Die kleinen Bötchen schaukeln in den Wellen, die großen Kreuzfahrtschiffe im Hintergrund lassen das Signal zur Abfahrt ertönen, ein Mann angelt, und die Palmen wiegen sich sanft im Wind. Es geht sommerlich-mediterran zu in dem kleinen Hafen von Ca’n Barbarà am Paseo Marítimo in Palma. Dazu mundet ein frischer Pinot Grigio oder auch ein edler Tropfen à la Gavi del Gavi aus dem italienischen Piemont. Oder ein wenig Vitello Tonnato, hausgemachte Fusilli mit Zucchini und geräuchertem Scamorza-Käse, ein Kabeljau auf neapolitanische Art oder ein auf den Punkt gebratenes Rinderfilet in Barolosauce. Das alles und noch viel mehr bietet das neue Lokal „Otto Mare“ in den Räumen des ehemaligen „Woody‘s“ und auf seiner großen Terrasse am Ufer.
Im März wurde eröffnet, am 17. Mai feierte man den offiziellen Beginn. Dahinter steckt ein junges, kurzentschlossenes Paar. Edyta Kalbarczyk (41) ist gebürtige Polin und wanderte mit 12 Jahren samt ihren Eltern nach Australien aus. Ihr Ehemann Gabriele Imhoff (39) hat eine italienische Mutter und einen in Rom geborenen Deutsch-Russen als Vater. Gemeinsam lebten und arbeiteten sie seit 1996 in Sydney. „Wir waren dort erfolgreich und glücklich, aber beide beruflich viel auf Reisen und dachten schon länger an eine Änderung.“
Eine Reise nach Ibiza im vergangenen Herbst führte die beiden auch nach Mallorca. Sie waren hellauf begeistert. „Mallorca ist ein wenig wie Australien, auch so multikulturell, weltoffen, ganzjährig interessant und natürlich wunderschön. Zudem sind wir hier näher an unseren Familien, und somit unsere Kinder näher an ihren Großeltern.“ Der alte Traum, ein Restaurant zu eröffnen, wurde schnell konkret. Das Geschäft in Australien ist verkauft worden, schon im Winter wurde das Terrain auf der Insel sondiert, und die Ca’n Barbarà-Bucht, wo auch das beliebte Garito Café beheimatet ist, machte das Rennen.
Doch wieso heißt das Restaurant nun „Otto Mare“? Eine Hommage an einen deutschen Verwandten? Weit gefehlt. „Otto ist italienisch und bedeutet Acht. Das ist eine Glückszahl, quer liegend das Zeichen für Unendlichkeit, und ich habe an einem Achten Geburtstag,“ sagt Edyta. „Außerdem ist der Name – wie ich finde – einprägsam.“
Auch die Entscheidung für den Küchenstil lag auf der Hand. Italienisch sollte es sein. „In Italien würde es in guten Restaurants nie Pizza geben. Das wird dort nicht kombiniert“, meint Gabriele. Anders in Palma. Und so finden sich auf der preislich eher gehobenen Karte sowohl elaborierte Speisen, Italo-Klassiker und Nudelgerichte als auch viele Pizza-Varianten, die natürlich im Steinofen zubereitet werden. Als kleine Zwischensnacks werden beispielsweise frische Feigen mit Schinken oder Otto‘s Mini-Burger angeboten.
Klar, dass auch der junge Chefkoch Antonio Ummarini (29) einen italienischen Pass hat. Er stammt von der Amalfiküste bei Neapel, ebenso wie die Kellner. Das anspruchsvolle branchenfremde Paar umgibt sich aktuell zusätzlich noch mit versierten italienischen Beratern aus der Gastro-Szene. „Wir verfügen zwar nicht über viel Erfahrung mit Restaurants, aber sehr wohl mit anderen Unternehmen.“ Zudem sind die beiden hoch motiviert. In ihrem Lokal wollen sie all das bieten, was sie selbst auch immer an Restaurants geschätzt haben: eine freundliche und legere Atmosphäre, guten Service und natürlich auch leckeres Essen, basierend auf erstklassigen Produkten. Darauf darf man mit den Newcomern von der Ca’n Barbarà-Bucht getrost anstoßen mit einem Sprizzer Veneziano – einem Mix aus Aperol, Sekt und Orangensaft.
„Otto Mare“, täglich geöffnet von 12-24 Uhr (17-19.30 Uhr nur Snacks, im Sommer ab 8 Uhr mit Frühstücksangebot). Dársena de Ca’n Barbara s/n, Palma. Tel. 971-40 23 12, www.ottorestaurante.com









