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DaiCa in Llubí: Vom Schloss ins Dorf

Caty Pieras, bislang Chefin vom Es Ví im Castillo Son Vida, eröffnet ihr eigenes Lokal
21-03-2012 23:00
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Ihr Restaurant heißt DaiCa: „Da

Ihr Restaurant heißt DaiCa: „Da" von David Ribas (im Service) und Ca von „Caty Pieras" (in der Küche). Die beiden sind auch privat ein Team. Foto: Nele Bendgens

Ein kleines verträumtes Dorf im Herzen der Insel: Llubí. Hier lässt sich seit ein paar Tagen bei Caty Pieras (33), der ehemaligen Chefköchin im Es Ví, dem Vorzeigelokal des Luxushotels Castillo Son Vida, einkehren. Gemeinsam mit ihrem Partner David Ribas (34) hat sie das ehemalige Ca'n Perico übernommen, nur ein paar Meter vom zentralen Kirchplatz entfernt.

Der Sprung in die Selbstständigkeit war lange geplant, und dass es ein Dorf sein müsse, stand von Anfang an fest. Es fehlte lediglich „das Lokal mit Charakter und Persönlichkeit, wo wir sofort wissen: das und kein anderes", erzählt Pieras. Nun haben sie ihr „DaiCa" gefunden und mit Liebe zum Detail umgestaltet.

Das zweiteilige Haus mit seinen Natursteinwänden, den Deckenbalken und den Gemälden der Malerin Catalina Salas beherbergt zwei Gasträume, einer davon eher für Gruppen gedacht. Dort verblüfft eine halb offene, optisch einer Piano-Tastatur ähnelnde Trennwand aus hellem und dunklen Holz, gebaut von Davids Bruder. Zwischen beiden Räumlichkeiten liegen die Küche und ein hübscher Innenhof mit altem Ziehbrunnen und Platz für weitere 20 bis 30 Gäste. Schon alleine aus ästhetischen Aspekten ein Platz zum Wohlfühlen.

Die junge Frau aus Inca und der Katalane aus einem kleinen Dorf bei Girona trafen und verliebten sich vor über fünf Jahren bei einem gemeinsamen Job im Sterne-Restaurant Can Jubany in Katalonien. Gemeinsam gingen sie später nach Mallorca. Sie ins Castillo Son Vida, er nach Beschäftigungen in anderen Lokalen schließlich ebenfalls. Auch David ist mit Leib und Seele Koch, und das immerhin seit bald 20 Jahren, aber im DaiCa kümmert er sich im Service um die Gäste. „Einer von uns sollte das Lokal auch bei den Gästen repräsentieren", sagt er. Immerhin werden die beiden am Anfang nur am Wochenende im Service und in der Küche unterstützt, ansonsten stemmen sie das Lokal alleine.

Das hohe Niveau, für das die Köchin schon im Es Ví gerühmt wurde, zeigt sie auch im DaiCa. Beste Grundprodukte, vorzugsweise Bio-Ware und -Fleisch, werden von ihr zu wohlschmeckenden Gerichten zubereitet. Der Stil hat sich nur ein wenig gewandelt. „Wir wollen mit unserem Lokal jeden ansprechen, nicht nur eine Luxusklientel wie im Es Ví." Da braucht es keinen Hummer, Sóller-Gambas, Trüffel oder Foie. Die Gerichte erscheinen auf den ersten Blick traditionell, werden aber mit den neuesten Methoden gefertigt und modern kombiniert. Die Karte ist klein, aber fein und wird regelmäßig gewechselt. Aktuell finden sich darauf beispielsweise eine Artischocken-Cremesuppe mit knusprigem Ibérico-Schinken (8,50 Euro), Rinderbäckchen mit Apfelpüree und Apfelstückchen (12 Euro) oder ein Fisch des Tages, etwa Seehecht oder Steinbutt, mit Lauchsauce und Kürbis­püree (12 Euro). Herausragend schmeckt das iberische ökologische Schwein vom Bauernhof Can Caló aus der Nachbarschaft im Dorf Ruberts, das von Pieras zunächst einen Tag lang in den verschiedensten Kräutern und Öl mariniert und dann 14 Stunden bei niedriger Temperatur gegart wird. Bestellt man das Gericht, so brät sie es auf der Hautseite knusprig an. Nach all der Zeit ist das Fett verschwunden, übrig bleibt eine feine und vor allem lecker-knusprige Haut und zartestes Fleisch – ein Gedicht für lediglich 14 Euro. Die Gerichte sind zudem üppig portioniert. „Keiner soll hungrig bleiben", so Pieras.

Auch das fünfgängige Degustationsmenü für 28 Euro ist empfehlenswert. „Sicher hilft mir meine Reputation, die ich durch meine Tätigkeit im Es Ví erlangt habe, aber letztlich muss man sich jeden Tag aufs Neue das Vertrauen der Leute erkochen", meint Pieras.

Der Clou des DaiCa, sozusagen das Tüpfelchen auf dem i, sind die drei Zimmer, die im Haus vermietet werden. Hübsch eingerichtet mit TV und Bad, kuschlig, relativ einfach, aber mit allem Nötigen versehen. Für lediglich 70 beziehungsweise 80 Euro sind Miel, Naranja und Limón (Honig, Orange und Zitrone) – so die Zimmernamen – eine ideale Ergänzung für all jene, die die Fahrt nach Llubí beispielsweise als kleinen Wochenendtrip nutzen und sich zum Essen auch den passenden Wein (es gibt eine schöne Auswahl) schmecken lassen wollen.

Familiär: DaiCa, geöffnet Do - Mo 13 - 15.30 Uhr und 20 - 22.30 Uhr. Das Lokal hat zwei Eingänge: C/. Nou, 8 und C/. de la Farinera, Llubí, Tel.: 971-52 25 67, www.daica.es

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