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Palma de Mallorca - Mallorca

Romantik zur See: Was Reedereien Brautpaaren und anderen Turteltäubchen
zu bieten haben

JÖRG A. BOECKMANN Diesmal geht es um Romantik, dabei beginnt die moderne Seite dieser Geschichte eher traurig. Was die „MS Deutschland“ für den deutschen Fernsehzuschauer ist, das war die „Pacific Princess“ für die Amerikaner. Das bis 1971 in Emden gebaute Schiff spielte die Hauptrolle in der legendären TV-Serie „Love Boat“. So hat die „Pacific Princess“ von 1976 bis 1986 wohl mehr Hollywood-Stars gesehen als jedes andere Kreuzfahrtschiff vor und vielleicht auch nach ihr. Und beinahe immer ging es um Liebe und Romantik.


Später war das Schiff dann in seiner letzten Rolle als „MS Pacific“ für den spanischen Kreuzfahrtveranstalter Happy Cruises unterwegs, der jedoch im Herbst 2011 den Betrieb einstellte. Auch wenn das amerikanische Traumschiff mittlerweile beim Abwracker gelandet ist, hat es doch das Klischee einer romantischen Seereise entscheidend geprägt.


Nun galt die Seefahrt von jeher in der Vorstellung der Daheimgebliebenen als romantisch, doch diese verklärte Vorstellung bezog sich vormals auf die Matrosen und erst neuerdings auf die Passagiere. Heute verbringen viele junge, aber auch reifere Paare zumindest ihre Flitterwochen an Bord und werden hierfür von den Reedereien heftig umworben.


Rechtsgültig heiraten auf See ist übrigens nur auf sehr wenigen Schiffen möglich. Eine Sonderregelung im maltesischen Eherecht und die maltesische Flagge, unter der die Schiffe von Tui Cruises fahren, ermöglichte es seit 2009 erstmals einer deutschen Reederei an Bord regelmäßig rechtsgültige Trauungen durch die Kapitäne anzubieten. Diese können nur auf hoher See, also in internationalen Gewässern vorgenommen werden, sind von der Anzahl limitiert und werden in Deutschland in vollem Umfang anerkannt. Die Zeremonien sind nicht ganz billig – mindestens 1.349 Euro zahlen Paare für die Trauung, Reisepreis und Kosten für die Feierlichkeiten noch nicht eingerechnet.


Auch bei Kreuzfahrern sind die Vorstellungen bezüglich Romantik unterschiedlich. Erscheint mir persönlich eine Reise auf einem Expeditions­schiff in die Arktis oder Antarktis und ein dazu gehörendes Treffen im Expeditionsparka mit Eisbären oder Pinguinen äußerst romantisch, sehnen sich andere Paare eher nach dezentem Luxus in warmen Gefilden. So stehen also insbesondere die intimen Großyachten bei Flitterwöchlern hoch im Kurs – gerne auch unter Segeln. Die vielleicht romantischste Kabine der Weltmeere ist dabei die weiße Owner Suite auf der „Sea Cloud“.


Auch auf Fluss-Schiffen kann es durchaus romantisch werden. Verführerisch sind exotische Destinationen wie der Mekong mit seinen kleinen, komfortablen Schiffen oder auch die „Zambesi Queen“ auf dem Chobe-Fluss in Botswana. Wenn es etwas weniger exotisch sein soll, bieten sich in Europa die Reisen auf den A-Rosa-Schiffen an. Beinahe alle Kabinen verfügen hier über ein Doppelbett mit einem Baldachin wie in einem Himmelbett, und zur Entspannung zu zweit kann etwa auf dem Rhein der Spa-Bereich abends exklusiv gemietet werden.


In Spanien sind Flitter­wochen auf See bereits seit einigen Jahren eine sehr populäre Reiseform. Und beinahe alle großen Reedereien bieten neben Rabatten gegen frischen Trauschein auch Zusatzpakete mit Rosen­arrangements, Champagner, Kabinenfrühstück oder einem Dinner für Zwei an einem heimlichen Ort an Deck an.


In Deutschland war diese Art die allerschönste Reise des Lebens zu verbringen vormals mehr etwas für die silbernen oder goldenen Hochzeitsjubilare. Das hat sich mittlerweile geändert: Dank der Vielfalt der Schiffe sind Kreuzfahrten nun in allen Altersstufen eine attraktive Alternative. Das Schiff sollten sich die Passagiere natürlich genau aussuchen – aber das gilt ja insbesondere in den Flitterwochen auch für die Begleitung.

 

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