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Restaurant Mandala in Orient ist eine Gourmet-Oase

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Restaurant Mandala in Orient ist eine Gourmet-Oase

Nueva, 1, Orient
Sóller - Mallorca

Tel.: +34 971-61-52

In den Bergen der Tramuntana, in Orient findet man diese kleine Oase. Hier finden 15 Gäste Platz. Die Mittelmeerküche dominiert, ein Hauch asiatisch ist auch dabei.

                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                              

Auf 500 Meter Höhe liegt am Rand des Tramuntana-Gebirges das kleine Bergdorf Orient mit seinen rund 30 Einwohnern. Eine Idylle, die komplett unter Denkmalschutz steht. Wer die abgetretenen alten Steinstufen hinauf zur Kirche nimmt, entdeckt daneben das kleine, aber feine Restaurant Mandala. Seit 1989 haben die Schweizer Anne Lozes-Buchs und Philippe Buchs hier ihr Gastroreich mit Gerichten aus aller Welt geführt, wobei der Schwerpunkt auf asiatischer Küche lag. Kein Wunder, war das Ehepaar zuvor doch oft in Asien gereist – zeitweise plante es sogar, ein Lokal in Nepal zu eröffnen. Doch das Dorf Orient auf Mallorca kam dazwischen, und damit ihre Begeisterung für diese Insel. Das Mandala war für die beiden nie nur ein Restaurant, dahinter steckte eine Philosophie. Daher war es für sie auch außerordentlich wichtig, das Lokal – eigentlich ihr „Kind“ – nur in die besten Hände weiterzugeben. 

Und diese „besten“ Hände gehören dem in Málaga geborenen José Bellido Sánchez (41). Vor rund acht Jahren war er eine Zeit lang im Mandala angestellt und hatte an der Seite von Lozes-Buchs gekocht. Weitere Stationen auf der Insel waren zuvor das Hotel Reads und nachher die Misa Brasseria oder das Hotel Formentor, wo er drei Jahre lang als Chefkoch des Restaurants El Pi tätig war. „Dann erreichte mich ein Anruf der beiden. Sie suchten einen Nachfolger, weil sie in Pension gehen wollten.“ Ihre Bedingung: Er sollte schon ein Jahr zuvor wieder als Koch dort anfangen, um einen fließenden Übergang zu ermöglichen. Bellido sagte zu. „So schön es auch im Hotel Formentor war, so lockte mich doch die Selbstständigkeit.“

Zum Saisonbeginn im vergangenen Jahr fand dann schließlich die wirkliche Übergabe statt. Anfangs gab es noch viele Gerichte der vorigen Karte, auch weil man die Gäste langsam an den neuen Chef gewöhnen wollte. Aber so nach und nach hat Bellido das Angebot seinen Vorstellungen angepasst. „Ich kann zwar rein technisch auch die Gerichte meiner Vorgänger kochen, aber so wirklich zu Hause bin ich in der asiatischen Küche nicht. Meine Küchenwelt ist das Mittelmeer.“ 

Zum einen präsentiert sich das innen gemütlich verwinkelte und von anderen schönen Steinhäusern eingerahmte Mandala nun optisch ein wenig puristischer und weniger asiatisch, von der riesigen Ganesha-Steinfigur auf der Terrasse einmal abgesehen. „Die hab ich gelassen, weil sie schön ist und Ganesha als Glücks- und Schutzgott gilt, der  bei Neuanfängen hilft. Ich fand, das passt.“ 

Zum anderen ist das Küchenkonzept nun ganz auf mediterrane Gerichte ausgerichtet. Zudem serviert Bellido jetzt ausschließlich Menüs: mittags drei Gänge mit zusätzlichen Amuse-Geules – in anderen Restaurants würden sie als zusätzliche Gänge gezählt – und handgemachten Petit Fours als zweiten Nachtisch; abends kommt noch ein weiterer Gang hinzu. Bellido plant dabei, demnächst mittags wie abends zwei lange Menüs anzubieten, und wahrscheinlich kann man dann daraus auch eine kleinere Variante wählen. „Ich muss sehen, wie die Gäste prinzipiell auf die Neuerung Menü statt à la carte reagieren, aber ich möchte mich eigentlich auf das Menü-Konzept konzentrieren und es weiter ausbauen.“ 

Anfangs hätten einige Stammgäste noch nach den früheren Gerichten des Schweizer Paares gefragt, doch dann hätten sie sich – bis auf wenige Ausnahmen – mit dem neuen Angebot angefreundet und wären Stammgäste geblieben. Es sind harmonische kreative Spielereien von eigentlich klassischen Gerichten. Das granizado aus Rote Bete und Erdbeeren überrascht, dazu wird ein Joghurt-Sorbet mit Pfeffer gereicht. Die salmonete (Rotbarbe) kommt mit Olivenkrusteln und auf einem feinen Ratatouille samt Mandarinencreme und Spargel auf den Tisch. Ein Genuss für Augen und Magen. Die Entenbrust wird mit in Rotwein mariniertem Rotkohl serviert, dazu gibt es Apfelpüree und eine hauchdünne Scheibe Gewürzbrot. Speziell bei Desserts und Petit Fours schmeckt man, dass Bellidos erste Ausbildung der Patisserie galt. „Aber ich mag es auch, wenn Desserts nicht allzu süß sind.“ Dies beweist beispielsweise seine Kreation aus Tomate, Himbeeren, Vanille-Mascarpone-Creme und Rosenblättern.

Nur mit wirklich gutem Essen könne man eine treue Stammkundschaft gewinnen, weiß Bellido. Den Gast erwartet nicht nur hoher Genuss und eine überaus sympathische und fürsorgliche Kellnerin, sondern auch ein fast schon intimes Esserlebnis, denn es werden nur 15 Gäste akzeptiert. „Wenn es mehr sind, übersteigt das unsere Möglichkeiten im Service und in der Küche. Das würde dann zu Lasten von Qualität und Service gehen.“ 

 Martina Zender

Überblick: Restaurants auf Mallorca

(Stand: März 2017)

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