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Festival de Pollença: Neustart mit Michael Nyman

Das Budget wird allerdings um 34 Prozent auf 150.000 Euro reduziert
13-06-2012 23:00
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Weltpremiere: Michael Nyman spielt „Body Parts? Foto: José Méndez / dpa

Weltpremiere: Michael Nyman spielt „Body Parts? Foto: José Méndez / dpa

Private Sponsoren machen es möglich: Das Festival de Pollença, das 2011, ausgerechnet zum 50-jährigen Jubiläum, aufgrund massiver Probleme der Geldgeber Gemeinde und Landesregierung am Rande der Absage stand, wird mit einem um 34 Prozent reduzierten Budget von 150.000 Euro einen Neustart hinlegen. Das zumindest verspricht Joan Valent, der mallorquinische Komponist und „balearischer Künstler des Jahres 2011", der zum künstlerischen Leiter des Festivals ernannt wurde.

Man müsse dieses Kultur­ereignis neu erfinden, bekannte der 47-Jährige, ansonsten sei es zum Tode verurteilt. Das Veranstaltungsprofil verrät die Neigungen und Kontakte des neuen Direktors: Der Mallorquiner ist ein gefragter Komponist für Filmmusik, die Projektion von zwei Filmen mit Valent-Soundtrack gehört zum Programm (unter anderem „La chispa de la vida" von Álex de la Iglesia").

Doch der große Wurf ist die Weltpremiere eines Stücks von Michael Nyman, interpretiert von dem weltberühmten britischen Komponisten („Das Piano") gemeinsam mit der Sopranistin Marie Angel. Titel: „Body Parts" (Körperteile). Dieser Höhepunkt des Festivals soll am 4. August im Innenhof des Klosters Santo Domingo stattfinden.

Die Darbietung reiht sich in die Konzertserie ein, mit der Valent an die Tradition der ursprünglich als Klassik-Festivals angelegten Veranstaltungsreihe anschließt. Den Auftakt machen am 6. Juli die Balearen-Sinfoniker, die nach einer Suite von Sergej Prokofjew die erste Premiere der Festspiele interpretiert, nämlich „Foster's Symphony" von, wieder, Joan Valent. Dieser schuf den Soundtrack für einen Dokumentarfilm über den illustren Architekten („How Much Does Your Building Weigh, Mr. Foster?"), was zu einer engen persönlichen Freundschaft geführt habe. Valent ließ durchblicken, dass Norman Foster dem Konzert beiwohnen könnte.

Auch eine Filmpremiere steht auf dem Programm: Agustí Villaronga – derselbe mallorquinische Regisseur, auf dessen Spielfilm „Pa Negre" innerhalb und außerhalb Spaniens Preise geregnet sind – zeigt erstmals „Carta a Eva", ein TV-Film, der von einer historischen Europa-Reise der argentinischen Präsidentengattin Eva Person handelt (20. Juli).

„Nachdem kein Geld da war, habe ich meine Freunde eingeladen", scherzte Valent bei der Vorstellung des Programms. Zu seinem Dunstkreis gehört auch der bekannte spanische Schriftsteller Eduardo Mendoza, der am 6. August im Hotel Son Brull lesen wird, Auftakt eines „Internationaler Kurses über den Roman noir".

Neben Musik, Literatur und Kino kommen auch die Bildenden Künste zum Zug, konkret mit einer Ausstellung des bekannten Pollençiners Joan Cortès.

Als Nächstes hat sich Valent vorgenommen, weitere Formen der Finanzierung auszuloten, bis hin zur Gründung eines „Kreises der Freunde des Festivals".

Programm:

6.7. 22 Uhr Konzert der ­Balearen-Sinfoniker, Santo Domingo
14.7. Klavierkonzert, Santo Domingo
14.7. bis 25.8. Ausstellung von Joan Cortès, Kirche des Klosters Santo Domingo
18. bis 20.7. sowie 15.8.: Filmreihe im Rathaus-Patio
21.7. Orquesta Barroca de Sevilla, Santo Domingo
4.8. Weltpremiere „Body Parts" von Michael Nyman
6.8. Lesung von Rosa Novell und Eduardo Mendoza im
Hotel Son Brull
18.8. The World Orchestra spielt Beethoven und Tschaikowski, Santo Domingo
23.8. Das Bläserensemble
des World Orchestra spielt im Hotel Formentor
24.8. Straßenkonzerte der
Solisten des World Orchestra
25.8. The World Orchestra spielt Betthoven und Dvorak, Santo Domingo

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