Nachrichten | Gastronomía

Fosh: Oh du süße, kleine kugelrunde Erbse

Frische Hülsenfrüchte sind in der Küche vielseitig einsetzbar und reich an Ballaststoffen
27-05-2017 23:00
0 Stimmen
Knuspriges Brot trifft zarte Erbsen-Creme. Foto: MFRG

Knuspriges Brot trifft zarte Erbsen-Creme. Foto: MFRG

Ich liebe Erbsen. Schon als Kind habe ich sie begeistert aus den leuchtend grünen Schoten gegessen – knackfrisch gepflückt im Garten meines Großvaters. Eines kann ich versichern: Es landeten viele dieser kleinen Kugeln in meinem Bauch. Ich war ja ein Londoner Großstadtjunge. Und was war das für ein Genuss, von der Hand in den Mund zu leben, diese wunderbaren Augenblicke lang.

Meine Leidenschaft für Erbsen hat sich seither nicht geändert. Viele Menschen haben in Zeiten von Tiefkühlkost, Fertig- und Dosengerichten vergessen, welch' interessante Textur Erbsen aufweisen und wie gut sie – frisch geerntet – schmecken. Diese feine Süße, diese Frische!

Seit Jahrtausenden schon spielt Pisum sativum, wie sie lateinisch heißt, in der menschlichen Ernährung eine Rolle. Archäologische Funde belegen, dass die Pflanze seit über 10.000 Jahren angebaut wird. Damit gehört sie zu den ältesten Kulturpflanzen überhaupt. Ursprünglich stammt sie aus Vorder- und Mittelasien – bis sie ihren Siegeszug um die Welt antrat. Die Hülsenfrucht ist ein wahres Power-Gemüse: Denn die Kraftprotze enthalten jede Menge pflanzliches Eiweiß, dazu Kalium, Kalzium, Magnesium und Eisen. Sie sind reich an Ballaststoffen und B-Vitaminen. Und Vitamin C haben sie auch noch mit an Bord. Unter ihrer Schale verbergen sie bis zu zehn Samen. Und es war natürlich früher immer schon ein Fest, wenn man eine erwischte, die sich mit besonders vielen und besonders dicken dieser köstlichen Kuller hervortat.

Erbsen können übrigens auch gelb, bräunlich, selbst schwarz sein. Eine blaue Speiseerbse wird ebenfalls kultiviert. Doch obwohl es von den Schmetterlingsblütlern insgesamt über 80 Sorten gibt, landen die wenigsten davon auf dem Teller. Zu den beliebtesten Exemplaren gehören unzweifelhaft die Zuckererbsen, auch Kaiserschoten oder Zuckerschoten genannt. Sie sind so besonders zart, weil sie keine Pergamentschicht in der Hülse aufweisen und daher mitsamt ihrer Hülle gegessen werden können. Und klar, der Name sagt es: Sie sind süßlich im Geschmack. Sie haben sogar etwas Feines, gar Royales. Schließlich waren sie am Hofe König Ludwigs XIV. höchst beliebt. Und auch in Märchen kommen sie vor. Man denke nur an Hans Christian ­Andersens „Die Prinzessin auf der Erbse", bei der die Gute damit auf ihre vornehme Herkunft hin geprüft wird. Doch nicht nur beim Adel oder in Kindererzählungen waren Erbsen der Star: Von den Bühnen internationaler Kochkunst sind sie gar nicht wegzudenken.

Was man aber auch alles mit ihnen zubereiten kann! Zum Beispiel ein Süppchen mit Zitronengras und Aloe vera. Sie passen gut zu Lachstatar mit Minze. Ein Steinbutt wiederum kommt schmackhaft mit einem „Pil-Pil" aus frischen Erbsen daher, samt Chili, Öl, Knoblauch, Zitrusgel. Hühnerfrikassee oder Risottos verleiht sie Farbtupfer. Und einem Kabeljau in Safrankruste leistet eine Erbsencreme ebenfalls sehr gute Gesellschaft. Frische Erbsen sind nicht lange haltbar und verlieren rasch an Geschmack. Da hilft nur eins: Sie so schnell wie
möglich genießen. Lecker!

Das Rezept: Frisches Erbsen- und Minz-Pesto

Compartir en Twitter
Compartir en Facebook

Rezept-Sammlung

Suchen Sie Rezepte, indem Sie hier den Namen des Gerichts und einige Zutaten angeben