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Restaurant La Nata in Sineu: portugiesische Küche

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Restaurant La Nata in Sineu: portugiesische Küche

Major, 7
Palma de Mallorca - Mallorca

Tel.: +34 639-46-52-89

Autentische Küche aus dem Nachbarland, in familiärer Atmospähre

                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                       

Pastel de Nata, eigentlich laut korrekter Übersetzung ein Sahnetörtchen, beinhaltet gar keine Sahne. Das Blätterteig-Schälchen ist gefüllt mit delikater Eiercreme, quasi Pudding, gewürzt mit Zimt und bestreut mit Puderzucker. Es ist der Nachtisch in Portugal. Erstmals backten ihn im 18. Jahrhundert vermutlich Mönche im Stadtteil Bélem von Lissabon, später übernahm die seit 1837 existierende Konditorei Casa Pastéis de Belém die Produktion. 

Das Restaurant La Nata, das in einer kleinen Fußgängergasse nahe der Kirche in Sineu liegt, ist nach eben diesem Gebäck benannt, das natürlich auch auf der Karte steht (1,90 Euro das Stück). Willkommen im wohl einzigen portugiesischen Restaurant Mallorcas: Das kleine Lokal mit der hübschen Terrasse auf der Gasse wird von dem Mutter-Tochter-Duo Pinto Machado geführt, wobei die Mutter Mercês in der Küche steht und Tochter Catarina sich um die Gäste kümmert. Ihr Vater und Bruder kommen im Sommer aus Portugal und helfen den beiden.

Catarina, die wegen der Liebe nach Mallorca umzog, eröffnete das Lokal im Sommer 2014 und holte sich dafür ihre Mutter an die Seite, die eigentlich nur zu Anfang für die Organisation und das Einarbeiten eines Kochs kommen wollte, sich dann aber entschied zu bleiben, um ihrer Tochter zu helfen. Das Restaurant ist zwar nicht sehr groß (auf der Terrasse finden knapp 30 Leute Platz), aber dies sei die Gästezahl, die sie ohne zusätzliches Personal bewältigen könnten. 

Viele Produkte wie die speziellen Wurstwaren alheira und farinheira sowie Bohnen, aber auch den bacalhau (Kabeljau, auch als Stockfisch bekannt) beziehen sie, auch wenn dies teurer ist, aus Portugal. „Bacalhau schmeckt anders als der bacalao hier“, meint Mercês, was an der achtmonatigen Lagerung in Salz liegt. Mercês ist eigentlich keine gelernte Köchin, sondern hat als Eventmanagerin gearbeitet. Doch das Kochen liegt ihr im Blut und die Rezepte stammen teils aus der Familie. 

Aus dem von ihr entsalzten bacalhau macht sie die Carpaccios – einmal pikant mit karamellisiertem Pfeffer und Portwein, einmal mit Koriander und Balsamico-Essig, und zum Dritten mit geschmorter roter Paprika. Zudem gibt es Stockfisch-Kartoffel-Petersilien-Kroketten, die in Portugal bolinhos genannt werden, und natürlich die Hauptgerichte Kabeljau mit Kräuterkruste sowie den Favoriten von Köchin und Gästen, den Bacalha à brás, wofür der Fisch klein geschnitten und zusammen mit Kartoffeln, Zwiebeln, Ei und Knoblauch verarbeitet wird. „In Portugal haben wir für jeden Tag des Jahres ein anderes Rezept mit Kabeljau“, erzählt Mercês.

Empfehlenswert sind zudem die mit Knoblauch und Koriander gefüllten Champignons und die mit Kürbismarmelade belegte Blutwurst morcilla mit Reis. Für Fleischfreunde gibt es außerdem einige Hamburger („als Kompromiss für all diejenigen, die nichts mit portugiesischer Küche anfangen können“) sowie ein Kalbssteak und ein Rindersteak mit Sahne-Biersauce (Vorspeisen 5,50–9,90 Euro, Hauptspeisen 8,75–16,50 Euro). Dazu werden stilgerecht auf Wunsch portugiesische Weine und Portwein serviert.

Martina Zender

Übersicht: Restaurants auf Mallorca

(Stand: August 2017)

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