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Mallorca Rocks: Startschuss mit Rock-Charmeur

Brit-Award-Abräumer Ed Sheeran eröffnet den Konzertsommer. Dieser fällt jedoch dünner aus als geplant
31-05-2012 10:32
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Am 5. Juni auf Mallorca, am 6. Juni auf Ibiza: der blutjunge und mega-angesagte Brit-Star Ed Sheeran Foto: Ade Johnson / dpa

Am 5. Juni auf Mallorca, am 6. Juni auf Ibiza: der blutjunge und mega-angesagte Brit-Star Ed Sheeran Foto: Ade Johnson / dpa

Wie ein frauenbetörender Sex-Bolzen sieht dieser Jungspund eigentlich nicht aus. Eher wie ein strebsamer Gymnasiast mit einem Hang zum Schachspiel oder zur Vektorrechnung für Fortgeschrittene.

Doch in britischen Medien wird bereits seit Monaten aufgeregt verbreitet, dass der Sänger Ed Sheeran die Mädels ganz kirre mache - trotz seiner abgetragen wirkenden Klamotten und des flaumigen Öko-Barts. Das muss wohl an der durchdringenden Stimme des erst 21-Jährigen aus Halifax in West Yorkshire liegen, der am Dienstag (5.6.) den diesjährigen Konzertsommer des Musikhotels "Mallorca Rocks" in Magaluf im Westen der Insel eröffnet.

Vielleicht ist es auch seine unprätentiöse und frisch-fröhliche Art, die beim weiblichen Publikum so gut ankommt. Der Junge mit der Gitarre landete jedenfalls im vergangenen Jahr mit "The A-Team", "Drunk" und "Lego-House" drei Hits, die sich wie warme Semmeln verkauften, im Web massenhaft gehört wurden und ihn im englischen Sprachraum schlagartig berühmt machten. Bei den renommierten Brit Awards im Februar räumte Ed Sheeran so richtig ab. Er bekam gleich zwei Auszeichnungen - beste Neu-Entdeckung und bester männlicher Solist -, und hängte damit sogar Rihanna ab, das viel berühmtere Kurven-Phänomen von der Karibik-Insel Barbados.

Ed Sheeran ist nicht der einzige auch in Deutschland bekannte Star des Mallorca-Rocks-Programms 2012. Auch die Mitglieder der in Leeds gegründeten Indie-Band Kaiser Chiefs ("Ruby, Ruby, Ruby"), die 2005 mit ihrem Auftritt beim "Live-Aid"-Konzert in Philadelphia den internationalen Durchbruch schafften, beehren das Festival mit ihrer Anwesenheit (26. Juni). Sie geben unter anderem Songs aus ihrem neuen Album "The Future Is Medieval" zum Besten. Band-Mitglied Peanut schloss ausdrücklich nicht aus, sich - wenn ihm danach sei - stilecht ins Publikum zu werfen.

Nicht ganz unbekannt sind auch die Jungs der 1999 gegründeten Alternativ-Rockband Kasabian, die am 10. Juli nach Mallorca kommen und Appetit darauf haben, Songs aus ihrem Album "Velociraptor" zu performen. Der nigerianisch-stämmige Rapper Tinie Tempah, dessen Single "Pass Out" im vergangenen Jahr bei den Brit Awards ausgezeichnet wurde, gibt sich ebenfalls im Mallorca Rocks die Ehre (14. August).

Eine in Deutschland sehr bekannte Gruppe ist New Order, deren Hit "Blue Monday" vor bereits fast 30 Jahren die Jugend elektrisierte. Die bereits in die Jahre gekommen Mitglieder der schon vor gefühlten mehreren Jahrhunderten in Manchester ins Leben gerufenen Band, deren musikgeschichtliches Verdienst darin besteht, den nach den legendären "Sex Pistols" aufgekommenen Post-Punk mit Synthesizer-Elementen à la "Kraftwerk" angefüttert zu haben, treten am 11. September auf. Besonders verbunden fühlt sich die Gruppe mit Ibiza, wo sie ebenfalls ein Gastspiel bestreiten wird: Vor Jahren nahmen die Musiker auf der Insel ein Album auf.

16 Konzerte bis September
Mit 16 Konzerten, die bis zur großen Abschluss-Sause am 18. September in Magaluf die Fensterscheiben zum Zittern bringen werden, fällt die Saison jedoch dünner aus als Andy McKay, Betreiber der beiden Schwesterhotels Ibiza Rocks und Mallorca Rocks, geplant hatte. Am Ende des Konzertsommers 2011, in dem 18 Live-Auftritte geboten worden waren, hatte der Unternehmer noch eine Saison mit 30 Konzerten angekündigt. Die Kategorie der engagierten Interpreten ist jedoch ein Indiz dafür, dass die Formel weiterhin funktioniert. Wie im vergangenen Jahr sind die Auftritte gekoppelt: dienstags Mallorca Rocks, jeweils am Tag danach dasselbe Programm auf Ibiza.

An der rechtlichen Front scheint es ruhig geworden zu sein. Der Unternehmerverband Acotur hatte 2011 alles darangesetzt, das dezibelstarke Projekt des Briten zu torpedieren. Mal war von einer fehlenden Lizenz die Rede, mal von zu hoher Lärmbelastung. Bezweifelt wurde auch, ob ein Hotel grundsätzlich einen regelmäßigen Konzertbetrieb veranstalten darf. Diese Frage beantwortete seinerzeit Calviàs Bürgermeister Carlos Delgado mit einem klaren Ja, das seit Delgados Aufstieg zum Tourismusminister noch mehr Gewicht erhalten hat: Im Entwurf zum neuen Tourismusgesetz wird die Mallorca Rocks-Formel endgültig legalisiert.

www.mallorcarocks.com

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