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"Goli" in Santanyí: Gut essen lässt sich nur, wo es auch schön ist

Der dritte Streich von Heike und Christian Nilkens besticht durch seine Ästhetik und eine kreative Karte
18-04-2012 23:00
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Natursteinwände, freie Deckenbalken, Holz, Terrakotta: die Optik im neuen „Goli? Foto: Manuel Schuller/Goli Restaurant

Natursteinwände, freie Deckenbalken, Holz, Terrakotta: die Optik im neuen „Goli? Foto: Manuel Schuller/Goli Restaurant

Leichtigkeit, Herzlichkeit und Freude – all das bedeutet das persische Wort goli. Das Ehepaar Heike und ­Christian Nilkens (beide 45) wählten diesen Namen für ihr neues Restaurant als Hommage an eine gute gleichnamige persische Freundin, aber auch, weil er genau das ausdrückt, was die beiden ihren Gästen vermitteln wollen. Ihre bislang dritte Wirkungsstätte in Santanyí – nach dem Café Sa Botiga und dem Hotel Santanyí – strahlt Wärme und Gemütlichkeit aus.

Die beiden Deutschen vom Niederrhein lernten sich schon in der Grundschule kennen, machten gemeinsam eine Bäcker- und Konditorlehre, verliebten sich, heirateten und bekamen zwei Söhne. In vielen Mallorca-Urlauben reifte schließlich die Idee der Auswanderung. Christian, durch eine zweite Ausbildung auch Floristikmeister, suchte nach 18 Jahren der Selbstständigkeit im deutschen Trott und Wetter eine Alternative und steckte die Familie mit seiner Lust an. Sie siedelten 2006 nach Santanyí um und bauten das Café Sa Botiga liebevoll aus und um. Speziell mit dem üppigen Frühstücksangebot konnten sie jahrelang nicht nur Deutsche, sondern auch Einheimische begeistern.

Bauliche Probleme bedingten jedoch eine Umorientierung. Im vergangenen Frühjahr übernahmen sie das Hotel Santanyí gemeinsam mit einem anderen Paar. Das Experiment ging schief, seit letzten Dezember geht man getrennte Wege. Kein Problem, denn schon bald hatten die Nilkens' etwas anderes im Auge. In Marktnähe begannen sie mit der aufwendigen Umgestaltung eines alten Stadthauses, dessen Garten von der mittelalterlichen Stadtmauer begrenzt wird. Eröffnet wurde das „Goli" dann zu Ostern.

Man sitzt inmitten mühsam wieder unter dem Verputz hervorgeholten rustikalen Natursteinwänden und unter Deckenbalken. Wohlfühlen fällt bei dem terrakottafarbenen und mit vielen ästhetisch arrangierten Pflanzen bestückten Ambiente nicht schwer. Sogar die Kellner und die Nilkens selbst sind Ton in Ton gestylt. „Latte Macchiato"-mäßig, erklären beide. Von früh bis spät kann man durchgehend schmausen. Das Frühstücksbuffet vergangener Zeiten gibt es nur noch an den Markttagen Mittwoch und Samstag, dafür aber eindrucksvoll um viele Salate und warme Speisen ergänzt. Da darf auch der legendäre ­Mettigel nicht fehlen (11,90 Euro ohne Getränke). Ansonsten lockt die Frühstückskarte mit Pa amb oli (4,20), Lachs-, Rührei-, Müsli- oder Käse-Kombis (5,90-8,90 Euro).

Mittags und abends kocht der erfahrene Küchenprofi Jürgen Röhrle (50) aus Schwaben, der schon seit drei Jahren das Ehepaar unterstützt. Aus der kleinen Küche kommen mediterran-internationale Gerichte wie verschiedene Tapas (4,90 - 7,90 Euro), Salate à la überbackener Ziegenkäse mit Kürbiskernen, Honig und Salat (13,90 Euro), Ravioli mit Ricotta-Füllung (10,90 Euro), zarte Schweinemedaillons mit frischem Gemüse und Olivenpüree (14,90 Euro) oder auf den Punkt gebratener Petersfisch mit Duftreis, Spargel und Orangen-Senfsauce (17,90 Euro), um nur einige Beispiele der kreativen Karte hervorzuheben. Wer Süßes mag, kann ganztägig hausgemachte Kuchen und Cremes bekommen. Eine Selbstverständlichkeit für das gelernte Konditorenpaar, das darauf besonderen Wert legt. Besonders lecker ist übrigens der Zwetschgenkuchen mit Mandelblättern (3,50 Euro).

Das schmeckt alles nicht nur, sondern ist auch dekorativ angerichtet und mit Blüten und aromatischen Kräutern bestückt – passend zum Ambiente, das das kreative Multitalent Christian Nilkens im „Goli" geschaffen hat. Angefangen bei den selbst gemalten Bildern bis hin zu Tierfellhockern, eindrucksvollen Gestecken, kunstvoll bestückten Holzlampen oder witzigen Kamelhaut-Lampen, die nach eigenem Design in Marrakesch gefertigt wurden. Alles ist übrigens auch käuflich zu erwerben, ein Showroom im ersten Stock zeigt darüber hinaus weitere Deko-Elemente, die das Ehepaar von seinen Reisen mitgebracht hat sowie Bilder. Eine Dachterrasse wird demnächst ebenfalls eröffnet – für private Feiern oder den Drink mit Kirchblick.

Kein Wunder, dass dieses herzliche Dream-Team („meine Frau hält mir in Bezug auf die Finanzen und die Organisation den Rücken frei") in den vergangenen Jahren so viele Fans gewonnen hat – darunter auch Prominente wie Starkoch Tim Mälzer und andere, die das diskrete Paar nicht nennen möchte. Eine Reservierung sei deshalb an den Markttagen zum Brunch, aber auch abends dringend angeraten.

Apropos: Wer Heike Nilkens im TV erleben möchte, dem sei das „Perfekte Promi Dinner Mallorca" am 6. Mai bei VOX empfohlen. Da unterstützt sie – damals noch im Hotel Santanyí – GZSZ-Star Jörn Schlönvoigt beim Einkauf und in der Küche.

Von früh bis spät: Goli Café und Restaurant, geöffnet täglich 9 - 23 Uhr außer Mi-abends, C/. Portell, 14, Santanyí, Tel.: 971-64 22 48, www.goli-santanyi.com/

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