzfahrt ist dabei geprägt von den nordischen Metropolen wie Stockholm, Helsinki, Tallin und natürlich dem gefühlten Höhepunkt St. Petersburg. Dort bleiben die meisten Schiffe sogar zwei Tage.  Wegen der vielen Highlights der russischen Ostsee-Metropole und der Visa-Bestimmungen buchen Kreuzfahrer dort nämlich auch besonders viele der organisierten Landausflüge.

 

Service: Kreuzfahrten ab Mallorca


Weniger um Städte als um die grandiosen Fjordlandschaften geht es hingegen bei den Reisen entlang der norwegischen Fjordküste, bei denen zwar auch Oslo und Bergen angelaufen werden, deren eigentliche Attraktion jedoch die besonders vom Wasser aus spektakulären Landschaften sind, wie etwa der berühmte Geirangerfjord.


Die häufig nur einwöchigen Touren, deren Ausgangshäfen dazu noch in Deutschland liegen, bieten allerdings nur oberflächliche Eindrücke. Schiffsreisende, welche die gesamte norwegische Fjordküste erleben wollen, entscheiden sich für eine Passage auf den Schiffen von Hurtig­ruten. Die oftmals immer noch als Postschiffe bezeichneten Linienschiffe verkehren das ganze Jahr über täglich ab der norwegischen Hanse­stadt Bergen. Da für die Reise genau 11 Tage benötigt werden, gibt es auch 11 Schiffe, die auf der Route verkehren. Auf den Schiffen geht es skandinavisch leger zu, das Unterhaltungsprogramm liefert allein die Natur, im sommerlichen Norden bei dauerhaftem Tageslicht, im Winter hingegen in oft leeren Schiffen vielleicht unter Nordlicht.


Die Reise führt um das Nordkap herum bis nach Kirkenes, von wo aus ein Ausflug zur russischen Grenze angeboten wird. Noch heute wird in manchen Häfen ein Traktor oder andere Fracht entladen. Für die Einheimischen gerade im dünn besiedelten Nord-Norwegen sind die Hurtigruten ein alltägliches Transportmittel in einer Region, in der Autofahrten trotz zahlreicher Brücken und Fähren sehr langwierig sind. Schulklassen nutzen die Schiffe als Beförderung zur Klassenfahrt genau wie
Rucksackreisende Teilstrecken  mit Deckpassage.


Trotzdem liegt das Preisniveau für Hurtigruten sowohl bezüglich des eigentlichen Reisepreises, als auch bei den Nebenkosten an Bord, welche sich an norwegischen Gegebenheiten orientieren, oft deutlich höher als auf den Kreuzfahrtschiffen mit ihrem umfangreichen Entertainment- und Komfortangebot. Das Erleben der Legende, die Vielfalt der 34 Häfen und den Rest von Post- und Frachtschiffromantik bietet aber eben auch nur Hurtigruten. Nähere Informationen gibt es zum Beispiel auf www.postschiffe.de oder in Palma telefonisch unter 871-80 48 00.


Auch bei der norwegischen Reederei kann es aber noch weiter in den Norden gehen. So fährt im kommenden Jahr das Expeditions­schiff „Fram“, welches speziell für den Dienst außerhalb der regulären Postschiffroute gebaut wurde, Richtung Arktis. Hurtigruten weist dabei darauf hin, dass die „Arktische Entdeckungsreise“ noch weiter in den arktischen Norden führt als bisherige Grönland-Routen. An zwei Terminen im Juni 2014  fährt die „Fram“ bis oberhalb des 72. Breitengrades. Die Reise dauert entweder 11 oder 13 Tage. Angefahren wird unter anderem der Hafen von Upernavik im Nordwesten Grönlands oder der kleine Illorsuit an der Mündung des Uummannaq Fjords. Dorthin gelangen die Gäste mit den speziellen Polarcirkel-Booten der „Fram“. Inhaltlich werden die Eiswelten, Anlandungen in kleinen Siedlungen und die Begegnung mit den Inuit und ihrer Kultur im Fokus der beiden neuen Touren stehen. Begleitet werden die Reisen mit deutsch- und englischsprachigen Expeditionsteams.


Aber der Norden hat auch hier seinen Preis. Bei Buchung bis zum 31. Oktober erhalten Reisende zwar zusätzlich zum bis zu um 25 Prozent ermäßigten Frühbucher-Preis ein Bordguthaben in Höhe von 120 Euro pro Person. Doch die Preise beginnen etwa für die etwas längere Tour erst bei 6.749 Euro pro Person in der Außen­kabine. Eingeschlossen ist dann die Fluganreise ab/bis Kopenhagen, Vollpension, die Anlandungen und die dazu passende Wetterjacke.


Zu den großen Trends in der Kreuzfahrt Branche zählt das Bestreben der Reedereien die lukrative Nordland-Saison zu verlängern. Hierzu müssen die Schiffe so konstruiert sein, dass sie weniger wetterabhängig sind. Überdachbare Macropools und Gastronomie mit variablen Innen-Außen Bereichen sind dabei Schritte in diese Richtung. Dem Vernehmen nach werden die nächsten Neubauten von Aida diesbezüglich Maßstäbe setzen und so die Nordland-Saison deutlich verlängern können.      

 

Dass der Hafen in Palma künftig leer bleibt, ist dabei wegen der insgesamt weiter wachsenden Zahl der Passagierschiffe nicht zu befürchten. Auch weiterhin werden viele Kreuzfahrer sowohl im November als auch im Sommer lieber durch Palma als durch Malmö schlendern.

 

Kreuzfahrten ab Mallorca: Schiffe & Angebote

Fotogalerie

Karte