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Restaurant Es Viu zeigt die vegetarische Vielfalt

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Restaurant Es Viu zeigt die vegetarische Vielfalt

C/. Bisbe Perelló, 3, Santa Maria del Camí
Santa María del Camí - Mallorca


Vegetarier kommen in dem Restaurant in Santa Maria del Camí auf ihre Kosten.

                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                       

Als Amuse-Gueule überzeugt ein Rote-Bete-Hummus mit Gemüse-sticks, gereicht mit drei verschiedenen Gewürzmischungen: Gomasio (Sesam und Salz), Dukkah (klein gehackte Walnüsse, Sesam, Paprika, Kreuzkümmel, Koriander, Salz, Sonnenblumenkerne) und Bierhefe. 

Weiter geht es mit einer erfrischenden Honigmelonen-Gazpacho mit Basilikum. Als Hauptspeise entscheiden wir uns für ein Buchweizencurry mit Kokosmilch, Gemüse wie Paprika, Zucchini, Kürbis, Lauch, Zucchini und Champignons sowie vielen feinen Gewürzen. Zur Auswahl stehen am Besuchstag aber auch noch ein gemischter Salat mit Goji-Beeren sowie Kroketten mit Süßkartoffel-Fritten. 

Als abschließende Krönung sind wir hin und her gerissen zwischen einem feinen Chiasamen-Kakao-Kuchen mit Himbeeren als Belag und einem Kuchen, bestehend aus einer rohen Kürbis-Cashewkern-Masse auf einem Walnuss-Rosinen-Boden. 

Und all dies für 10 Euro. Das dreigängige Mittagsmenü, inklusive Wasser, gibt es wie beschrieben im vegetarisch-veganen Restaurant Es Viu, das im April in Santa Maria del Camí eröffnete und von Beatrice Pérez und Carlos Blanco betrieben wird. 

Die beiden guten Freunde sind keine Mallorquiner. Die 38-jährige Pérez stammt aus dem asturischen Oviedo, der 46-jährige Blanco aus Córdoba in Argentinien. Beide leben jedoch schon viele Jahre auf der Insel. Beatrice Pérez, seit ihrem 14. Lebensjahr Vegetarierin, hat sich im Laufe der Jahre einen guten Ruf erkocht, speziell für Yoga- und Detox-Seminare, für entsprechende Events und bei auf gesunde Küche spezialisierten Agroturismos. Blanco hingegen kommt aus der Weinbranche. Er war lange Jahre bei der Bodega Anima Negre tätig und hat gemeinsam mit einigen Freunden und Klein-Winzern die Vereinigung Amba-Vi gegründet, Associació Microbodeguers y Amics del Vi. Jedes der Mitglieder hat kleine Weinberge oder kauft Trauben, meist aus dem Weinbaugebiet Felanitx („da kenne ich noch viele Weinbauern, die auch Anima Negre beliefern“). Damit wird experimentiert, ohne dass der Wein in den Verkauf kommt. Freunde und Stammgäste dürfen ihn in seinem Lokal probieren. 

Darüber hinaus gibt es im Es Viu vor allem Bio-Weine von der Insel und aus Spanien auf der Weinkarte. Einmal pro Monat gibt es zudem entweder einen Wein-Verkostungsabend oder ein Menü mit passender Weinbegleitung, bei dem der befreundete Sommelier Josep Avellà Weine vorstellt und auch Winzer zu Besuch sind.

Gemeinsam kam man auf die Idee, sich selbstständig zu machen mit einem eigenen kleinen Restaurant, wobei Pérez nun auch für die Kochevents und Caterings die Küche des Es Viu als Ausgangspunkt nutzt. „Es liegt vielleicht nicht in der Laufzone, aber man muss hier quasi vorbei, wenn man zum Bahnhof von Santa Maria will“, erklärt Carlos Blanco, insofern sei es eine gute Lage. Vor allem aber gäbe es ja doch sehr wenige Restaurants ihrer Art, da würden die Interessierten via Mundpropaganda kommen oder auf Empfehlung vegetarisch-veganer Web-sites – und sie so auch finden. 

Wobei viele der Gäste weder Vegetarier noch Veganer sind, sondern einfach nur in gemütlicher Umgebung essen wollen und Spaß haben an diesem Küchenstil und an den kreativen Ideen der Köchin, die ihre Produkte vor allem bei der Kooperative Va de Bio und von der Bio-Finca -Coanegra in Santa Maria kauft. „Für uns hat die Herkunft der Produkte eine große Bedeutung, man kann mit hiesigen Erzeugnissen wunderbar kochen“, sagt Beatrice Pérez und verweist auf Schlagwörter und Initiativen wie km0 und Slow Food. 

Schon am Morgen sorgt sie mit belegten magranets (weichen Brötchen) und pa amb olis sowie Bio-Müsli für einen gesunden und leckeren Einstieg in den Tag. Samstags und sonntags sowie an den geöffneten Abenden gibt es À-la-carte-Gerichte, die sich ebenfalls preislich absolut im Rahmen halten. Festgezurrt ist hier noch nichts: „Wir haben ja erst seit ein paar Monaten auf, das bedeutet, dass wir viele verschiedene Gerichte ausprobieren und testen, was bei unseren Gästen am besten ankommt – damit werden wir dann eine feste Karte bestücken.“ Sicher mit dabei seien aber samstags der mallorquinische Tapas-Teller Variat und der schon jetzt beliebte Hamburger, dessen Herzstück, der patty, aus abwechselnden Grundzutaten besteht. Mit Salat und Kartoffeln kostet er 8,60 Euro.

Für Kinder ist übrigens ein Teil des Restaurants als gemütliche Spielecke eingerichtet, immerhin haben beide je ein dreijähriges Kind, und Blancos Frau bekommt in diesen Tagen ihr zweites. An Konzertabenden, die ab und an veranstaltet werden, und am Donnerstagabend, wenn ein Musiker seiner Gitarre Flamenco- oder Bossa-nova-Klänge entlockt, dient dieser Teil des Lokals als Bühne.

Martina Zender

Überblick: Restaurants auf Mallorca

(Stand: Juli 2017)

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