Nachrichten | Hosteleria

Tapas mit Herkunftsbezeichnung

Häppchen für Anspruchsvolle: das neue „Tapa Negra" im Hotel Palas Atenea am Paseo Marítimo
04-07-2012 23:00
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Der junge Chef Roberto Vidal Runzio und zwei seiner Mitarbeiter Foto: Sebastián Terrassa

Der junge Chef Roberto Vidal Runzio und zwei seiner Mitarbeiter Foto: Sebastián Terrassa

Er war bis zur Schließung der ­Küchenchef in Ferran Adriàs Zweitrestaurant La Alquería im El Bulli-Hotel „Hacienda Benazuza" bei Sevilla und erkochte sich dort zwei Sterne: Rafael Zafra (30). Der Andalusier wirkte früher auch auf der Insel, war unter anderem im Tristán beschäftigt und ist ein guter Freund der Familie Vidal, die seit den 70er Jahren in der Gastronomie aktiv ist und verschiedene Discotheken (El Divino, Zar) und Restaurants (Can Pelut, La Fontana) betreibt. Und wie man mit dem Can Pelut als zweitem Italiener seiner Art Insel-Küchen­geschichte geschrieben hat („bei uns haben viele Palmesaner ihre erste Lasagna gegessen", erinnert sich Vater Vidal, der mit einer Italie­nerin verheiratet ist), so will man auch jetzt im neuen „Tapa Negra" in ­Kooperation mit Zafra die Tapas-Szene aufmischen und beleben.

Zafra begeisterte sich schnell für die Idee, ein gemeinsames Lokal in den Räumlichkeiten des ­Hotels ­Meliá Palas Atenea am Paseo Marítimo zu eröffnen. Auch wenn er derzeit in Mexiko arbeitet, so hat er doch viele Gerichte für das im Mai eröffnete modern gestylte Restaurant erfunden und wird im Winter auch wieder persönlich nach dem Rechten schauen.

Geboten werden tapas-ähnliche Kreationen. Ähnlich deshalb, weil auch Klassiker wie ensaladilla rusa in anderer Form dargeboten werden und innovative Tapas die anspruchsvolle Klientel zu begeistern vermögen. Bei allem steht die Qualität im Vordergrund. Das ist für die Vidals wie für Zafra Grundlage der Arbeit. „Nur wenn man Gäste mit etwas Besonderem überrascht, kann man sich von anderen Lokalen abheben", meint Roberto Vidal Runzio (30), der gemeinsam mit Vater Juan (59) die Geschäfte führt. Und so findet man auf der Karte Tatar von galici­schem Rindfleisch aus ökologischer Zucht ebenso wie exquisiten Joselito-Schinken auf pan de cristal oder Austern in verschiedenen Varianten.

Alle Portionen sind preislich fair gehalten und werden überwiegend sichtbar für die Gäste an der Theke zubereitet. „Durchschnittlich geben Besucher bei uns 17 Euro für Essen und Getränke aus", erzählt Roberto, „das kann man sich normalerweise auch in Krisenzeiten noch leisten." Pinchos und montaditos kosten 2-4 Euro, die Tapas-Rationen 3-12 Euro, wobei es dafür schon Meeresfrüchte gibt. Besonders empfehlenswert sind beispielsweise auch die täglich wechselnden Angebote, wie gebackene Tomate, gefüllt mit Stockfisch und Gemüse, die Entrecôte-Stücke mit Pfeffer- oder Romescosauce, die Rinderbäckchen mit Blutwurst und Apfel. Und natürlich dürfen auch die Mini-Burger nicht fehlen.

Frühstücksfans wird ab acht Uhr eine reichhaltige Frühstückskarte geboten, die weit über das normale Marmeladen-Croissant oder das belegte Brot hinausgeht. Witzige Komponente in dem luftigen, gläsernen Lokal mit Terrasse und Blick auf den Hafen sind übrigens die Glasmalereien auf den Fensterscheiben, die als transparente Umrisse die vier Teilhaber zeigen (Zafra, Vater, Sohn und Tochter Vidal) sowie diverse Speisen und Produkte. Den Halbitaliener Roberto beispielsweise entdeckt man als gut gelaunten römischen Gladiatoren ?

Klein, aber fein

„Tapa Negra", geöffnet täglich 8-24 Uhr. Paseo Marítimo 29 (Eingang Hotel Palas Atenea), Palma. Tel.: 971-28 69 29, www.tapanegra.net

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