Kreuzfahrten

All-inclusive: Da ist schon alles drin

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Palma de Mallorca - Mallorca

Reedereien wie Tui Cruises bauen diese Angebote bei Kreuzfahrten immer weiter aus

Zu den regelmäßigen Besuchern in Palmas Hafen zählen auch die Schiffe von Tui Cruises. „Mein Schiff 1“ und „Mein Schiff 2“ fallen durch die dunkelblauen Rümpfe mit großflächiger Beschriftung auf. Von „Sonnenaufgang“, „Meerblick“, „Fahrtwind“, „Inspiration“ oder „Lebenslust“ ist da die Rede. Möglichst emotionale Reiseversprechen auf der Außenhaut des Schiffes zu platzieren, ist eine der Innovationen, welche den erst 2008 gegründeten Anbieter kennzeichnen.


Tui Cruises ist ein Gemeinschaftsunternehmen der deutschen Tui und der US-amerikanischen Reedereigruppe Royal Carribean. Der Anbieter debütierte mit einem umgebauten ehemaligen Schiff der Luxusmarke Celebrity Cruises aus dem Hause Royal Caribbean, die 1995 bei der Papenburger Meyer Werft gebaute „Galaxy“. Nach einem erst durchwachsenen Start wurde das Konzept schnell nachjustiert und vereint heute zwei der ganz großen Trends in der Touristik – den Boommarkt Kreuzfahrt und das Bedürfnis nach All-inclusive-Reisen.


Schon 2011 folgte dann die vormalige „Celebrity Mercury“ als „Mein Schiff 2“. Dass das Konzept offenbar funktioniert, zeigt spätestens die Bestellung des ersten Neubaus der Reederei. 2014 soll „Mein Schiff 3“ mit seinen 1.250 Kabinen fertig sein. Gebaut wird es derzeit bei STX in Turku (Finnland). Und auch über „Mein Schiff 4“ folgte im Jahr 2015.


Wichtiger Baustein für den bisherigen Erfolg der in Hamburg beheimateten Reederei ist das sogenannte „Premium All-inclusive“. Nun sind Geschmäcker und Ansprüche bezüglich dieser Inklusivleistungen ja durchaus unterschiedlich. Meiner Einschätzung nach hat dieses All-inclusive Angebot seinen Namen aber verdient.


Zwei Kapseln Nespresso
So beinhaltet es beispielsweise nicht nur den üblichen Filterkaffee, sondern auch Kaffee­spezialitäten wie Espresso und Cappuccino von einer Nespresso-Maschine auf der Kabine (die ersten zwei Kapseln täglich sind inklusive). Für Weintrinker gibt es eine Auswahl von jeweils vier Rot- und Weißweinen ebenso wie Sekt. Bierfreunde bekommen neben Weißbier und Pils das Sonnenschein- und Party­bier Corona ohne Zusatzkosten. Auch viele Cocktails und natürlich alkoholfreie Getränke gehören
zum 140 Posten umfassenden Inklusivsortiment.  


All-inclusive definiert sich auf guten Schiffen jedoch nicht nur über Getränke, sondern auch über die kostenlose Möglichkeit, verschiedene Restaurants besuchen zu können. Auf „Mein Schiff 1“ gibt es wahlweise ein Buffet- und ein Servicerestaurant, ein Bistro und einen 24-Stunden Grill. Besonders wird das Angebot für mich durch die „Tapas y Mas Bar“ und den Ableger des Sylter Kult-Restaurants „Gosch“. Ein Steakhaus und das Fine-Dining Restaurant kosten Aufpreis.


Wenn das Musical kostet
Weiterhin sind verschiedene Sport- und Gesundheitsangebote wie der Zutritt zu den SPA und Sport-Bereichen und zur Saunalandschaft bereits im Kreuzfahrt-Preis eingeschlossen. Klassisch auf Kreuzfahrt-Schiffen ohne Aufpreis sind Kinderbetreuung, Entertainment, Shows und Theateraufführungen. Aber auch das ist nicht mehr überall so: Zwei meiner Mitarbeiterinnen mussten erst kürzlich jeweils zehn US-Dollar Eintritt für ein Musical auf einem der XXL-Liner entrichten.


Die Sache mit dem Trinkgeld
Gerade für deutsche Gäste ein sehr sensibles Thema ist das Trinkgeld. Mittlerweile ist es bei beinahe allen europäischen und internationalen Anbietern Standard, ein sogenanntes Serviceentgelt auf dem Bordkonto zu belasten und zusätzlich für Trinkgelder zu werben. In der deutschen Kreuzfahrt ist dieser Trend bisher nicht verbreitet, und auch Tui Cruises sieht die Trinkgelder für das Bordpersonal im Reisepreis inbegriffen.


All dies kontrastiert mit der Preispolitik vieler Reedereien, die mit günstigen Eckpreisen Gäste an Bord bekommen und diese dort dann für jede scheinbare Extraleistung ordentlich zur Kasse bitten.


Ganz und gar im Trend
Angeboten werden Kreuzfahrten ohne Zusatzkosten auch von anderen internationalen Anbietern wie Costa und MSC, in Spanien vom hiesigen Marktführer Pullmantur sowie auch von dessen Wettbewerber Iberocruceros. Stets sollte der Kreuzfahrtplaner jedoch den genauen Leistungsumfang prüfen, denn dieser kann extrem unterschiedlich ausfallen.


Auf den deutschsprachigen Märkten kommt unter anderem Marktführer Aida noch ohne All-inclusive aus. Viele Stammkunden, der günstigere Grundreisepreis und eine äußerst bekannte Marke scheinen den gefühlten Wettbewerbsnachteil ausreichend zu kompensieren.


Gäste, die auf den Schiffen und Megayachten der Luxusreedereien wie Silversea, Seabourn oder dem Seadream Yacht Club reisen, profitieren noch von mehr Leistungen. Hier sind häufig auch Wassersport, ausgewählte Landausflüge und Champagner im Reisepreis eingeschlossen. Dieser ist dann natürlich auch etwas höher.


Auf zur Leserreise
In Palma wird „Mein Schiff 1“ wieder am 16.4.2013 sein. Dann beginnt eine Tour, welche rund um Westeuropa nach Hamburg führt. Nach einer Auszeit während des Sommers kommt das Schiff im Oktober für einige Kreuzfahrten  zurück. Und in Palma beginnt am 31. Oktober 2013 auch die MZ-Leserreise auf „Mein Schiff 1“. Die Route beinhaltet Häfen im Mittelmeer und Atlantik und endet in Las Palmas.

 

Hier finden Sie eine Übersicht über Kreuzfahrten ab Mallorca: Schiffe & Angebote.

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