Kreuzfahrten

Riesen-Schiffe: Einmal XXL auf See, bitte

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Palma de Mallorca - Mallorca

Megaliner mit einer Schiffsgröße von über 100.000 Bruttoregistertonnen sind die ­Superlative der Weltmeere. Sie locken mit immer spektakuläreren Attraktionen

JÖRG A. BOECKMANN. Erfahrene Kreuzfahrer wissen: Über den an Bord zu erwartenden Komfort und Luxus  sagt weder die Größe eines Schiffes noch Zahl und Art der publikumswirksamen Innovationen etwas aus. Viel wichtiger sind das Passagier-Raum-Verhältnis und besonders im Premiumsegment auch das Passagier-Crew-Verhältnis.


Bei der Auswahl der passenden Schiffsgröße hilft die Analyse der eigenen Wünsche. Geht es eher darum, mit einer überschaubaren Zahl von Mitreisenden bequem von einem Hafen zum anderen zu kommen und dort die Chance zu haben, Land und Leute zu entdecken? Oder ist das Schiff an sich das eigentliche Reiseziel?


Wer ein modernes, abwechslungsreiches und internationales Kreuzfahrterlebnis bei seiner Reise in den Mittelpunkt stellen möchte, kann sich durchaus auch für einen der ganz dicken Pötte entscheiden. Viele von ihnen sind in der Karibik anzutreffen, sie sind aber auch im Mittelmeer unterwegs.


Zu den ganz großen Schiffen, die in diesem Jahr Palma besucht haben, gehört die „Norwegian Epic“. Ich konnte sie im April ausführlich in Augenschein nehmen. Die bis zu 4.100 Passagiere finden auf dem 329 Meter langen amerikanischen Kreuzfahrer die unterschiedlichsten Angebote, etwa einen AquaPark, eine gigantische WiiWall für Fans von Computerspielen, diverse Bowling-Bahnen und abends die Musical-Show der Blue Man Group. Wie auf eigentlich allen XXL-Schiffen sind einige der Angebote insbesondere auf den US-amerikanischen Geschmack ausgerichtet. 


Zugleich legt die Reederei NCL Wert auf gastronomische Vielfalt. Statt eines klassischen Hauptrestaurants mit Captain‘s Dinner und Kreuzfahrt-Tradition offeriert das Schiff nicht weniger als 23 sogenannte Dining Options, elf davon sind ohne Zuschlag zugänglich. Das Angebot reicht von der argentinischen Churrasquería bis zum Dinner-Zirkus mit Life-Comedy und Akrobatik. Zur Abkühlung geht es dann an die Eisbar. Mir persönlich hat „The Haven“ am besten gefallen, ein ruhiger, intimer Bereich nur für die Gäste der Suiten. Er bietet einen separaten Pool und ein eleganteres Restaurant, der Gast fühlt beinahe wie auf einem Schiff im Schiff.


Für Royal Caribbean, die Reederei mit den momentan größten Schiffen, liegen die Schwerpunkte weniger in der Gastronomie als im Entertainment und der spektakulären Schiffsarchitektur  – ein Bummel durch den „ersten Central Park auf See“ auf dem Megaliner „Oasis of the Sea“ steht auch auf meiner Wunschliste.


Eine Sonderstellung unter den XXL-Schiffen nimmt die „Queen Mary 2“ ein. Das auf dem deutschen Markt besonders beliebte Schiff wird bei seinen regelmäßigen Anläufen in Hamburg noch immer begeistert empfangen, so auch am vergangenen Wochenende im Rahmen der Cruise Days. Durch den überwiegenden  Einsatz als Transatlantik-Liner zwischen Southampton und New York ist das Schiff nicht als Fun-Ship konzipiert. Wasser­rutschen etwa gibt es hier nicht. Die Einrichtung hat die Traditionsreederei Cunard überwiegend britisch stilvoll gehalten. Die exklusiven Grills für die Gäste der Suiten, die traditionelle High-Tea-Zeremonie und der stimmungsvolle Pub schaffen ein ganz eigenes Ambiente.

 

Hier finden Sie eine Übersicht über Kreuzfahrten ab Mallorca: Schiffe & Angebote.

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