Tipps für Hotels und Restaurants

Restaurant East 26 hat abwechlsungsreiche, internationale Küche

0 Stimmen
Restaurant East 26 hat abwechlsungsreiche, internationale Küche

Bisbe Verger,26
Santanyí - Mallorca

Tel.: +34 871-03-18-38

Freie Küche ist im East 26 die Regel, denn es kommt alles auf die Karte, was dem Koch schmeckt.

                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                       

Und neues Leben blüht aus den Konkurs-Ruinen … Wie in leider vielen Fällen funktionieren gewisse Geschäfte irgendwann nicht mehr, die Firma geht in die Insolvenz, das Gebäude geht in den Besitz der Bank über. So auch im Falle der Hausnummer 26 in der Straße Bisbe Verger im Zentrum von Santanyí. Mit dem Weiterverkauf wurde die Immobilienagentur von Lucie Hauri beauftragt. Doch ihrem Projektmanager John Peeters und ihr gefiel die Immobilie so gut, dass sie beschlossen, sie gemeinsam mit einem dritten Partner, Miquel Bonet, selbst zu kaufen und daraus etwas zu machen. 

Für die kreative Umsetzung zeichnete Peeters verantwortlich. Das Besondere ist die Basis der Immobilie: ein Vorderhaus und ein Hinterhaus jeweils auf zwei Ebenen, dazwischen ein großer, teils überdachter Innenhof und dahinter noch ein weitläufiger Garten. Modern umgearbeitet und durch kleine Anbauten ergänzt, bietet das Areal unter dem Namen East 26 nun Lucie Hauri selbst sowie verschiedenen Einrichtungs- und Design-Firmen und einer Galerie eine neue schicke Heimstatt. 

Herz des Ganzen ist das Restaurant, für das sich ein österreichischer Pächter, Josef „Peppo“ Mayer, mit seiner Lebensgefährtin Melanie Cepkova fand und das Mitte April eröffnet hat. Der frühere steirische Haubenkoch hatte nach über 30 Jahren in Wien die Stadt und den städtischen Stress ebenso leid wie das Wetter. 

„Zudem bin ich Pollen-Allergiker und da leidet man auf der Insel sehr viel weniger“, so der 55-Jährige, der früher häufiger schon auf Mallorca war und sich hier immer wohl fühlte. Der Zufall kam ihm zu Hilfe, denn Hauri und Mayer haben die gleiche gestoría. Die Experten für Amtsgänge vermittelten ein Treffen, und man wurde sich einig. „Eigentlich schwebte mir nur ein Lokal mit etwa 30 Plätzen vor, doch bei einem so tollen Objekt kann man nicht Nein sagen“, sagt Mayer. Das East 26 hat nicht nur 80 Plätze im attraktiven Innenhof, sondern verfügt über eine angemessene Vorbereitungs- sowie eine Außenküche und einen kleinen Weinkeller. 

Mayer, der seinen Kochberuf in der Steiermark lernte, hat sich sozusagen in die tollen Produkte der Insel verliebt. „Hier schmeckt vieles so viel besser als bei uns in Österreich, aber bei dem Klima entwickelt beispielsweise das Gemüse ja auch viel mehr Geschmack.“ Seine Küche ist keiner Region, keinem Stil verpflichtet. Gekocht wird, was schmeckt, und da das Lokal ja auch erst seit Mitte April geöffnet ist, probiert er sich zunächst aus und testet, was seine Gäste bevorzugen. „Ich will frei kochen, keinen festen Karten oder Zwängen folgen, das hatte ich schon zur Genüge.“ 

Als kleine Reminiszenz an die Heimat gibt es beispielsweise- einen gemischten steirischen Salat mit Kartoffeln, Tomaten, Rucola, Zwiebeln, Paprika und mit Panko-Teig überzogenen gebackenen Hähnchenstreifen. Dazu darf ein original Kürbiskernöl nicht fehlen, „das ich von meinem früheren Lieferanten weiterbeziehe“. 

Bei den Vorspeisen, auch Tapas genannt, begibt man sich auf eine kleine Weltreise. Aus Spanien kommen beispielsweise Tintenfisch vom Grill mit Gemüse, ein Tumbet oder schwarzer Reis mit Kalmaren und Tomatenconfit. Das Thunfisch-Tataki wird mit griechischem Joghurt kombiniert, das peruanische Ceviche vom Adlerfisch mit Süßkartoffeln. Bei den Hauptgerichten überzeugt das secreto ibérico mit Kartoffelgratin, die Entenbrust mit Basmati-reis und Feigenbalsamico oder auch das Lammkarree mit orientalischem Gemüse und Couscous (Pinchos 2–4 Euro, Vorspeisen 8–18 Euro, Hauptspeisen 10–23 Euro, Desserts 5–8 Euro ).

Als wichtige Erfahrung bezeichnet Mayer seine Zusatzausbildung als ayurvedischer Koch. „Ich richte meine Speisekarte nicht danach aus, aber dabei hab ich viel über den Gebrauch von Gewürzen und Gemüse gelernt – und das nutze ich.“ Unter den Getränken wird man jedoch fündig: Da gibt es eine Kurkuma- und eine Ingwerlimonade in einer kalten und einer heißen Variante, beide natürlich hausgemacht.

Außerdem beraten er und seine Partnerin, die sogar eine Ausbildung in ayurvedischer Medizin gemacht hat, ab und an auf Wunsch Gäste, wenn diese über verschiedene Wehwehchen klagen, welche Gerichte oder Getränke ihnen gut täten. „Ich dränge mich aber natürlich nicht auf, das ist alles ganz locker und eher privat.“ 

Als zusätzliches Schmankerl hat das East 26 auch einen großen Garten mit immerhin 60 Plätzen, den Mayer demnächst als Pizzeria nutzen will – allerdings mit etwas anders belegten Pizzen, die man so sonst nicht bekommt. Dieser Teil des Lokals wird Dienstag bis Samstag ab 16 Uhr geöffnet sein. 

Martina Zender

Übersicht: Restaurants auf Mallorca

(Stand: Juni 2017)

Fotogalerie

Karte