Nachrichten | Hosteleria

Die beste Pizza auf Mallorca ist ganz multikulturell

Die „Dragonera" bäckt ein Franzose – zu kosten im „El 44" in Colònia de Sant Jordi
08-08-2017 07:46
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Das Restaurant

Das Restaurant "El 44" serviert Mallorcas beste Pizza. Foto: Nele Bendgens

Sylvain Cohuets Restaurant "El 44" in der Hauptgeschäftsstraße von Colònia de Sant Jordi ist rappelvoll, manchmal sogar in drei Schichten am Abend. Die Gäste kommen von der ganzen Insel. Und sie haben einen guten Grund: Hier gibt es die beste Pizza Mallorcas – von Gästen und Fachjuroren ermittelt bei einem kürzlich ausgetragenen Wettbewerb, an dem 39 Lokale teilnahmen. Das gute Stück heißt „Dragonera" (wie die Dracheninsel) und ist belegt mit pikanter So­brassada (von der Firma La Luna in Sóller), Mandelbaumhonig und Feigenmarmelade (beides von der Marktfrau Ana Valiente, die mittwochs ihren Stand vor dem Lokal hat) sowie Büffel-Mozzarella und Rucola.

Ihr 42-jähriger Erfinder ist Franzose, stammt aus der Nähe von Saint-Malo und betreibt gemeinsam mit seiner Frau Nathalie seit über 14 Jahren das eher einfach eingerichtete, aber gemütliche El 44. Auf die Idee, auf Mallorca eine Pizzeria zu betreiben, kamen die beiden eher zufällig auf einem Urlaub mit der damals zehn Monate alten Tochter. Sylvain Cohuet ist nicht von Haus aus Gastronom, doch er hat einen guten Freund, einen pizzaiolo, wie man die Pizza-Bäcker nennt. „Bei ihm habe ich damals in den Monaten vor dem Umzug intensiv gelernt. Der Rest basiert auf viel Ausprobieren."

"Die Deutschen wollen immer Salami auf der Pizza haben"

Anfangs gab es in der „44" nur wenige Pizzen und panninis, belegte getoastete Brote. „Seit damals nennen mich einige auch Pannini", erzählt der Bretone, „weil ihnen mein Name zu kompliziert war."

Heute macht Cohuet etwa 50 verschiedene Pizzen (30 cm Durchmesser, 7–12 Euro), darunter beispielsweise die Gästefavoritin Autentica mit Gran-Padano-Käse, Kirschtomaten, Basilikum und Rucola. Zudem man kann aus 33 Zutaten den Belag für die Basis-Pizza, eine Margherita mit Tomate und Käse, wählen. Darunter sind unter anderem Artischocken, Hackfleisch, Ananas, Garnelen, Räucherlachs, Datteln und Rosinen. „Die Deutschen wollen immer Salami auf ihrer Pizza haben, die Franzosen lieben Anchovis oder Champignons, die Spanier mögen alles und davon viel."


Das Geheimnis liegt im Mehl

Für Kinder gibt's eine Minipizza mit etwa 12–15 cm Durchmesser, im Menüpaket mit Getränk, Eis und kleinem Geschenk für 6,50 Euro. Zu jeder Pizza wird der Pizza­schneider mitserviert, „das macht besonders den Kindern Spaß." Spezielle Zutaten wie italienisches Mehl oder Käse kommen von der italienischen Distributionsfirma Il Grotto.

Der Clou einer guten Pizza ist die Masse. Cohuet verrät niemandem sein Rezept für den Teig, „aber ich nutze normale Zutaten". Das Geheimnis liege im Mehl, den Mengen, und in der langen Zeit bei richtiger Temperatur, die er dem Teig für das Fermentieren lasse. Die einen mögen den Boden gerne ganz dünn und knusprig, die anderen dick. Cohuet liegt da in der Mitte. „Die Jury hat die Pizza und das Pizzamachen ganz detailliert begutachtet, jede Luftblase wurde registriert." Und für gut befunden, wie wir ja jetzt wissen.

Wer kein Faible für Pizzen hat, findet auf der Karte zahlreiche Vorspeisen (3,90–9,90 Euro), inklusive dem beliebten Tomaten-Mozzarella-Salat, Panninis oder Nudelgerichte (9–12,80 Euro). Die Ravioli bereitet die kleine Firma Tutto Pasta des Brasilianers Dinho Dilsinho frisch zu, mit Füllungen nach Wunsch von Cohuet. Beispielsweise Spinatravioli mit Walnuss-Ricotta-Rosinen-Füllung oder schwarze Ravioli mit Tintenfisch-Füllung. Und zum Nachtisch gibt es dann noch eine kleine Reminiszenz an die französische Heimat: Crêpes.

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