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Restaurant Contrabando in Llucmajor bringt Mallorca auf den Tisch

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Restaurant Contrabando in Llucmajor bringt Mallorca auf den Tisch

Passeig Jaume III, 2
Llucmajor - Mallorca

Tel.: +34 971-10-16-73

Im Zentrum der Stadt hat sich ein mallorquinisches REstaurant etabliert. Die Liebe der Geschäftspartner zueinander hat dies ermöglicht.

                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                       

Sie haben sich in Köln in einem Hotel kennengelernt, wo beide ein Praktikum im Rahmen ihrer Hotel- und Gastronomieausbildung durchführten: die Holländerin Karlien van Opstal (32) und der Mallorquiner Miquel Bosch (36). Sie wurden Freunde. Jahre später kamen sie wieder in Kontakt, man traf sich auf Mallorca, und da wurde es Liebe. Anfangs pendelten sie zwischen Holland und Mallorca, später dann kam van Opstal auf die Insel. Sie arbeitete in den Hotelketten Iberostar und Hilton, Bosch war stell-vertretender Direktor des Grupotels Playa de Palma. Doch der Wunsch nach einem eigenen Restaurant wurde immer stärker. Schließlich fanden die beiden Anfang 2016 ein geeignetes Objekt: ein ehemaliges Bekleidungsgeschäft an der Rambla in Llucmajor. Anfang Dezember wurde das Contrabando eröffnet, direkt gegenüber vom Denkmal, das an die verlorene Schlacht des Königs Jaume III. erinnert. 

Was sie seitdem machen, kommt so gut bei den Gästen an, dass sie bereits bei Tripadvisor Nummer eins der gelisteten 55 Lokale in der Gemeinde Llucmajor sind und Platz drei von insgesamt 5.120 Lokalen in ganz Mallorca innehaben (Stand 4. Juli). Dabei sieht man im Lokal sowohl ausländische Gäste, die sich über das Deutsch und Englisch der beiden (und des Serviceteams) freuen, als auch Mallorquiner, die den kulinarischen Zuwachs in ihrem Ort schätzen.

Es wird spanisch-mallorquinisch gekocht, wobei die Holländerin, die als Chefköchin in ihrer offenen Küche agiert, ab und an auch Spezialitäten ihrer Heimat offeriert wie einen köstlichen warmen Apfelkuchen mit Rosinen, Walnüssen und Zimt oder Muscheln in Weinsauce mit Gemüse. „Natürlich haben wir uns auch umgeschaut, was in Llucmajor sonst so angeboten wird, um uns davon zu unterscheiden“, erzählt van Opstal. 

Wichtig ist dem jungen Paar vor allem, authentisch zu sein. Und so offerieren sie kreativ belegte Llonguets wie die Version mit gebratener Camaiot-Wurst, Mayonnaise und Tap de Corti oder eine mit Sobrassada und Spiegelei. Dazu kalte und warme Tapas – darunter manche in zwei - Portionsgrößen – wie etwa ein delikat-zartes Schweinefilet mit Foie und Tomatenmarmelade, Seewolf-Garnelen-Spieß mit feiner grüner Curry-Sauce oder Thunfisch-Tartar mit Guacamole, Sesam und etwas Wasabi-Mayonnaise (bei den beiden letzteren Gerichten wagt man ausnahmsweise einen Mini-Ausflug in asiatische Gewürzwelten). Das meiste wird frisch erst nach der -Bestellung zubereitet.

Ergänzt wird die Karte durch ein paar „pa amb oli“, einige Salate wie etwa den Bauernsalat mit dem eher selten angebotenen, intensiv schmeckenden peix sec (Trockenfisch von der Nachbarinsel Formentera), ein zentrales Hauptgericht (ein 300 Gramm schweres Entrecôte für 16,50 Euro – das mit Abstand teuerste Gericht) sowie fünf bis sechs natürlich ebenfalls hausgemachte Desserts. Hinzu kommen ein paar Tagesangebote. Dies alles zu absolut fairen Preisen (Pinchos 1,50 bis 2,50 Euro, Llonguets mit üppiger Garnierung 5,25 bis 7,50 Euro, Tapas 4,50 bis 12 Euro, Desserts 4 Euro). Extrawünsche werden, „sofern wir sie kochen können, gern berücksichtigt. Das können eine Paella oder spezielle Fische sein, die wir täglich geliefert bekommen.“

Sie nutzen spanische, bevorzugt mallorquinische Produkte, die möglichst sogar aus -Llucmajor kommen wie das Xeixa-Brot und die Llonguets von der Bäckerei Can Pau, Liköre von Vidal Catany sowie Obst und Gemüse von einem Marktstand in Llucmajor oder vom Geschäft S´Hort Llucmajor. „Einige ihrer Produkte wie die Tomaten stammen von der eigenen Finca und sind richtig gut“, meint Bosch.

Richtig gut ist auch die ungewöhnliche Einrichtung, die perfekt zum Namen des Lokals passt, denn – so Miquel Bosch über die Geschichte Llucmajors – hier hätte es aufgrund der langen Küsten in früheren Zeiten viel (so die Übersetzung von Contrabando) Schmuggel gegeben, mit s‘Estanyol als zentralem Hafen oder der Küstenregion nahe Cap Blanc als Anlandeort. In Zeiten, wo das Essen rationiert war, reichte es vielen Familien nicht aus, daher arbeitete man tagsüber in seinem Beruf, nachts wurde zunächst Essen geschmuggelt, später dann Güter wie Tabak, Alkohol oder Kaffee, die man verkaufen konnte und sich so ein Zubrot verschaffte. 

Daher finden sich in dem witzig dekorierten Lokal Accessoires wie Kaffeesäcke, ein altes rostiges Fahrrad („man fuhr des Nachts mit dem Fahrrad bis ans Wasser, um die Schmuggelware zu holen“, so Bosch), Tabakdosen, alte Whiskyflaschen, ein Rahmen mit einigen Rationierungsmarken oder ein historisches Schwarz-Weiß-Foto vom s‘Estanyol-Hafen – es gibt viel zu entdecken. Holztische und Lampen sind selbst von den beiden gezimmert, Stühle alt gekauft und überarbeitet worden, und selbst eine Mauer hat van Opstal eigenhändig eingerissen. „Die Renovierung dauerte einige Monate, weil wir sie parallel zu unserer damaligen Arbeit nur abends und am Wochenende machen konnten“, meint van Opstal. Aber es hat sich gelohnt, denn das Contrabando bietet die angenehme Kombination aus lecker-bezahlbarem frischem Essen, freundlichem Service und Betreiberpaar, schönem Ambiente und viel Gemütlichkeit.

 

Martina Zender

Übersicht: Restaurants auf Mallorca

(Stand: Juli 2017)

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Provinz: Mallorca - Zeitung | Ort: Llucmajor