Tipps für Hotels und Restaurants

In Cala Millor backt Biggi Süßes nach deutschem Rezept

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In Cala Millor backt Biggi Süßes nach deutschem Rezept

Camí de Son Moro Vell 2
Son Servera - Mallorca

Tel.: +34 971-58-63-06

Deutsche Backklassiker haben sich in Cala Millor angesiedelt. Neben leckeren Kuchen, Torten und süßen Teilchen gibt es aber auch ein herzhaftes Angebot.                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                       

Vor knapp zehn Jahren gab es in Deutschland einen Nussecken-Hype anlässlich der Vorliebe von Schlagersänger Guildo Horn („Guildo hat Euch lieb“) für die Nussecken seiner Mama. Wer auch heute noch ein Faible für dieses Gebäck hat und eine leckere weich-saftige Version schätzt, sollte in Cala Millor Biggi’s Pasteleria besuchen. Die Nussecken gehören dort zu den meistverkauften Teilen der Auslage.

Erst kürzlich lief ein Porträt von Birgit Moll in der 16-teiligen Reihe „Mein Mallorca“ über ausgewanderte Deutsche auf Mallorca, die das erste Programm jeden Freitagmittag in ihrer Sendung ARD-Buffet ausstrahlt. Darunter auch der Winzer und Gin-Macher Stefan Winterling, der Friseur Stefan Niedenzu, die evangelische Pfarrerin Heike Stijohann und eben auch die 41-jährige gelernte Konditorin, die vor rund 20 Jahren ihre schwäbische Heimat verließ, um zunächst als Reiseleiterin und Animateurin in Spanien zu arbeiten. 2004 jedoch zog es sie wieder in die Back- und Konditorstube eines Fünf-Sterne-Hotels auf Lanzarote, und 2008 kam sie für die Protur-Hotelkette als Patissière nach Mallorca, wo sie in Sa Coma im Protur Biomar Gran Hotel drei Jahre lang tätig war. 

Es folgten Anstellungen in Restaurants in Cala Ratjada (Noahs, Pasta Pasta), wo sie sich vorrangig um die Frühstücksangebote kümmerte. Schließlich landete sie in einem Drei-Sterne-Hotel – eine eher schlechte Erfahrung, die sie aber dazu bewog, sich selbstständig zu machen. „Dort ging es nur um Quantität und Schnelligkeit, nicht aber um Qualität, und ich wollte endlich wieder all das machen, was ich ja schließlich gelernt hatte“, so die engagierte Konditorin.

Am Valentinstag 2015 eröffnete sie in Cala Millor, nur wenige Meter vom südlichen Ende des Stadtstrands entfernt, ihr Biggi’s Café. Mit tatkräftiger Unterstützung ihres Freundes Lukas Truninger, der eigentlich als Toningenieur arbeitet, sich aber um die Innenarchitektur und die handwerklichen Arbeiten kümmerte sowie bis heute auch um die Verwaltung des Cafés. 

Moll backt von Mandelhörnchen und Nussecken bis Schokocremetorte und Früchtekuchen jegliche feine Kuchen. Und dies auch nach Wunsch und auf Bestellung für Geburtstage, Jubiläen und Hochzeiten. Im Café sind vor allem ihre Käse- und Früchtekuchen Favoriten der Gäste. „Meine Nutella-Torte mache ich nach einem Rezept meiner Großmutter, die mir die Liebe zum Backen vermittelt hat.“ Beim Käsekuchen mit Mohn kann sie ihre schwäbische Heimat nicht verleugnen und beim Rüblikuchen (Möhrenkuchen) mit hochprozentigem Kirschwasser stand die Schweizer Heimat ihres Freundes Pate. „Er bringt von seinen Heimaturlauben immer selbst gebranntes Kirschwasser von einem Bauernhof aus seinem Dorf mit.“ (Kuchen 2,20–2,80 Euro).

Ein weiteres Highlight ihres Cafés sind die verschiedenen Frühstücks-angebote, wobei es sonntags sogar ein üppiges Frühstücksbuffet gibt – inklusive Schweinemettigel. „Das ist zwar ein wenig Retro, aber er ist unvermindert beliebt und wird meist als Erstes vertilgt.“ Gerade einmal 9,80 Euro inklusive einem Getränk kostet dieses Vergnügen. 

Werktags kann man länderspezifische Frühstücke genießen (deutsches, französisches, amerikanisches, mallorquinisches oder schweizerisches Frühstück), zudem das Lachsfrühstück à la Biggi oder auch nur Einzelteile wie Eier nach Wunsch oder Müsli (Frühstücke 7,80–8,80 Euro). Dazu belegte Brötchen wie beispielsweise „den Lkw mit ABS, so nennt man bei uns in Schwaben einen Leberkäswegge mit a bissle Senf“ oder Salate und Crêpes. Selbst eine Snackkarte mit Flammekuchen, Burger oder Schnitzel ist vorhanden (Herzhaftes 2,20–7,50 Euro).

Auch die Cocktail-Fans unter den Gästen werden befriedigt – sogar mit einer Eigenkreation, dem Leo. „Das ist der Bruder vom Hugo mit Rosé-Wein, Holunderblütensirup, Soda-Wasser, Orangenscheibe und Minze.“ Wer jetzt denkt, dass bei solch typisch deutschem Angebot nur Residenten und Touristen kämen, liegt falsch, denn Moll hat auch viele spanische Stammgäste. „Im Winter bilden sie mindestens 40 Prozent unserer Klientel, was nicht nur an meinen Kuchen liegt, sondern auch an meinem spanischen Personal“, sagt sie. Im Sommer müssten die meisten Spanier in Cala Millor allerdings so viel arbeiten, dass sie keine Zeit hätten zu kommen. 

Birgit Moll ist stolz auf ihre vielen Stammkunden: „Manche Urlauber sind 14 Tage im Ort und kommen 14 mal zu uns. Und bei ihrem nächsten Aufenthalt ebenso.“ Hat sich also der Weg in die Selbstständigkeit gelohnt? „Man hat mehr Arbeit, einen höheren zeitlichen Aufwand, nicht wirklich mehr Geld und braucht stärkere Nerven – aber es ist viel befriedigender als zuvor.“

Martina Zender

Überblick: Restaurants auf Mallorca

(Stand: März 2017)

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